Bauprojekt an der Siegburger Straße

Gegenüber der Ausfahrt Pützchen wird ein Supermarkt gebaut

Auf dem freien Grundstück zwischen Autobahn und Abfahrt Pützchen (links) soll ein Supermarkt errichtet werden. Die Abfahrt wird zu einem Kreisel umgebaut.

Auf dem freien Grundstück zwischen Autobahn und Abfahrt Pützchen (links) soll ein Supermarkt errichtet werden. Die Abfahrt wird zu einem Kreisel umgebaut.

Beuel-Ost. Seit zehn Jahren ist die Ten Brinke Group Eigentümerin der Festwiese an der Siegburger Straße in Beuel. Jetzt hat sie Pläne für das Areal vorgelegt. Ein Kreisel soll Staus verhindern.

Das hatte wahrscheinlich kaum noch jemand auf dem Schirm: Die freie Fläche gegenüber der Ausfahrt Pützchen, wo sonst einige Wochen im Sommer ein Zirkus steht oder während des Festivals Green Juice Autos parken, wird bebaut. Bereits vor zehn Jahren hat die Ten Brinke Group, die derzeit das GIZ und das Maximilian-Center am Bonner Hauptbahnhof baut, die Grundstücke gekauft. Sieben Eigentümer, darunter eine Erbengemeinschaft, mussten die Planer an einen Tisch unter einen Hut bringen.

„Das schwierigste aber waren die Abstimmungen mit den vielen Behörden“, sagt Projektleiter Moritz Tank. Wer sich an frühere Debatten in der Bezirksvertretung erinnert, weiß, dass auch schon bei der dortigen Wohnbebauung einige Hürden zu umschiffen waren. Stets ging es um die Zufahrt. Und das galt bisher ganz besonders für das unmittelbar an der Autobahn gelegene Areal. „Straßen.NRW wollte partout keine Erschließung über die Siegburger Straße, was auch durchaus nachvollziehbar ist“, so Tank weiter.

Denn wenn es mit dem Verkehr auf diesem Stück der Siegburger Straße klemmt, dann hat das unmittelbare Wirkung auf die Autobahn. „Dann staut es sich auf der Abfahrt und auf der Fahrstrecke selbst. Das weiß man schon von Pützchens Markt“, so der Projektleiter. Doch das Problem lässt sich aus der Welt schaffen; es gibt eine Lösung: „Wir werden einen Kreisel an der Abfahrt zur Siegburger Straße bauen.“

Damit war der gordische Knoten durchschlagen, und die konkrete Planung für das freie Grundstück konnte endlich losgehen. Die Ten Brinke Group wird an dieser Stelle einen sogenannten Vollsortimenter bauen. Nach derzeitigen Planungen ist ein Rewe-Markt vorgesehen. Das sei auch von der Politik so gewünscht gewesen, sagt Tank. „Das wird eine aufwendige Maßnahme, aber es wird sich für alle Seiten lohnen.“

Pläne in der Bezirksvertretung

Andrea Schulte vom städtischen Presseamt bestätigte die Pläne. „Der Investor wird für dieses Areal einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan aufstellen, und die Verwaltung wird in einer der nächsten Sitzungen der Fachgremien eine Beschlussvorlage vorlegen.“ Die Pläne würden zunächst in der Bezirksvertretung Beuel und dem Planungsausschuss vorgestellt und gingen dann in die Bürgerbeteiligung.

Auch der Bau des Kreisels sei mit der Stadt Bonn und insbesondere der Landesbehörde Straßen.NRW abgestimmt worden. Es sei „grundsätzlich Zustimmung signalisiert“ worden, sagte Schulte. Details müssten aber noch vertraglich geklärt werden.

Marlis Hess vom Landesbetrieb.NRW, Niederlassung Euskirchen, bejaht die Frage nach einer Einigung über einen Kreisverkehr an der Ausfahrt Pützchen. „Wir sind länger mit den Investoren im Gespräch. Es wurden mehrere Verkehrsgutachten erstellt, die bei allen möglichen Szenarien Rückstaus auf der Abfahrt bis zur Autobahn prognostizierten.“ Als einzige vernünftige Lösung habe sich ein Kreisel erwiesen. Indes impliziere das nicht, dass die Anschlussstellen Pützchen in Zukunft auch blieben, sagte die Verkehrsplanerin.

Politik war frühzeitig beteiligt

Eine endgültige Entscheidung über die Auf- und Abfahrten nach der Realisierung des Maarstraßenanschlusses gebe es nicht. Man wollte aber auch dem Investor ermöglichen, sein Projekt umzusetzen.

Die aktuellen Pläne kenne er nicht, sagte Beuels Bezirksbürgermeister Guido Déus. Das Thema stünde aber immer wieder auf der Agenda der zu klärenden Projekte. „Die Beueler Politik war schon in einer sehr frühen Phase eingebunden“, so Beuels stellvertretender Bürgermeister Ralf Laubenthal (SPD). „Ein Supermarkt an dieser Stelle macht Sinn. Das ist für die anliegenden Wohnsiedlungen hochattraktiv. Wir haben nur stets darauf hingewiesen, dass allein das Verkehrsproblem gelöst werden muss.“