Bezirksvertretung Beuel

Hohe Kosten für Straßenausbau in Pützchen

Pützchen. In einer Bürgerversammlung informierte die Stadt jetzt die Anwohner über den Restausbau der Straße Rosenbach. Klar ist: Die Endabrechnung beträgt 194 400 Euro.

Die Bezirksvertretung Beuel hatte in ihrer Sitzung am 22. März eine Bürgerversammlung zum Restausbau der Straße Rosenbach beschlossen, und am Mittwochabend hatte sich trotz des schönen Sommerwetters ein knappes Dutzend Anwohner in einem Klassenraum der Pützchener Marktschule eingefunden, um sich von Vertretern der Stadt über den aktuellen Stand der Dinge unterrichten zu lassen. Laut Auskunft des Bezirksverordneten Hans Seidl (CDU) habe die Verwaltung der Bezirksvertretung auf der Sitzung vorgeschlagen, die Gebühren für den Ausbau der Straße, der zum Großteil bereits vor zehn Jahren erfolgt ist, nun „endabzurechnen“. Weil seine Frage, ob die Anwohner darüber bereits informiert worden seien, negativ beantwortet wurde, habe er daraufhin die Bürgerversammlung initiiert.

Kosten von rund 30000 Euro

Erst danach wollen die Kommunalpolitiker über die endgültige Abrechnung entscheiden. Der Abschnitt des Rosenbachs von Modestusstraße bis zum Wendehammer ist bereits ausgebaut. Jetzt soll auch noch die restliche Fläche von rund 300 Quadratmetern im Bereich des Bahnübergangs angepasst werden, der den Rosenbach in zwei Teilstücke aufteilt. Hans Herschel, Sachgebietsleiter im Straßenneubau und seine Kollegin Lisa-Mareike Bell, die für die Planung verantwortlich zeichnet, begrüßten die Anwesenden kurz, um anhand eines an der Schultafel aufgehängten Plans die weiteren Baumaßnahmen zu skizzieren, bevor Ingo Alda, Sachgebietsleiter im Bauordnungsamt, den Anwesenden die Beiträge erläuterte, die mit der Maßnahme verbunden sind. Die Kosten des Umbaus betragen rund 30 000 Euro. Die betroffenen Anlieger waren mit Bürgerbriefen zu der Versammlung eingeladen worden.

Der südliche Abschnitt des Rosenbachs von der Pützchens Chaussee bis zum Übergang wird aktuell im Zuge der Ortsumgehung Pützchen ausgebaut; künftig kann die Bahntrasse der privaten Bahngesellschaft RSE nur noch von Radfahrern und Fußgängern überquert und der nördliche Teil nur noch über die Modestusstraße erreicht werden. Damit dürften auch die von den Anwohnern bemängelten Irrfahrten von Lastwagen der Vergangenheit angehören, so Herschel. Die Lkw hatten den Übergang bis zu Beginn der Baumaßnahme am Alaunbachweg häufig als Abkürzung genutzt.

Müllkippe oder illegaler Parkplatz

Zumindest von Teilen der Planung zum Restausbau zeigten sich einige Anwohner deutlich irritiert: Diese sehen nämlich vor, dass der Bereich um einen Strommast der RWE im Bereich des Bahnübergangs mit Pflaster versiegelt werden soll. „Warum wollen Sie diese Fläche eigentlich überhaupt pflastern“, fragte Anwohner Rainer Meyer. Eine Brombeerhecke sei an dieser Stelle mindestens genauso sinnvoll, aber deutlich günstiger, war ein Argument, das die Anwohner den Planern entgegenhielten. Sie glauben, dass die Fläche anschließend entweder als wilde Müllkippe oder als illegaler Parkplatz missbraucht werde.

Kosten sind gestiegen

„Ich fürchte, dass wir hier letztendlich einfach einen Parkplatz finanzieren werden, der offiziell gar keiner ist“, so der emeritierte Professor Meyer. Die Stadt sei jedoch zu einem Ausbau rechtlich verpflichtet, so die städtischen Vertreter. Und da eine Grünfläche ständige Unterhaltungskosten verursache, habe man die Lösung mit Pflaster präferiert. Auch von den Kosten zeigten sich die Anwohner alles andere als angetan: Die seien nämlich gestiegen, machte Alda klar: Der umlagefähige Erschließungsaufwand betrage nun 194 400 Euro. Darin enthalten seien auch die Kosten für die von der Bezirksvertretung noch gar nicht beschlossene Versiegelung der angesprochenen Fläche.

Eine Tatsache, die auch Bezirksverordneter Seidl in Erstaunen versetzte: „Ich bin überrascht, dass wir eine Gebühren-Endabrechnung in der Bezirksvertretung beschließen sollten, die offensichtlich noch gar nicht fertig ist und dieses Informationsdefizit bei einer Bürgerversammlung offenbar wird, die ich selbst beantragt habe“, so Seidl.