Drei Jahre Stillstand

Genehmigung für Umbau des Holzlarer Sees wird konkreter

So sieht der Holzlarer See aktuell aus.

So sieht der Holzlarer See aktuell aus.

Holzlar. Wann wird der Holzlarer See zum Biotop umgebaut? Gemeint ist die Umleitung des Holtorfer Baches und die Absenkung des Sees, beziehungsweise des Hochwasserrückhaltebeckens. Die Stadt geht weiter von der jetzigen Planung für den See und deren Umsetzung aus.

Es ist in den vergangenen Jahren ruhig geworden um den Umbau des Holzlarer Sees. Nachdem der 2013 gestartete Bürgerprotest gegen die Renaturierungswünsche der Stadt Bonn abgeklungen ist, hatte die Fachverwaltung die Planung zunächst vorangetrieben. Drei Jahre lang haben Runde Tische und Bürgerinformationen stattgefunden, aber seit 2016 ist das Thema in der Öffentlichkeit nicht mehr wahrnehmbar.

Auf Nachfrage beim städtischen Presseamt bestätigte Andrea Schulte: „Die Planung für den Holzlarer See – also die Umleitung des Holtorfer Baches und die Absenkung des Sees beziehungsweise des Hochwasserrückhaltebeckens – ist nach wie vor aktuell und soll umgesetzt werden.“ Da warte die bauausführende Behörde auf die wasserrechtliche Genehmigung durch die Untere Wasserbehörde – ebenfalls im Stadthaus angesiedelt. Diese befinde sich aber aktuell in der finalen Phase. „Sobald die Genehmigung vorliegt, kann die Abstimmung mit dem Ingenieurbüro zur Baureifplanung beginnen“, erklärte Schulte dem GA. Wann die Bauarbeiten vor Ort in Holzlar beginnen, stehe derzeit noch nicht fest.

Es geht um den Schutz der Holzlarer Bürger

Nach intensiven Verhandlungen mit Fachleuten und Bürgern ist letztlich ein Kompromiss gefunden worden, um die ökologischen und hochwassertechnischen Defizite am Holtorfer Bach und am Holzlarer See beseitigen zu können. Wie von der Bezirksvertretung vor fast vier Jahren beschlossen, soll in einer ersten Phase der Abschnitt zwischen Bennerscheidweg aufwärts bis zum Zulauf des Holtorfer Bachs in das Hochwasserrückhaltebecken „Holzlarer See“ naturnah umgestaltet und offen gelegt werden. Der Hochwasserschutz ist nach den teils katastrophalen Erfahrungen mit Starkregen in den vergangenen Jahren immer mehr in den Fokus gerückt. Dabei geht es vor allem um den Schutz der Holzlarer Bürger

Zur ökologischen Aufwertung sollen See und Bachlauf natürlich umgestaltet werden, um beispielsweise Wasserorganismen auch eine Wanderung bachaufwärts zu ermöglichen. Konkret heißt das: Der Holtorfer Bach wird ab dem Vorbecken in ein neues, offenes Bett rechts des Wegs verlegt und am See vorbeigeleitet (wir berichteten). Bei Hochwasser sorgt eine Überlaufschwelle dafür, dass der Wasserüberschuss aus dem Bachbett in den Holzlarer See abfließen und dort zwischengespeichert werden kann. Die Wasserfläche des Holzlarer Sees beträgt derzeit 0,4 Hektar; sie wird auf ein Drittel verkleinert und soll zusammen mit weiteren Wasserbaumaßnahmen die Funktion des Hochwasserrückhaltebeckens und damit den Schutz erheblich verbessern.

Der See bleibt, wird aber verkleinert

Die beiden Betonrohre, in denen der Holtorfer Bach unter dem Bennerscheidweg weitergeführt wird, sollen zurückgebaut und durch zwei größere Durchlässe ersetzt werden. Dort schließt der Bachabschnitt, der renaturiert wird, an den noch natürlichen Unterlauf an. Konfliktpotenzial bestand darin, die von der Bezirksregierung Köln verlangten Anforderungen an den Hochwasserschutz und die Wasserqualität zu erfüllen, zugleich aber den Naherholungswert des Gebietes zu erhalten. In einem ersten Vorschlag sollte der Holzlarer See, der künstlich angelegt ist, verschwinden. Anwohner und Umweltschützer legten Einspruch ein. Der Kompromiss: Der See bleibt, wird aber verkleinert und der Wasserspiegel auf rund einen Meter abgesenkt. Er wird derzeit durch den Holtorfer Bach und teils durch Oberflächenwasser und Abwasser bei Starkregen aus dem parallel laufenden Kanal von Niederholtorf gespeist.

Der Stadt zufolge wird der Umbau des Wassersystems Holzlarer See 1,04 Millionen Euro kosten. Das Tiefbauamt hat einen Förderantrag bei der Bezirksregierung gestellt. Erreichbar für die Verbesserung des Hochwasserschutzes ist eine 60-prozentige Förderung, für die Verbesserung der Durchgängigkeit nach Wasserrahmenrichtlinie (also Ökologie) ein 80-prozentiger Fördersatz möglich.