Schwimmbad auf der Schäl Sick öffnet wieder

Gute und schlechte Nachrichten für die Beueler Bütt

Beuel. Das Hallenbad an der Goetheallee kann ab 3. September wieder genutzt werden. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Die Freibäder machen dicht. Die Sanierung der Badtechnik kostete 250.000 Euro

Schwimmvereine und Schulen können sich schon einmal den Termin eintragen: Ab Montag, 3. September, ist die Beueler Bütt wieder geöffnet. Dann endet das lange Warten für Schüler, Vereinssportler und alle übrigen Badegäste. Dieser Termin wird laut Stadt Bonn auf jeden Fall eingehalten, auch wenn vielleicht die Sommertemperaturen eher für einen Besuch eines Freibads sprechen würden.

„Nach rund neunmonatiger Schließung der Bütt möchte die Bäderverwaltung den Schulen und Vereinen die Perspektive auf das Hallenschwimmen ab Anfang September nicht nehmen. Sie schwimmen und trainieren vorzugsweise in der Halle“, erklärte Stefanie Zießnitz vom städtischen Presseamt. Seit 27. November 2017 ist das Hallenbad in der Goetheallee wegen technischer und hygienischer Probleme geschlossen.

Der öffentliche Badebetrieb beginnt nach Auskunft der Stadt Bonn allerdings erst am Dienstag, 4. September, da der Montag in Beuel traditionell für Schul- und Vereinsschwimmen reserviert ist. Gefragt, ob die Bundesstadt dennoch flexibel auf eventuell schönes Wetter reagieren könnte, antwortete Zießnitz: „Bei schönem Wetter plant die Verwaltung, die Freibadsaison im Kombibad Hardtbergbad zu verlängern. Der Freibadteil bleibt dann zusätzlich zum Hallenbad geöffnet. Weitere Freibäder können ab September aus personellen Gründen nicht geöffnet werden. Das Personal reicht nicht für den Parallelbetrieb von Frei- und Hallenbädern. Außerdem stehen die Saisonkräfte ab Anfang September überwiegend nicht mehr zur Verfügung.“

Restarbeiten an der Decke

Marion Duisberg, Geschäftsführerin des Städtischen Gebäudemanagements (SGB), ist sehr zuversichtlich, dass die Restarbeiten in der Beueler Bütt rechtzeitig bis zur Baderöffnung fertig sind: „Wir liegen zwar nicht wirklich im Zeitplan und wollten eigentlich schon längst fertig sein, aber die Verfügbarkeit der Baufirmen hat unsere Vorstellungen etwas durchkreuzt. Aber jetzt liegen wir sozusagen kurz vor dem Ziel.“ So müssen noch Deckenarbeiten im Eingangsbereich und Montagearbeiten in den Duschen und Umkleidekabinen erledigt werden. Die beiden Schwimmbecken werden derzeit mit Wasser gefüllt. Das Lehrschwimmbecken fasst bis zu 75 Kubikmeter Wasser, das Mehrzweckbecken sogar mehr als 700 Kubikmeter. Das dauert seine Zeit. Am Montag sollen beide Becken gefüllt sein, sodass die Techniker mit den ersten Probeläufen beginnen können.

Für rund 250.000 Euro hat die Stadt einen Großteil der Badtechnik auf den aktuellen Stand gebracht, damit die Wasserhygiene wieder den Vorschriften entspricht. Auf der To-do-Liste standen außerdem: Sanierung der Filteranlagen, Beseitigung von undichten Abflüssen in den Duschen sowie den Herren- und Damen-WCs, Instandsetzung von Fliesenschäden, Reparatur undichter Lüftungskanäle.

Besonders viel Aufwand wurde bei den sogenannten Schwallkammern betrieben. Das gesamte Innenleben der Hohlräume wurde verändert – die alten, porösen Betonwände wurden mit glatten und dadurch deutlich hygienischeren Kunststoffplatten ausgestattet. Diese umfangreichen Arbeiten waren erforderlich, weil die Badtechnik in die Jahre gekommen war und nicht mehr ordnungsgemäß funktioniert hat. Das Hallenbad wurde 1963 in Betrieb genommen. Damals wurden noch ganz andere Anforderungen an Hallenbäder gestellt als heute.

Wasserqualität entspricht den Standards

Ziel der umfangreichen Sanierungsmaßnahmen ist, die Wasserqualität in den Becken wieder den modernen Standards anzupassen. Das soll auch durch eine deutlich verbesserte Wasserhydraulik geschehen. Durch eine neue Einströmungsanlage wird das Schwimmbadwasser in den Becken deutlich besser zirkulieren. Erstmals wird auch eine UV-C-Anlage die Badtechnik aufwerten. Sie wird zusätzlich zu den Filtern das Wasser entkeimen. Parallel zu den Arbeiten im Schwimmbad hat die Stadt vor wenigen Tagen mit der Dachsanierung von außen begonnen. Diese Arbeiten werden über den 3. September hinaus andauern, weshalb der Parkplatz vor dem Schwimmbad nur teilweise genutzt werden kann.

Die Lüftungsschächte in der Gymnastikhalle der Beueler Bütt sind auch bis zur Baderöffnung repariert. Will heißen: Die Sportvereine können dort ab 3. September wieder ihre Angebote stattfinden lassen. „Wir werden ab kommenden Montag die Technik hochfahren. Auch eine neue Chlordosierungsanlage wird uns dabei helfen, die Wasserqualität optimal einzupegeln“, so Badleiter Jürgen Stoll optimistisch. Ab 13. August wird das Hygieneinstitut der Universität Bonn Wasserproben entnehmen, um deren Qualität zu bestimmen. Danach gefragt, ob alle Reparaturarbeiten für die in einigen Jahren anstehende Komplettsanierung der Beueler Bütt dienlich sind, antwortete Duisberg: „Ja, die Reparaturen erfolgten im Vorgriff auf die anstehende Komplettsanierung. Keine der aktuellen Umrüstungen ist umsonst erfolgt. Im zweiten Schritt geht es vor allem darum, die Gebäudesubstanz aus den 1960er-Jahren zu verbessern und attraktiver zu gestalten.“