Rockparty über zwei Runden

Green Juice Festival in Bonn verläuft ohne Probleme

BEUEL. Die elfte Auflage des Green Juice Festivals in Bonn hat an frühere Erfolge anknüpfen können. 4500 Besucher feierten ausgelassen zur Musik von Künstlern wie den Donots.

Harte Klänge und gute Laune: Mehr hätte das Green Juice kaum erwarten können. Die nunmehr elfte Auflage des beliebten Festivals im Wohngebiet am Fuße der Autobahnausfahrt Pützchen hat im Großen und Ganzen an frühere Erfolge anknüpfen können. Zugegeben, mit maximal 4500 Besuchern war der Andrang weitaus geringer als in den Vorjahren, doch damit hatten die Veranstalter gerechnet und alles bewusst ein bisschen kleiner geplant. Immerhin war nach der Jubiläumsveranstaltung 2017, deren erster Tag aufgrund von Starkregen im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen war, die Zukunft des Green Juice lange ungewiss.

Doch das Team um die beiden Brüder Simon und Julian Reininger hat trotz eines beträchtlichen finanziellen Schadens nicht aufgegeben und sich mit dem Festival an diesem Wochenende eindrucksvoll zurückgemeldet. Alles stimmte, inklusive des Wetters und eines ausgelassen feiernden Publikums, für das die Veranstalter nur Lob übrig hatten. "Alle blieben friedlich, sowohl auf dem Festivalgelände als auch auf dem erstmals geöffneten Campingplatz", fasste Pressesprecher Johannes Klockenbring zusammen. "Auch die Sanitäter und die Polizei haben uns eine äußerst positive Rückmeldung gegeben. Abgesehen von einer Reihe von Taschendiebstählen, mit der wir erstmals konfrontiert wurden, blieb alles ruhig - und die Täterinnen hat man wohl auch geschnappt."

Insofern konnten sich alle ganz auf die Musik konzentrieren. Was dabei am Freitag mit Jubel endete, ging am Samstag noch stärker weiter. Bands wie Elia, An Early Cascade oder Abramowicz gaben auf dem Gelände so richtig Gas und knüpften damit an den Auftritt der Donots an, die am Freitag als Headliner eine krachende Punk-Show feierten. Und nach der größten Mittagshitze, die das THW unter anderem - sehr zur Freude der Besucher - mit ein paar kühlenden Sprühkanonaden konterte, wurde es noch voller. Immerhin standen mit den Indie-Pop-Aufsteigern Von Wegen Lisbeth und den Garage-Rock-Veteranen The Subways gleich zwei in der Alternative-Szene bekannte Namen auf dem Programm. Und die wurden ihrem Ruf auch gerecht. "Für mich waren The Subways ein absoluter Wunschkandidat fürs Green Juice, und ich bin sehr froh, dass wir sie gewinnen konnten", sagte Klockenbring.

Das Publikum dürfte dies ähnlich gesehen haben. Zwar war das Festival nicht vollständig ausverkauft, lief aber doch so gut, dass eine Fortsetzung durchaus realistisch sein dürfte. "Wir würden gerne in Zukunft wieder auf die 7500 Leute kommen, die wir früher schon mal auf dem Gelände hatten", sagte Klockenbring. Größer als dies darf das Green Juice allerdings nicht werden: Die Besucher betonen immer wieder, wie sehr sie die familiäre Atmosphäre schätzen. So lange diese gewahrt bleibt und das Wetter nicht wieder Amok läuft, kann es also mit etwas Glück weitergehen. Dann wäre die Wiederauferstehung tatsächlich gelungen. Und das kann man für Bonn und für den Rock nur hoffen.