Südtangente

Initiativen schreiben an Dobrindt

Mitglieder der Initiativen informieren Spaziergänger nahe Oberholtorf über den geplanten Streckenverlauf des Ennertaufstiegs.

Mitglieder der Initiativen informieren Spaziergänger nahe Oberholtorf über den geplanten Streckenverlauf des Ennertaufstiegs.

BEUEL. Die Aufnahme des Ennertaufstiegs in den Bundesverkehrswegeplan soll verhindert werden.

In einem gemeinsamen Schreiben haben die Bürgerinitiativen "Ennertaufstieg: Nein!" und der Verein Lebenswerte Siebengebirgsregion den Verkehrsausschuss des Bundestags und Verkehrsminister Alexander Dobrindt aufgefordert, den Ennertaufstieg (rechtsrheinischer Teil der Südtangente) aus dem Entwurf des Bundesverkehrswegeplans 2015 zu streichen.

Die beiden Initiativen begründen ihre Forderung damit: Die Südtangente (Querspange zwischen den Autobahnen A3 und A565) wurde 2003 nach 35 Jahren der Diskussion aus dem Bundesverkehrswegeplan gestrichen. Alle in dieser Zeit erstellten Gutachten haben laut den Bürgerinitiativen ergeben:

  • keine Umweltverträglichkeit, trotz der geplanten Untertunnelung des Naturschutzgebietes Siebengebirge.
     
  • keine spürbare Verkehrsentlastung. Stattdessen: Mehr Lärm und Feinstaub, zerstörte Landschaft und Natur. Weder Tunnel noch Trog würden dieses für Bonn und den Rhein-Sieg-Kreis wichtige Naherholungsgebiet vor dem Verlust bewahren können.

Des Weiteren führen die Südtangenten-Gegner folgende Argumente an: Wegen der Zerstörung des attraktiven Naherholungsgebietes würde Bonn an Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Die Glaubwürdigkeit der Stadt als Sitz des UN-Klimasekretariates und vieler anderer Umwelteinrichtungen wäre gefährdet. Nach Ansicht der Initiativen müsste Bonn stattdessen gemeinsam mit dem Rhein-Sieg-Kreis, in dem viele Bonner Arbeitnehmer wohnen und Steuern zahlen, zu einem international beachteten Beispiel für nachhaltige Mobilität, insbesondere beim öffentlichen Nahverkehr, werden. Der Ennertaufstieg wäre genau das Gegenteil: Verkehrspolitik aus dem vorigen Jahrhundert.

"Fast 50 Jahre Streit in der Region haben vor allem Investitionen des Rhein-Sieg-Kreises in die Nahverkehrsinfrastruktur behindert. Viele seiner Bürger fahren täglich zur Arbeit nach Bonn. Weil es Dörfer ohne sinnvolle Busverbindungen gibt und eine Fahrt von Siegburg nach Bonn fünf Euro kostet, bleibt vielen nichts anderes übrig, als zum Stau beizutragen", schreiben die Initiativen an Bundesverkehrsminister Dobrindt.

Die Befürworter des Ennert-

aufstiegs sehen diese Ost-West-Trasse als einzige Möglichkeit, das stark gestiegene Verkehrsaufkommen zwischen Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis zu entzerren. Deshalb prüft das Bundesverkehrsministerium derzeit, ob die Querspange wieder in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werden soll.

Die beiden Bürgerinitiativen laden den Verkehrsausschuss und den Bundesverkehrsminister ein, sich selbst vor Ort überzeugen zu lassen, dass Ennert und Pleiser Hügelland nicht zerstört werden dürfen. Bereits jetzt, nach nur vier Wochen, hat die Unterschriftenaktion mehr als 1500 Zeichner gefunden. Die Aktion wird fortgeführt.

Info

Interessierte können sich unter www.siebengebirgsregion.de und www.ennertaufstieg.de beteiligen und informieren.