Auf der Vespa durch Europa

Interview mit dem Vorstand des Vespa-Clubs Bonn

Umgeben von Vespas: Bernhard Kübler ist Vorstandsmitglied des Vespa-Clubs Bonn. FOTO: MÜLLER

Umgeben von Vespas: Bernhard Kübler ist Vorstandsmitglied des Vespa-Clubs Bonn. FOTO: MÜLLER

Beuel. Im Gespräch erzählt Bernahrd Kübler über seine Leidenschaft fürs Vespafahren, den traditionellen Blumenkorso beim Beueler Frühlingsfest und Rallyes.

Er ist längst fester Bestandteil des Beueler Frühlingsfestes, das an dem Wochenende 17. und 18. März steigt: der Vespa-Club (VC) Bonn. Mit deren Vorstandsmitglied, Bernhard Kübler, sprach Anke Vehmeier über den Blumenkorso, die Freude am Vespafahren und daraus entstandene Freundschaften.

Was ist das für ein Gefühl, mit einem Korso durch die Heimatstadt zu fahren?

Bernhard Kübler: Das ist ein schöner Anlaufpunkt für unseren Verein und alle Mitfahrer. Für mich persönlich ist es ein herrliches Gefühl, in die freundlichen Gesichter der Menschen zu schauen, wenn sie eine Rose von uns bekommen.

Wie lange ist der Vespa-Club Bonn schon dabei?

Kübler: Bestimmt schon zehn Jahre sind wir ein fester Bestandteil des Festes und haben sehr viel Freude dabei. Wir freuen uns auch über die großartige Unterstützung der „Fähren-Gäng“, das ist eine Interessengemeinschaft von Vespafans, die sich immer mittwochs um 18 Uhr an der Niederdollendorfer Fähre trifft. Und nach dem Korso laden wir die Mitfahrer zu Kaffee und Kuchen in unser Geschäft ein.

Vespa und Blumenfest gehören also zusammen?

Kübler: Auf jeden Fall. Ich habe recherchiert, dass es im Jahr 1953 ein vermutlich für viele Jahre einmaliges Vespatreffen beim Vorgänger, dem Blumenfest in Beuel, gegeben hat. Damals bekamen alle Teilnehmer eine Plakette, die wollte ich unbedingt haben und habe mich auf die Suche gemacht. Es hat fünf Jahre gedauert und dann bin ich fündig geworden. Über Umwege und Tauschaktionen habe ichschließlich eine Plakette aus Italien erhalten.

Seit wann gibt es den Vespa-Club-Bonn?

Kübler: Der Club wurde 1958 gegründet. Bereits 1950 gab es einen der ersten Vespaclubs in Bonn. Dieser wurde nach einiger Zeit in „Motorroller-Club-Bonn“ umbenannt und bestand bis 1958. Am 2. April 1958 trafen sich einige Vespafahrer in Bonn, um den Vespa-Club-Bonn neu zu gründen. Die Clubmitglieder trafen sich zu regionalen und europäischen Treffen mit anderen Vespafreunden. Wir nehmen an Rollertreffen teil, betreiben Rollersport und nehmen an deutschen Meisterschaften im Turnier und Trial teil.

Wie viele Mitglieder hat der Club und was unternehmen Sie zusammen?

Kübler: Wir haben heute rund 50 Mitglieder und der Vespa-Club-Bonn ist sehr aktiv. Wir unternehmen viele Ausfahrten zusammen und nehmen an vielen Vespasportveranstaltungen europaweit teil. So werden wir in auch diesem Jahr zu den „Vespa World Days“ fahren, die in Belfast stattfinden. Neue Mitglieder sind bei uns herzlich willkommen. Die Clubabende finden jeweils am ersten Donnerstag im Monat ab 18.30 Uhr in der Gaststätte „Zum Treppchen“, Marktstraße 8, in Pützchen statt.

Also feiern Sie in diesem Jahr den 60. Geburtstag?

Kübler: Genau, und zwar mit einem Vespatreffen vom 29. bis 30. September in Erpel. Dort können sich Besucher unsere Vespas anschauen, es wird Ausfahrten geben und eine Vesparallye, zu der auch internationale Teilnehmer anreisen werden.

Wann sind Sie Mitglied geworden?

Kübler: Das war 1993. Damals gab es viele junge Leute im Club, die Gemeinschaft suchten und auch einen Grund, zusammen aus dem Alltag rauszukommen und in den Urlaub zu fahren. Ich habe mit der Vespa ganz Europa bereist, und es sind im Club viele Freundschaften entstanden, die auch privat und über das Thema Vespa hinaus bestehen. Wir hatten sogar schon eine Hochzeit zweier Mitglieder, die sich im Club kennengelernt hatten.

Was war Ihr größter Erfolg?

Kübler: Das war die Europameisterschaft „Vespa Rally 2017“. Sie bestand aus drei Läufen in Deutschland, Österreich und Italien. Es war das erste Mal, dass ein Nicht-Italiener gewonnen hat, denn Europameister in der Gesamtwertung war ich. Mein Vereinskollege Jens Lorenzen belegte den dritten Platz.