Freibadsaison startet

Hier startet Bonn in die Freibadsaison

Letzte Arbeiten im Ennertbad: Udo Steenbrügge kontrolliert alle Schrauben

Letzte Arbeiten im Ennertbad: Udo Steenbrügge kontrolliert alle Schrauben

Beuel. Am Freitag vor Pfingsten geht es los im Beueler Ennertbad. Auch das Hardtbergbad und das Freibad in Friesdorf öffnen. In Beuel finden die letzten Vorbereitungen für den Start in die Freibadsaison statt.

Die Karibik beginnt in Beuel. „Mit den bunten Papageien, Affen und exotischen Vögeln an Gebäuden und Sprungturm sowie einer Bar mit feinstem Sandstrand könnte man glauben, dass wir uns in einem Urlaubsparadies befinden“, blickt sich Jürgen Stoll, Leiter des Ennertbades, zufrieden um. Sonnenpilze mit Strohdächern sowie Liegen am Pool zaubern ebenfalls Tropenatmosphäre ins Rechtsrheinische.

Bevor sich Liegewiesen, Becken und Umkleidezonen in solch einladendem Zustand präsentieren konnten, gab es für ihn und sein Team jede Menge zu tun. Doch jetzt sind alle Arbeiten erledigt: An diesem Freitag beginnt wie in zwei anderen Bonner Bädern (Hardtberg und Friesdorf) die Freibadsaison. „Wir werden pünktlich um 6.30 Uhr öffnen. Aus den vergangenen Jahren wissen wir, dass dann die Frühschwimmer schon ungeduldig vor der Tür warten, um endlich die ersten Runden zu drehen“, berichtet Stoll. „Die kommen bei jedem Wetter.“

Selbst in den Wintermonaten hat er das Bad regelmäßig kontrolliert. „Damit wir sofort aktiv werden können, wenn wir Schäden entdecken“. Im Frühjahr legten seine Mitarbeiter dann richtig los. „Mit den Auswinterungsarbeiten“, lacht er. Dafür wurde das Wasser abgelassen, defekte Fliesen ausgetauscht und Fugen ausgebessert. Sobald auch die komplette Technik überholt war, stand der „Hausputz“ in den Gebäuden und den Grünanlagen an.

Neue Außenuhr

Diesmal hatten die Mitarbeiter mit dem gelben Blütenstaub zu kämpfen, der sich in den vergangenen Wochen großflächig im ganzen Stadtgebiet niedergelassen hat. „So etwas habe ich noch nie erlebt“, schüttelt Stoll, der seit 20 Jahren in der „Beueler Bütt“ sowie im Ennertbad arbeitet, den Kopf. Denn nicht nur die Außenanlagen mussten intensiv geschrubbt werden. „Nein“, erklärt er. „Die Pollen haben sich in alle Rinnen gesetzt und die Pumpenfilter verstopft.“ Auch der vergangene Winter bescherte mehr Arbeit als in anderen Jahren. „Durch den Frost waren mehr Fliesen gesprungen als üblich“, hat er festgestellt. Zudem wurde eine neue Außenuhr montiert. Die alte stammte noch von 1980 und lief längst nicht mehr genau.

Mittlerweile wurden rund 4000 Kubikmeter frisches Wasser in die Becken eingelassen. Derzeit zeigt das Thermometer knapp 20 Grad an. „Wenn das Wetter weiter so bleibt, dann werden wir zur Eröffnung die 22-Grad-Marke erreichen“, ist Stoll zuversichtlich. Falls die Sonne allerdings nicht lange genug scheint, dann werde man das Wasser auf 21 Grad heizen. „Ideal zum Schwimmen“, so der Experte.

Insgesamt fünf Schwimmmeister und zwei Rettungsschwimmer überwachen ab sofort den Badebetrieb. Bei Bedarf werden weitere Rettungsschwimmer und Aushilfen eingesetzt. Zum Team gehören außerdem zwei Kassiererinnen. „Mit dieser Mannschaft werden wir auch diesen Sommer gut meistern“, ist Stoll zuversichtlich.

Im August 1972 hat er bei der Stadt angefangen. „Das ist meine letzte Freibadsaison“, kündigt er an und freut sich auf den Ruhestand. „Daher wünsche ich mir einen tollen Sommer mit vielen Sonnentagen, vielen Badegästen und hoffe, dass alles ohne Probleme abläuft.“ Doch auch im nächsten Jahr wird man ihn sicher im Ennertbad antreffen. Denn morgens oder abends zieht auch der Badleiter gerne ein paar Bahnen im Becken.

Bereits Ende April teilte die Stadt Bonn mit, dass ab Freitag das Hardtbergbad, das Ennertbad und das Freibad Friesdorf wieder täglich öffnen. Das "Friesi" öffnet allerdings erst um 13 Uhr und nicht wie üblich um 6.30 Uhr, da dort noch Restarbeiten nach dem Abbau der Traglufthalle stattfinden. Das Römerbad, das Melbbad und das Freibad Rüngsdorf sind erst Ende Mai wieder betriebsbereit. Eine Übersicht über alle Freibäder in Bonn gibt es hier.