Bibliothek im Brückenforum

Grüne kritisieren Bücherei-Entscheidung

BEUEL. Nachdem die Bezirksvertretung Beuel am Mittwochabend mit großer Mehrheit beschlossen hat, dass die Bezirksbibliothek im Brückenforum trotz aller Sparbemühungen der Stadtverwaltung nicht geschlossen werden soll, wird jetzt nach Wegen gesucht, um auch die städtische Bibliothek in der Gesamtschule Beuel nicht schließen zu müssen.

Die Mehrheitskoalition aus CDU, SPD und FDP schlägt deshalb vor, dass die Stadt die Bücherei in die Trägerschaft der Schule übergeben soll. Nach Auskunft der Stadt sollen vorerst alle Büchereien offen bleiben - zumindest so lange, bis das Haus der Bildung in der Bonner Innenstadt eröffnet wird; und das soll nicht vor Juni geschehen.

Aus diesem Grund haben die Grünen gefordert, sich vor diesem Termin auf keine Schließung der einen oder anderen Bücherei festzulegen und stattdessen nach Rettungsmöglichkeiten für beide Bibliotheken zu suchen. Dieser Idee widersprachen Dieter Schaper (SPD) und Guido Déus (CDU). "Wir können und wollen uns dem Sparen nicht verweigern. Deshalb legen wir uns vor den Haushaltsberatungen der Fraktionen fest, damit alle wissen, was wir wollen", so Déus. Schaper regte an, die Zeit bis Juni intensiv zu nutzen, um damit vielleicht auch noch eine Lösung für die Bücherei in der Gesamtschule zu finden.

Michael Seeland (Die Grünen) ging hart mit der Koalition und der Stadtverwaltung ins Gericht: Es gibt Sparen und intelligentes Sparen. Bücherei-Schließungen sind ein völlig falsches Signal an die Jugend." Die Entscheidung, solche Angebote im Haus der Bildung zu zentralisieren, bezeichnete er als "Schwachsinn".

Dezentrale Lösungen seien erforderlich, um Bildungsarmut erfolgreich zu begegnen. Gabriele Belloff, Leiterin der Stadtbibliothek, sagte zum Erstaunen vieler Politiker: "Eigentlich bräuchte Beuel eine dritte Bücherei, weil wir im Süden des Stadtbezirks nicht vertreten sind, aber leider fehlt uns dazu das Geld."