Neuer Spielplatz für Bonn-Geislar

Kinder wünschen sich eine Seilbahn und Wackelbrücke

Schaufel und Eimer haben sie schon mitgebracht: Die Kinder und ihre Eltern in Geislar.

Schaufel und Eimer haben sie schon mitgebracht: Die Kinder und ihre Eltern in Geislar.

Geislar. Die Anwohner in Geislar West nennen der Stadt ihre Wünsche für die Ausstattung des neuen Spielplatzes. Eine Seilbahn und eine Hängebrücke sollen es sein, meinen die Kinder. Die Stadt prüft nun, was sich realisieren lässt.

Janina wünscht sich, am Seil einer Bahn über den Spielplatz zu schweben, Arian will an der Platte stehen und mit dem Tischtennisschläger den Ball übers Netz schlagen und Ole dem runden Leder nachjagen. Andere Kinder denken an Rutsche, Nestschaukel und Wackelbrücke. Die Wunschliste der Pänz aus der Neubausiedlung Geislar West für die Gestaltung des Spielplatzes auf der 1170 Quadratmeter großen Fläche im Bereich Im Rübengarten/Schwester-Melania-Straße ist lang.

Das Budget liegt bei 125.000 Euro

„Liebe Stadt, danke, dass wir Vorschläge machen können. Das ist unser Wunsch für den Spielplatz“ hatten Amalia, Luisa und Maximilian wohl mit Hilfe ihrer Eltern auf einem roten Karton mit aufgeklebten Fotos von Klettergeräten, einer Kletterwand, einem Trampolin und einer Wippe geschrieben und ihn der Kinder- und Jugendbeauftragten Andrea Koors überreicht. Barbara Suwelack hatte einen Brief mit den Wünschen ihrer Töchter Kalotta und Liena verfasst. An oberster Stelle standen ein Prinzessinnen- und ein Feenhaus.

Koors zeigte sich von den vielen Ideen der Kinder beeindruckt: „Da sind viele konstruktive Vorschläge dabei. Nun müssen wir schauen, welche wir realisieren können.“ Landschaftsarchitekt Derk Nünninghoff sprach mit den Müttern und Vätern. Ihm sei wichtig, das Projekt in seiner Gesamtheit zu begreifen. Gemeinsames Handeln, Diskutieren und Suchen nach der besten Lösung seien das Fundament für spätere Akzeptanz und nachhaltige Wirkung.

„Bei den Eltern ist viel positive Energie unterwegs. Alle Wünsche werden wir aber nicht erfüllen können. So zum Beispiel den nachvollziehbaren Wunsch nach Wasserspielen. Bautechnisch kein Problem. Die sind aber bei einem Budget von 125.000 Euro einfach nicht drin“, sagte der Experte aus Köln. „Im Mittelpunkt stehen die Kinder und ihre Freude am Spielen.“

Eröffnung Spätsommer 2020

Anfang November will der Landschaftsarchitekt sein erstes Konzept den Eltern vorstellen. Laut Barbara Lindlar, bei der Verwaltung für die Gestaltung von Spielplätzen zuständig, soll mit dem Bau im nächsten Mai begonnen werden. „Im späten Sommer 2020 kann der Spielplatz eröffnet werden“, kündigte Lindlar an.

„Kinderbeteiligung führen wir regelmäßig durch“, sagte sie. Die gebe es eigentlich schon immer. Allerdings nur bei Neubauten oder größeren Umbaumaßnahmen, „nicht beim Austausch einzelner Spielgeräte“. Sie erinnert sich dabei an Projekte wie dem Dorfplatz Graurheindorf, dem Röttgener Baugebiet Am Hölder, der Sozialen Stadt Tannenbusch, dem Hindenburgplatz und der Von-Pfingsten-Straße in Beuel.

„In Geislar war es bekannt, dass sich die Anlieger sehr engagieren“, sagte Lindlar. Beim Treffen vor Ort bestätigte sich das, denn es kamen 39 Kinder und 37 Erwachsene. Die Mädchen und Jungen kennen die Fläche in der Siedlung ganz genau, weil sie schon lange darauf spielen. So entstanden dort, auch mit Hilfe einiger Eltern, Hütten aus Paletten.

Das Areal ist im Bebauungsplan als Grünfläche mit Spielplatz ausgewiesen, sodass die Stadt damit rechnet, dass sich künftig dort auch viele Erwachsenen treffen werden. So ging die Verwaltung völlig ohne Vorplanung und Ideen zum Ortstermin. „Wir haben gerne grundsätzliche Themen für die Spielplätze, weil das Identifikation schafft“, so Lindlar. In Vilich-Müldorf würden die Leute halt sagen: „Wir treffen uns an den Mikados“ – denn Pfosten der Spielgeräte erinnern dort an die Stäbchen aus dem Spiel.

Mitmachtag

In Geislar kamen nun ein paar Themen schon einmal auf, zum Beispiel das Motto „Rheindampfer“, mit dem sich der Kindergarten beschäftigt hat. Da früher auch viele Pferde im Dorf waren, könnte es vielleicht auch ein Ponyhof werden. Oder wie wäre es mit Gemüse? Denn nicht weit entfernt heißt eine Straße Im Rübengarten. Auch ein Bauspielplatz wäre denkbar. „Wir müssen mal gucken, was wir daraus bauen“, meinte Lindlar.

Angedacht ist noch ein Mitmachtag, bei dem die Kinder mal auf den Bagger dürfen und die Eltern pflanzen könnten – mit Grillen zum Ausklang. Die Eltern überlegen auch, Geld zu sammeln, damit sich das Budget erhöht.