Denkmal- und Geschichtsverein Bonn-Rechtsrheinisch

Gralshüter der Beueler Historie

Damals und heute: Dem Denkmal- und Geschichtsverein ist es zu verdanken, dass das Mehlemsche Haus an der Rheinaustraße nicht abgerissen, sondern restauriert wurde.

Damals und heute: Dem Denkmal- und Geschichtsverein ist es zu verdanken, dass das Mehlemsche Haus an der Rheinaustraße nicht abgerissen, sondern restauriert wurde.

Beuel. Er versteht sich als „Kulturelle Bürgerinitiative“, kümmert sich um Denkmalschutz und Denkmalpflege, erforscht die Beueler Geschichte und setzt sich für die Erhaltung der historischen Ortsbilder und Landschaften ein. Gemeint ist der Denkmal- und Geschichtsverein Bonn-Rechtsrheinisch, der jetzt sein 40-jähriges Bestehen feiert.

An diesem Samstag feiert der Verein im Bürgermeister-Stroof-Haus in Vilich ein öffentliches Hoffest, zu dem die gesamte Bürgerschaft geladen ist. Dabei will er auch Bilanz über seine engagierte Arbeit für den Stadtbezirk Beuel ziehen.

Um das Mehlemsche Haus, ein Patrizierhaus an der Rheinaustraße, vor dem drohenden Abbruch zu retten, wurde der Verein 1975 gegründet. Danach hat er sich der Denkmalpflege im gesamten Stadtbezirk Beuel und nicht weniger auch der Geschichtsforschung verschrieben. Engagiert ist der Verein in der Tat. Eine Vielzahl von denkmalpolitischen Erfolgen zeugt von Kompetenz und Ambition seiner Mitglieder. War Ruth Hieronymi, die spätere Landtags- und Europaabgeordnete, die Initiatorin und über Jahre die erste Vorsitzende des Vereins, so wird das Gesicht des Vereins inzwischen von Carl J. Bachem geprägt, der den Vorsitz seit 1993 inne hat.

Größte Erfolge sind zweifellos die Erhaltung des Mehlemschen, dann einige Jahre später die des Stroofschen Hauses, beide zuvor vom Abbruch bedroht. Sie sind quasi die Markenzeichen des Vereins: Vom Mehlemschen Haus leitet der Verein sein Werbesignet ab, und im Bürgermeister-Stroof-Haus hat er heute seinen Vereinsmittelpunkt. Seine Rettung ist jetzt genau 25 Jahre her, so dass der Verein auch schon deshalb ein Jubiläum feiern kann.

„Dieses authentisch restaurierte Haus hat der Verein 2009 zu einer Kulturstätte gemacht, von der inzwischen alle seine Initiativen ausgehen. Die regelmäßigen Veranstaltungen des Stroofkollegs und des Stroofkinos, die historische Fachbibliothek und die Archive sind gesuchte Wissensquellen“, erklärte Bachem im Gespräch mit dem GA. Die gesamte Arbeit des Vereins wird von ehrenamtlichen Kräften besorgt, Gelder aus öffentlichen Kassen erhält er dafür praktisch nicht. So ist er bei allem auf die Großzügigkeit seiner inzwischen mehr als 300 Mitglieder angewiesen.

Neben der Rettung der beiden genannten Häuser gibt es noch weitere Projekte, die zu erwähnen sind. Zu seinen bekanntesten Objekten zählt das Römerdenkmal auf dem Rheindamm, das der Verein zum Stadtjubiläum 1989 errichtet hat. Ihm folgten die Aufstellung des Stroof-Denkmals in Vilich und die einer modernen Großskulptur auf dem Finkenberg. „Viel Resonanz findet auf der Ennert-Hardt der Geschichtsweg zu den Themen Braunkohle und Alaun, der Vorbild für ein ähnliches Projekt sein soll, das der Verein im Moment für den Finkenberg vorbereitet“, sagte Bachem.

Nicht wenige Kleindenkmäler (Grabstätten, Wegekreuze) verdanken dem Verein ihre Rettung. Ohne die Initiative des Vereins wäre der Vilicher Fluchtkanal nicht bekanntgeworden und gäbe es auf dem alten evangelischen Friedhof in Holzlar heute das bedeutende Bleibtreu-Grabmal nicht mehr. Maßgeblich war der Verein an der denkmalrechtlichen Sicherung der verbliebenen Industriebauten beteiligt. So hat der Verein seinerzeit den von der Stadt geplanten Abbruch der klassischen Hallenbauten der Jute-Spinnerei verhindern können, indem er die Beueler Bezirksvertretung von deren kulturhistorischen Bedeutung überzeugen konnte.

„Beim Beueler Güterbahnhof bedurfte es gar der Einschaltung des Regierungspräsidenten, um die Stadt hier zur denkmalrechtlichen Nachhaltigkeit zu zwingen. Bei der Zementfabrik dagegen ist unser Konzept nicht völlig aufgegangen, wollten wir doch am Rheinufer die Beibehaltung von Kränen sehen, damit die ursprüngliche Funktion des Bonner Bogens auf Dauer erkennbar geblieben wäre“, so Bachem. Allerdings wird es im Bonner Bogen demnächst die Präsentation von fränkischen Grabstätten geben, die der Verein nach den dortigen Ausgrabungen zu retten verstand.

Das Hoffest im Bürgermeister-Stroof-Haus in Vilich, Adelheidisstraße, dauert am Samstag, 26. August, von 15 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei. Das Haus kann besichtigt werden.