Radfahren in Beuel

Heikle Stelle am Adenauer-Platz

Gerhard Baumgärtel schließt sein Fahrrad an der Freidrich-Breuer-Straße an.

Gerhard Baumgärtel schließt sein Fahrrad an der Freidrich-Breuer-Straße an.

Beuel. Der GA begleitet den ADFC im Praxistest: Die Innenstadt auf der schääl Sick ist zwar fahrradfreundlich, hat aber ihre Tücken.

„Beuel ist fahrradfreundlich“, bilanziert Gerhard Baumgärtel nach unserer Tour durch die Einkaufsstraßen rund um die Friedrich-Breuer-Straße. Allerdings mit kleinen Einschränkungen: „Es gibt auch einige heikle Stellen und Sicherheitsrisiken“, erklärt der Sprecher der ADFC- Stadtteilgruppe Beuel. Die Tour beginnt an der Ecke Friedrich-Breuer-Straße/Hans-Böckler-Straße.

„Die Radständer hier ringsherum sind in Ordnung. Sie bieten viele Abstellplätze. Das ist praktisch für den Einkauf“, bemerkt Baumgärtel. Die Friedrich-Breuer-Straße an sich sei jedoch ein Gefahrenherd. Zum einen können die Räder schnell einmal in die Straßenbahnschienen geraten und dann sei größte Manövrierkunst gefragt. „Ich fahre recht schnell, deshalb wähle ich die Mittelspur“, sagt der ADFC-Sprecher. Gefährlich wird es aber auch, wenn ein Radler am rechten Fahrbahnrand an den parkenden Autos vorbeifährt. Wenn da plötzlich eine Autotür aufgemacht wird, kann das sehr gefährlich werden. „Dann hat der Radfahrer oftmals keine Chance auszuweichen“, so Baumgärtel.

Diese Erfahrung hat auch Jolanta Lange gemacht. „Ich fahre jeden Tag mit dem Rad. Aber hier auf der Straße habe ich Angst“, sagt die Neu-Vilicherin. „Auf der Friedrich-Breuer-Straße habe ich schon viele brenzlige Situationen erlebt. Ich hatte auch schon einen Unfall, als ein Autofahrer ganz dicht vor mir die Autotür aufgemacht hat“, so Lange. „Als ADFC würden wir uns wünschen, dass die Autos aus der Friedrich-Breuer-Straße ferngehalten werden und nur der ÖPNV hier verkehrt“, sagt Baumgärtel. „Wem es hier zu gefährlich ist, kann etwa die parallel verlaufende Siegfried-Leopold-Straße entlangfahren“, rät der ADFC-Sprecher. „In Bonns ältester Fahrradstraße haben Radler viel Platz. Grundsätzlich sind Fahrradstraßen wünschenswert. Eine gute Lösung gibt es auch an der Kreuzung zur Gottfried-Claren-Straße. Wobei allerdings die Friedrich-Breuer-Straße auch durchgängig bis zur Kreuzung Limpericher Straße Fahrradstraße sein könnte“, so Baumgärtel.

Problematisch sei die Kreuzung Konrad-Adenauer-Platz und Hermannstraße. Dort treffen auf engem Raum Radfahrer, Fußgänger und Autofahrer aufeinander. „Die rechts abbiegenden Autofahrer schauen dort zwar nach rechts, übersehen aber meistens, wenn jemand von links Richtung Brücke will. Diese Ecke ist sehr heikel, da wünschen wir uns ein Stoppschild“, erklärt Baumgärtel. GA-Leserin Elsbeth Dirnfeldner berichtet von einer weiteren Gefahrenquelle: „Die L 16, die als ‚Grüne C-Straße‘ von der Niederkasseler Straße Richtung Geislar/Meindorf führt, ist sehr buckelig durch Aufwürfe von Baumwurzeln. Ich wäre vor Kurzem beinahe gestürzt, da ich einen großen Huckel im Schatten nicht erkannte.“ Und: „Den Radweg an der Königswinterer Straße meide ich inzwischen, da er nicht nur schmal ist, sondern auch sehr oft zugeparkt ist“, sagt Dirnfeldner.

Insgesamt bewertet Baumgärtel die Möglichkeiten zum Einkaufen mit dem Rad in Beuel als sehr gut und sicher. „In Beuel kann man alle Geschäfte sehr gut erreichen“, so Baumgärtel. Das unterstreicht auch Radlerin Michaela Germer. „Ich fahre von Limperich oft mit dem Fahrrad zum Einkaufen nach Beuel und bin sehr zufrieden mit den Strecken“, so Germer.