Südtangente in Oberkassel

"Keine Lösung für lokale Verkehrsprobleme"

"Die Südtangente würde nur zusätzlichen Verkehr nach Bonn ziehen". Thilo Schumann

OBERKASSEL. Eigentlich hatte der Verein "Lebenswerte Siebengebirgsregion" das Thema schon vor mehr als zehn Jahren zu den Akten gelegt.

Doch seit im vergangenen Jahr bekannt wurde, dass die Südtangente, jenes umstrittene Verkehrsprojekt, das die Verbindung zwischen der Autobahn 3 und der Autobahn 565 herstellen soll, doch wieder in den Bundesverkehrswegeplan des Bundesverkehrsministerium aufgenommen werden könnte, formiert sich der Widerstand. Im Oberkasseler Tambourcorpsheim informierte der Verein nun gemeinsam mit der Bürgerinitiativen "Ennertaufstieg: Nein!" über den aktuellen Sachstand.

"Die Südtangente löst unsere lokalen Verkehrsprobleme nicht, sondern würde nur zusätzlichen überregionalen Verkehr nach Bonn ziehen", legte Thilo Schumann, Vorstandsmitglied des Vereins, das Hauptargument der Gegner dar. Auch aus Gründen des Naturschutzes und wegen der zu erwartenden Lärm- und Feinstaubemissionen lehnt der Verein das Projekt ab.

Eine Online-Petition gegen die Südtangente hätten bereits 10.000 Menschen unterzeichnet. Zustimmung erhielt Schumann von den rund 25 Besuchern. "So eine alte Klamotte kann doch nicht ernsthaft wieder diskutiert werden", so Teilnehmer Michael Adler. Mehr Verkehr mitten durch die Stadt werde auch Bonn als Standort schaden, gerade als UN-Stadt mit Schwerpunkt auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit.

Wie berichtet, lässt Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt das Projekt derzeit erneut prüfen. Beschlossen wird der Bundesverkehrswegeplan allerdings vom Bundeskabinett.