Beueler Unternehmen BAD

Gesundheitsdienstleister plant acht Millionen Euro teuren Neubau

BEUEL. Wirtschaftlicher Erfolg kann auch an Grenzen stoßen. Was das Beueler Unternehmen BAD Gesundheitsvorsorge und Sicherheitstechnik angeht, sind die Grenzen jedoch eher räumlicher als finanzieller Natur. Mit jedem erfolgreichen Geschäftsjahr stellte sich für Geschäftsführer Bernd Siegemund die Frage: "Wohin mit meinen Leuten?"

Doch nun ist Platz in Sicht für die insgesamt 260 Mitarbeiter in Beuel, die auf mehrere Liegenschaften verteilt sind. ""Wir sind mit der Telekom in intensiven Gesprächen, um das Gelände hinter der Beueler Hauptpost zu erwerben", sagte Siegemund im GA-Gespräch. Das rund 2800 Quadratmeter große Grundstück liegt von der Kreuzstraße aus gesehen in dritter Reihe zwischen Gustav-Kessler-Straße und Friedrich-Breuer-Straße an der Herbert-Rabius-Straße.

"Hauptproblem für uns ist, dass mitten unter dem geplanten Neubau ein Glasfaserkabel der Telekom verläuft, das Beuel und Sankt Augustin versorgt", so der BAD-Geschäftsführer. Folglich musste das Meckenheimer Architektenbüro sgp genaue Vorüberlegungen leisten, damit die Bagger keine Leitung kappen.

Herausgekommen ist - vorerst auf Papier - ein luftiger Glasbau mit 3900 Quadratmeter Nutzfläche. "Ungeklärt ist allerdings noch die Zufahrt zur Tiefgarage", meint Siegemund. Denn der Bauherr möchte die Zufahrt gerne an der Gustav-Kessler-Straße bauen. "Die Stadt sieht das wegen der Verkehrssituation noch kritisch", so Siegemund.

Bis August erwartet er die Baugenehmigung, bis Mitte 2014 soll das acht Millionen Euro teure Gebäude bezugsfertig sein. Neben Büros und Konferenzräumen wird es auch einen Betriebskindergarten geben. "Wir müssen attraktiv sein für unsere Fachkräfte, dazu zählt neben Fortbildungen und Gesundheitsfördermaßnahmen auch die Kinderbetreuung", sagt der 59-Jährige. Dank der "guten Arbeitsbedingungen" erreichte die Gesellschaft im Januar den 2. Platz beim "TOP JOB Wettbewerb", der sich an Arbeitgeber im Mittelstand richtet.

Trotzdem hat er Probleme, gute Leute zu finden. "Die Arbeitsmedizin ist wenig bekannt bei den Ärzten und im Studium, wenn überhaupt, nur ein Nebenfach", meint der Geschäftsführer. Dabei sind die Betriebsärzte ein wichtiges Standbein im System: 700 beschäftigt die BAD, die in Beuel ihren Hauptsitz hat, bundesweit. "Die Unternehmen kaufen die betriebsärztlichen Leistungen, zu denen sie gesetzlich verpflichtet sind, bei uns ein."

Noch vor etwa zwölf Jahren seien rund 95 Prozent des Umsatzes auf diese Dienstleistung entfallen. "Diese Basisleistungen machen heute nur noch 60 Prozent aus, da immer mehr Unternehmen die Gesundheit und Sicherheit ihrer Beschäftigten auch über den gesetzlichen Rahmen hinaus fördern", erklärt Bernd Siegemund.

Bekannte Kunden des Gesundheitsdienstleisters sind zum Beispiel die Telekom, TOTAL, ARAG und der Flughafen Köln/Bonn. Dass psycho-mentale Belastungen, wie etwa Stress, in den Unternehmen eine zunehmende Rolle spielen, lässt sich für Siegemund übrigens an den Erlösen des Geschäftsfeldes "Mitarbeiter- und Führungskräfteberatung" ablesen: Diese stiegen von 4,9 Millionen Euro in 2011 auf 6,2 Millionen Euro in 2012.

Das Unternehmen BAD

Im Mai 1976 gründeten 22 Berufsgenossenschaften den B.A.D. e.V.-Berufsgenossenschaftlichen Arbeitsmedizinischen Dienst. 1994 gründete man die GmbH. Seit 2000 leitet Professor Bernd Siegemund das Beueler Unternehmen. Er ist studierter Biologe und Tiermediziner.

2011 erzielte die BAD-Gruppe nach eigenen Angaben einen Umsatz von 171,7 Millionen Euro (2010: 164,5 Mio.), der Überschuss lag bei 4,1 Millionen Euro. Derzeit beschäftigt der erfolgreiche Dienstleister für Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz 3000 Mitarbeiter an 270 Standorten in Deutschland und Europa.