Beueler Geschichte

Historischer Tisch geht an Heimatmuseum Beuel

Volker Engel (links) und Wolfgang Bartel (rechts) sitzen an dem Tisch Probe.

Volker Engel (links) und Wolfgang Bartel (rechts) sitzen an dem Tisch Probe.

Ramersdorf. Dem Heimatmuseum Beuel wurde ein Tisch mit einer besonderen Geschichte übergeben. Mit seinen gedrechselten Beinen hat der Tisch Stile des Historismus und der Gotik.

Wenn Holz reden könnte, dann könnte ein kleiner Tisch viel erzählen. Angefangen vom 19. Jahrhundert und dem Baron Albert von Oppenheim, der 1884 die Kommende in Ramersdorf gekauft hatte, über die Deutsche Reichsbahn, die Britische Besatzungsmacht und die Deutsche Bundesbahn, die hier eine Schulungsstätte hatte.

Über die Jahre der Ungewissheit, wie es mit der Kommende weitergehen sollte, bis hin zum Jahr 1978, als Wolfgang Bartel die Kommende vom Bundesvermögensamt gekauft hat. All diese Jahre hat dieses Tischchen, 150 auf 80 Zentimeter groß, also von der Größe her ein großer Beistelltisch, überlebt. Jetzt hat es einen neuen, und wie es ausschaut, letzten Platz in seinem Leben gefunden: im Heimatmuseum Beuel.

Bartel hat nach 40 Jahren als Eigentümer der Kommende diese verkauft, das Inventar wurde dabei versteigert. Das Tischchen, das ein nicht genannter Oberkasseler Bürger zuvor schon ersteigert hatte, kaufte Bartel von diesem zurück, um es dem Heimatmuseum zu schenken. „Ich denke, dass hier ein sinnvoller Aufbewahrungsort für den Tisch ist, weil er ein Stück Geschichte ist“, sagte Bartel bei der Übergabe. „Ich habe ihn jahrelang genossen. Jetzt ist er für mich weniger interessant als für die Öffentlichkeit. Außerdem ist meine neue Wohnung in Leipzig kleiner.“

Volker Engel, der Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins, überlegt jetzt zusammen mit Museumsleiter Hans Lennarz, wo das gute, neue Stück ausgestellt werden soll. Mit seinen gedrechselten Beinen hat der Tisch Stile des Historismus und der Gotik. „Wer jedoch Hersteller oder Architekt dieses Tisches ist, das lässt sich nicht mehr feststellen“, erklärt Engel und fährt fort: „Vielleicht können wir den Tisch in unsere Ausstellung ‚Wohnkultur des 19. Jahrhunderts‘ stellen.“ Nur eines steht fest: der Tisch wird nicht im Magazin verschwinden.