Alaaf et Bon(n)jour à Mirecourt

Jubiläumsfahrt in die französische Partnerstadt von Beuel

Beuel/Mirecourt. Von einer rundum gelungenen Jubiläumsfahrt sind am Sonntagabend 140 Beueler aus der französischen Partnerstadt Mirecourt zurückgekehrt. Anlass war das 50-jährigen Bestehen der Partnerschaft zwischen beiden Städten.

Müde, verschwitzt und dennoch bestens gelaunt kamen am Sonntagabend 140 Beueler aus Mirecourt zurück. Sie hatten an der Jubiläumstour des Partnerschaftskomitees und der Stadtverwaltung teilgenommen, die anlässlich des 50-jährigen Bestehens der „Jumelage“, wie Partnerschaft auf Französisch heißt, stattfand. Dazu beigetragen, dass die Fahrt ein voller Erfolg wurde, hat auch, dass mit den „Dilledöppchen“, dem Damenkomitee von St. Josef inklusive Wäscherprinzessin Ariane I., sowie den „Bottemelech’s Jonge“ drei Gruppen dabei waren, die Beuel hervorragend präsentierten. Und die, ganz nebenbei bemerkt, auf den Busfahrten für beste Stimmung sorgten.

Der Bus des Partnerschaftskomitees startete bereits am Donnerstag nach Colmar. „Die Stadt war beeindruckend“, so Helmut Brücker. Am zweiten Tag wurde der bei der Tour de France so berüchtigte „Col de la Schlucht“ (im Bus) erklommen, bevor es dann nach Mirecourt ging.

Die Bürgerfahrt startete am Freitagmorgen mit zwei Bussen, der erste Tagesabschnitt ging bis Metz. Noch im Bonner Stadtgebiet stimmte das Damenkomitee das Lied von den himmelblauen Augen an, das für die Mitfahrer dieses Busses zum Ohrwurm der gesamten Reise werden sollte. Mit einem Bimmelbähnchen wurde den Reisenden die Schönheit von Metz präsentiert, wozu außer der beeindruckenden Kathedrale auch das Centre Pompidou gehört. „Hätte ich nicht erwartet“, meinte Brigitte Mohn.

Viel Programm für die Mitreisenden

Alle Beueler trafen sich am Freitagabend beim „Fête de la Musique“ (Musikfest), das in Frankreich immer am 21. Juni gefeiert wird. So klein bezogen auf Fläche und Einwohnerzahl Mirecourt auch sein mag, was die Stadt und ihre Bewohner immer wieder auf die Beine stellen, das ist einfach nur imponierend. Musik und Gastlichkeit an jeder Ecke. „So ein Fest brauchen wir in Beuel auch“, zeigt sich Werner Koch von der Gewerbe-Gemeinschaft beeindruckt.

Für Samstag hatten die Organisatoren aus Mirecourt und Beuel, Bernard Schmitt und Elke Kiesel, ein vielfältiges Programm zusammengestellt. Wandern, Führung durch das historische Stadtzentrum, Museumsbesuche, Ausflüge in die Umgebung und eine Tour für die „Offiziellen“, die einen Blick auf die Entwicklung des kleinen Städtchens werfen durften. Dass dort ein Hallenbad für vier Millionen Euro gebaut werden kann, hat doch sehr beeindruckt. Doch am meisten imponiert hat ein altes Theater, verborgen hinter schäbigen Mauern, das gerade so vor dem endgültigen Verfall bewahrt wurde und für die Öffentlichkeit zurzeit nicht zugänglich ist. Ein Juwel, das finanziell gesehen, eine „Beethovenhalle“ für Mirecourt werden könnte. Traditionell findet am letzten Abend immer ein bunter Abend in der Festhalle des Ortes, der „Espace Flambeau“, statt. Hier schlug die große Stunde der „Dilledöppchen“, des Damenkomitees und der „Bottemelech’s Jonge“, die mit ihren Auftritten begeisterten. Verstärkt wurden sie durch Lucie Claude aus Mirecourt, die vor Jahren Wäscherprinzessin in Beuel war.

Nicht nur mit einer großen Polonaise durch den Saal zeigten die Beueler den Franzosen, wie bei uns gefeiert wird. Selbst die Messe in der Eglise Notre Dame stand am Sonntag im Zeichen der Jumelage. Texte in deutscher und französischer Sprache lagen am Eingang aus und Hans Lennarz durfte sogar die Lesung übernehmen. Nach dem Mittagessen wurden die üblichen Dankesreden gehalten, die Elke Kiesel gewohnt souverän übersetzte. „Vive Beuel, Vive Mirecourt, vive Jumelage“, sagte Bürgermeister Yves Séjourné zum Schluss. Guido Déus überreichte als Gastgeschenk eine Beethovenfigur aus der Ausstellung vom Münsterplatz. „Ich glaube, das ergänzt sich gut“, sagte er, denn Beuel habe beim letzten Besuch aus Mirecourt im Mai eine Geige ( Mirecourt ist ein Zentrum des Geigenbaus) geschenkt bekommen. „Dass sich so viele Menschen in einem relativ kleinen Ort so engagieren“, meinte Christiane Herbst-Jütten zum Abschluss, „das hat mich doch sehr beeindruckt“. Und Déus ergänzte: „Städtepartnerschaften wie diese braucht Europa viel mehr.“