Kurz vor der Fertigstellung

Frank Thelen spendet 10.000 Euro für Beueler Skatepark

Frank Thelen hat's noch drauf: Der erfolgreiche Bonner Investor stand in der Jugend selbst viel auf dem Skateboard.

Frank Thelen hat's noch drauf: Der erfolgreiche Bonner Investor stand in der Jugend selbst viel auf dem Skateboard.

Limperich. Der Skatepark in der Beueler Rheinaue steht kurz vor der Fertigstellung. Offizielle Eröffnung ist am 4. August. Unterstützung bekamen die Initiatoren am Donnerstag von Frank Thelen, der 10 000 Euro für Bau der Anlage spendet.

Sneaker, lässige Stoffhose, Thrasher-T-Shirt – so kam Frank Thelen am Donnerstag zu seinem 10-Uhr-Termin. Lackschuhe, Anzug und Krawatte hätten aber auch nicht gepasst auf der Baustelle zum Skatepark in Limperich, für dessen Fertigstellung der erfolgreiche Bonner Unternehmer mal eben 10000 Euro spendete. Denn, so sagte er, diese Freizeitbeschäftigung, die immerhin demnächst olympisch wird, habe ihm viel fürs Leben gegeben.

„Skateboarding war in meiner Jugend sehr wichtig“, so der 42-Jährige. Hinfallen und wieder aufstehen, den Grenzbereich der eigenen Fähigkeiten ausloten: Das habe Kraft für das spätere Berufsleben gegeben, vor allem in der Zeit in den 90er-Jahren, als er beinahe in die private Insolvenz ging. Und nicht zuletzt wollte er seinen Freund Philipp Nehren unterstützen, erster Vorsitzender des Vereins Subculture Bonn, der auch die Halfpipe in den Rheinauen betreibt und an deren Entstehung Thelen auch beteiligt war.

Thelen war die 200 Meter Luftlinie von seinem Büro am Bonner Bogen gekommen, um sich den Baufortschritt anzuschauen. Auf der Anlage ist die Firma „Anker Rampen“ dabei, die letzen Beton- und Teerarbeiten für den ersten Bauabschnitt „Street Skate“ fertigzustellen. Alles Handarbeit, oder „geshaped“, wie es Subculture-Mitglied André Langhein nannte. Das Teeren sei eine Kunst für sich, sagte er, gerade bei freihandgebauten Anlagen. Sprich: Die Betonbahnen werden nicht vorab gegossen, sondern vor Ort angefertigt. Die Mitarbeiter wissen ihm zufolge, was sie tun: Sie sind allesamt selbst Skater.

Gesamtkosten belaufen sich auf 864 000 Euro

Der Beton sei ein bisschen teurer als gedacht, sagte Nehren. „Wir zahlen hier in der Region den dreifachen Preis wie er normalerweise aufgerufen wird.“ Der Beton werde speziell für die Bahn angerührt und mit Pigmenten versehen, um eine schwarze Färbung zu erreichen. „Das macht nicht jedes Werk.“ Insgesamt wird die Anlage 864 000 Euro kosten, 290 000 Euro werden für die beiden weiteren Bauabschnitte – „Bowl“ und „Pumptrack“ – noch benötigt.

Thelens Spende kam Nehren deshalb natürlich sehr gelegen. „Sie soll auch eine Signalwirkung für andere Unternehmen haben.“ Wenn die Anlage fertig sei, habe man in Bonn „einen der besondersten Skateparks in Deutschland“, sagte Nehren. Denn der ist grün, modern, hat ein eigenes Vereinsheim mit Café und kann vor allem kostenfrei genutzt werden. Finanziert wird er über Getränke- und Snackverkauf sowie Mitgliedsbeiträge. Deshalb werden natürlich auch Mitglieder gesucht. Der Verein arbeitet eng mit dem Titus Skateshop Bonn zusammen, dessen Inhaber Peer Raehmel – Kassenwart bei Subculture Bonn –- eine kleine „Bord-Bar“ für Ersatzteile im Park einrichten will, und will auch mit dem Verein für Behindertensport eine Kooperation für ein Bewegungsprogramm eingehen. Außerdem sollen BMX-Fahrer auf ihre Kosten kommen.

Im Lauf der nächsten Woche erfolgt noch der Feinschliff, dann kann sich das Skatepark-Team an die Vorbereitungen für die Eröffnung am 4. August machen. Von 12 bis 22 Uhr gibt es Skate-Action, Musik, Essen und Trinken und eine Überraschung, über die Nehren jedoch noch nichts verraten wollte.