Drama nahe der Beueler Tapetenfabrik

Junge in Beuel wird von Steinplatte begraben und stirbt

Beuel . Ein zehnjähriger Junge ist am Freitag bei einem Unfall in Beuel ums Leben gekommen. Er geriet unter eine schwere Steinplatte, die am Rande eines Firmengeländes abgestellt war.

Im Krankenhaus erlag er seinen Verletzungen. Die Öffentlichkeit erfuhr erst am Montag von dem Unglück. Der Vater des Zehnjährigen hatte den Jungen gegen 16 Uhr mit dem Auto nahe der Beueler Tapetenfabrik abgesetzt. Der Schüler war auf den Weg zu einer privaten Nachhilfeschule, die sich in der Nähe befindet. Die letzten Meter über einen Fußweg auf der Trasse der alten Bröltalbahn wollte er mit einem Freund allein zurücklegen.

Auf dem Firmengelände, an dem der Weg vorbeiführt, lagert ein Künstleratelier außerhalb der Gebäude Skulpturen und Granit- und Marmorplatten. Wie die Polizei auf Anfrage mitteilte, ist der Zehnjährige offenbar auf einer der Platten herumgeklettert. Die stürzte dabei um und begrub den Jungen unter sich.

Sofort rief sein Begleiter um Hilfe und machte unter anderem den Vater des Zehnjährigen, der noch in der Nähe war, auf den Unfall aufmerksam. Auch aus einem nahe gelegenen Fitnessstudio eilten Menschen zur Hilfe und konnten den Jungen befreien. Kurz darauf trafen auch Rettungskräfte ein, die das Kind versorgten und ins Krankenhaus brachten. Dort jedoch starb der Schüler an seinen Verletzungen.

Die Polizei sicherte Spuren und errichtete einen großflächigen Zaun, der die Unfallstelle und das Betriebsgelände nun versperrt. Außerdem weisen nun rote Ausdrucke darauf hin, dass das Betreten des Geländes verboten ist. Jetzt muss die Bonner Staatsanwaltschaft prüfen, ob womöglich gegen den Eigentümer der Platten ermittelt werden muss, weil fahrlässiges Handeln oder Unterlassen bei der Lagerung zu dem Unfall geführt haben könnten. Die Lagerfläche wird durch eine Böschung mit Gestrüpp und eine Mauer von dem Fußweg getrennt; allerdings weist die Mauer in Höhe der abgelagerten Steinelemente eine mehrere Meter breite Lücke auf.

Zu einem ähnlichen tragischen Unfall war es vor eineinhalb Jahren in Hückelhoven nahe Mönchengladbach gekommen. Dort war ein zweijähriger Junge auf dem Gelände eines Museumsbergwerks auf eine Kipplore geklettert, die dabei plötzlich umkippte und auf das Kind stürzte. Der kleine Junge erlag seinen Verletzungen im Krankenhaus.

Unterdessen hat die Bildungseinrichtung, zu der der Zehnjährige auf den Weg war, auf ihrer Internetseite eine Traueranzeige veröffentlicht: „Am vergangenen Freitag ist ein Kind auf dem Weg zu uns bei einem tragischen und unfassbaren Unfall ums Leben gekommen“, heißt es dort. „Wir sind erschüttert und fassungslos. Mit den Eltern und der Familie trauern wir um einen wunderbaren Jungen.“