Freizeitangebot

In Beuel entsteht eine neue Kletterhalle

BEUEL. Der Kletterhallenbetreiber „Boulders Habitat“ will im Sommer auf die Schäl Sick expandieren. Eine rund 1300 Quadratmeter große Halle soll dazu ab April zu einem besonders kinder- und familienfreundlichen zweiten Standort ausgebaut werden.

Offenbar gibt es im Bouldermarkt in der Region durchaus noch Luft nach oben: Man sei bereits seit längerer Zeit auf der Suche nach einem zweiten Standort gewesen, sagen die beiden Geschäftsführer Sascha Podeiko und Christoph Klein. Da aber bekanntermaßen Gewerbeflächen allgemein und geeignete Hallen insbesondere nicht gerade im Überfluss vorhanden seien, habe sich die Suche durchaus schwierig gestaltet, so Klein.

„Wichtig war uns, dass der Standort citynah ist und, weil der Rhein ja in Bonn immer noch ein trennendes Element ist, dass er idealerweise im Stadtbezirk Beuel liegt“, so Klein weiter. Grundsätzlich habe man die Suche aber auch auf das nähere umliegende Kreisgebiet ausgedehnt. Nach vielen Nieten habe man aber mit diesem Objekt das große Los gezogen, glauben die beiden. Sowohl über eine Einfahrt neben dem Schuh-Outlet Landgraf als auch über die Paulusstraße soll die neue Kletterhalle ab Juli zu erreichen sein. Anders als am ersten Standort, wo die beiden bestehende Büroflächen zusammenlegen und zu einer Sporthalle umbauen mussten, können sie auf dem Gelände in Beuel sofort aus dem Vollen schöpfen: „Die dreigeteilte Hallenaufteilung gibt uns ganz neue Möglichkeiten“, freuen sich die zwei auf den Umbau. Völlig durchgeplant ist das Projekt aber wohl noch nicht, der genaue Eröffnungstermin steht jedenfalls noch aus.

Beim eigenen Training kennengelernt

Kennengelernt haben sich der Sportwissenschaftler Podeiko und der Betriebswirt Klein 2012 in Köln, wo Podeiko noch ein weiteres Objekt betreibt. „Ich bin dort damals regelmäßig selber zum Trainieren hingefahren“, erinnert sich der Beueler Klein. Schnell war klar, dass man auch die Bonner zum Bouldern bringen wollte, und 2014 konnte das Boulders Habitat im Bonner Norden unweit der ehemaligen Biskuithalle eröffnen. Der neue Standort im Rechtsrheinischen soll nun den Hauptsitz sogar noch um 100 Quadratmeter Fläche übertreffen: Zu den rund 700 Quadratmetern Boulderbereich kommt ein separater, gut 400 Quadratmeter großer Kinderbereich und der circa 200 Quadratmeter umfassende Gastro- und Empfangsbereich.

„Es macht mir Spaß, mich in der Vertikalen zu bewegen, die Schwerkraft zu spüren, zu entdecken was ich kann“, skizziert Podeiko wie er den Sport für sich entdeckte. Durch das erstmalige Scheitern an einer Route oder einem Problem müsse jeder Kletterer über sich hinauswachsen, so der ehemalige Landestrainer NRW. Und das sei auch die Philosophie von Boulders Habitat: Jeder soll gefordert und gefördert werden, um dieses „Über-sich-hinaus-wachsen“ erleben zu können, ergänzt Klein.

Das Bouldern erfreut sich in Deutschland und auch international großer Beliebtheit; anders als beim Seilklettern könne man sofort starten, einfach auf die Wand zugehen, Griffe anfassen und loslegen. Der Begriff Bouldern leitet sich von dem englischen Wort „boulder“ für „Felsblock“ ab und bezeichnet das Klettern ohne Hilfsmittel wie Seil oder Klettergurt in eine Höhe von bis zu maximal viereinhalb Meter über der Matte.