Gesprächsrunde beim Bürgerfest

Intendanten diskutieren über Kulturquartier Beuel

GA-Redakteur Holger Willcke (links) moderierte die Podiumsdiskussion mit Rainer Pause (2. v. l.), David Becher, Martina Steimer, Werner Koch, Moritz Seibert und Guido Déus. FOTO: KNOPP

GA-Redakteur Holger Willcke (links) moderierte die Podiumsdiskussion mit Rainer Pause (2. v. l.), David Becher, Martina Steimer, Werner Koch, Moritz Seibert und Guido Déus. FOTO: KNOPP

Beuel. Bei einer Podiumsdiskussion sprechen Theater-Intendanten und Politiker über die Zukunft eines Kulturquartiers auf dem Areal rund um das Pantheon. Gastredner David Becher stellt Erfahrungen aus Wuppertal in der Entwicklung einer Kreativwerkstatt vor.

Seitdem das Pantheon-Theater auf die rechte Rheinseite wechselte, war auch von einem „Kulturquartier“ rund um die ehemalige Halle Beuel die Rede. Wie könnte so etwas gestaltet werden? Indem man neben Experten auch Bürger einbindet, sagte David Becher von der Wuppertaler „Utopiastadt“ bei der Podiumsdiskussion auf der Rathausplatz-Bühne.

Ihn hatte GA-Redakteur Holger Willcke eingeladen, um einen Blick von außen in das Gespräch zum Thema „Kulturquartier Beuel“ einzubringen – und weil Becher diesen Gestaltungsprozess mit dem zur Kreativwerkstatt umgebauten Bahnhof Mirke schon hinter sich hat. „Man hat ein viel höheres Identifikationspotenzial, wenn man die Bürger mit einbindet“, sagte Becher. Für sein Projekt hatte er mit seinem Team damals eine Ideenbörse eingerichtet, an der sich Menschen aus Politik, Wirtschaft und Bürgerschaft beteiligten.

Mit auf der Bühne standen auch Rainer Pause und Martina Steimer vom Pantheon, Moritz Seibert vom Jungen Theater Bonn, Werner Koch, Chef der Beueler Gewerbe-Gemeinschaft, und Bezirksbürgermeister Guido Déus. Letzterer betonte, dass vor der Sommerpause „der politische Knoten geplatzt“ sei und damit der Weg für eine Gestaltungsplanung zum Kulturquartier frei sei. Man wolle einen ganzheitlichen Plan, der auch das Beueler Zentrum einschließe.

Da schloss sich Koch an: „Es geht hier auch um die Entwicklung von Beuel-Mitte.“ Das werde den Beueler Gewerbetreibenden und Bürgern gleichermaßen gut tun. „Man muss die Dinge, die man im Kopf hat, rasch umsetzen.“ Der Wille von allen Seiten sei da. Dennoch, meinte, Déus, müsse man „das Verfahren vernünftig auf die Schiene setzen“, damit nicht ein langwieriger Bürgerbeteiligungsprozess am Ende in einem Bürgerbegehren mit fatalem Ausgang münde. Unter anderem deshalb wolle er auch die Beschlusskompetenz darüber nach Beuel zurückholen. „Das ist kein gesamtstädtisches Thema, sondern ein stadtbezirkliches“, so Déus.

Die Bereitschaft, schnelle Entscheidungen zu treffen, forderte auch Pause ein. „Es wird viel zu viel von oben entschieden. Wir müssen schnell einen Kreis Menschen finden, die Ideen haben“, sagte der Pantheon-Leiter. Er sprach sich ebenfalls für ein vielfältiges Quartier aus: Es solle nicht ein reiner Kulturtreff sein, sondern auch Gewerbetreibende und Anwohner integrieren, ebenso brachliegende Grundstücke wie zum Beispiel Malersaal und Lampenhalle.

Die Tatsache, dass dort so viel Raum ist, sei letztlich ausschlaggebend für den Umzug des Pantheons gewesen, sagte Steimer. Man könne dort etwa Feste, Floh- oder Streetfood-Märkte abhalten. Seibert meinte, dass dort auf jeden Fall jeden Tag etwas geboten werden müsse, um das Publikum dauerhaft dorthin zu locken. Man müsse überlegen: „Was heißt wirklich Entwicklungsfreiraum?“, sagte Becher. Für Déus war klar: „Man muss auch Platzhaben, um experimentieren zu können.“