Bürgersitzung in Oberkassel

Kasseler Jonge beim Finale ohne Elferrat

Eine staatse Truppe: Die Altstadtfunken aus Opladen liefen bei der letzten Bürgersitzung auf, die die Kasseler Jonge organisiert haben.

Eine staatse Truppe: Die Altstadtfunken aus Opladen liefen bei der letzten Bürgersitzung auf, die die Kasseler Jonge organisiert haben.

24.01.2016 Oberkassel. Hohe Kosten und kein Nachwuchs: Die Bürgersitzung fand zum letzten Mal statt.

 „Wenn unter der Decke grün-weiße Luftballons hängen, dann ist Fastelovend.“ Mit diesen Worten eröffnete Michael Thelen, der neue Präsident der Kasseler Jonge, die Bürgersitzung am Samstagabend in der Jupp-Gassen-Halle. Mit dem bekannten Bläck-Fööss-Lied „Bye, Bye my Love“ verabschiedete er danach seinen Vorgänger Dietmar Brenner.

Eine bunte Mischung hatte die KG für diesen Abend zusammengestellt, so wie es die Karnevalsjecken erwarten. Vom Traditionscorps, der KG Altstadtfunken aus Opladen, Musikgruppen, Rednern bis hin zum Damentanzcorps der Nixen vom Märchensee war für jeden der knapp 300 Besucher, die alle kostümiert waren, etwas dabei. Dabei waren auch der Bonner Bundestagsabgeordnete Ulrich Kelber, der selber lange in Oberkassel gewohnt hatte, und Vize-Bezirksbürgermeister Ralf Laubenthal.

Am späten Abend soll auch Oberbürgermeister Ashok Sridharan auf der Fahrt nach Hause hier Halt gemacht haben. Das Programm, so viel war von Heinz Groll, Elferratsmitglied, zu erfahren, wird teilweise als Block eingekauft und dann mit eigenen, selbst engagierten Künstlern bzw. Gruppen ergänzt. Vier Wochen brauche man, um alles unter Dach und Fach zu bringen, ein Jahr im Voraus. Nicht immer, gab Groll offen zu, kenne man die Künstler zum Zeitpunkt des Engagierens persönlich, manche nur aus dem Internet.

Aber ein oder zwei bekannte Karnevalisten, die müssen einfach dabei sein. „Sonst bleibt der Saal leer“, ist seine Erfahrung. Zu den Bekannten an diesem Abend gehörten mit Sicherheit „Dä Tuppes vum Land“, Jörg Runge mit seiner Büttenrede in Reimform, und die „Funky Marys“, fünf Mädels aus Köln, eine Gesangsgruppe, die immer für eine Rakete gut ist.

Sollte sich jemand im Saal gewundert haben, dass es keinen Elferratstisch bei dieser Sitzung gab, so ist die Antwort ganz einfach: Die Jonge bekamen keinen Elferrat zusammen. So musste Präsident Thelen auf der Bühne bei der Moderation den Alleinunterhalter spielen. Was ihm gut gelang. Es war nicht nur seine Premiere, es war auch ein Abschied, denn dies war die letzte Bürgersitzung, die die Kasseler Jonge veranstaltet haben. Die Gründe hierfür sind der fehlende Nachwuchs an Aktiven sowie die hohen Kosten für solch eine Sitzung. „Doch die Kindersitzung, der Seniorenkarneval und die Beteiligung am Veedelszoch mit anschließendem Zochball, das bleibt“, versicherte Michael Thelen.

(Rainer Schmidt)