Kommentar zur Quartiersentwicklung Beuel

Fokus auf die Halle Beuel

Kreative Köpfe diskutieren unter Leitung von Werner Koch (4. v. l.) über die Zukunft des Stadtbezirks Beuel.

Kreative Köpfe diskutieren unter Leitung von Werner Koch (4. v. l.) über die Zukunft des Stadtbezirks Beuel.

Beuel. Die im November vergangenen Jahres gegründete Initiative Kreativquartier Beuel ist jetzt mit einer Art Ideenkatalog an den Start gegangen. Den Auftakt macht ein "Markt der Möglichkeiten".

Der Anfang ist gemacht – die Initiative Quartiersentwicklung Beuel ist am Start. Dieses Signal ist für den Stadtbezirk alleine schon deshalb wichtig, damit die bislang gesammelten guten Ideen auch realisiert werden. Denn darauf warten die Beueler jetzt – nach all den vielen Ankündigungen der vergangenen Monate. Die Entscheidung, sich nicht nur um die Zukunft des Geländes „Halle Beuel“ kümmern zu wollen, sondern Verantwortung für die Entwicklung des gesamtes Stadtbezirks zu übernehmen, ist löblich. Aber diese Neuausrichtung birgt die Gefahr, sich in den weit verzweigten Strukturen Beuels aufzureiben.

Die Initiative muss das große Ganze im Blick behalten, aber erst einmal den Fokus auf das städtische Areal an der Siegburger Straße richten. Die Zusammenhänge und die Historie Beuels sind für anstehende Einzelentscheidungen nahezu Voraussetzung. Ein fiktives Beispiel: In Beuel eine dritte Spielstätte für Kinder- und Jugendtheater zu etablieren, wäre wenig sinnvoll. Mit dem Jungen Theater und dem Theater Marabu gibt es bereits zwei Adressen in Beuel, die hervorragende und weit über die Grenzen Bonns anerkannte Theaterarbeit leisten. Also: Nischen müssen besetzt werden, um das Gesamtangebot im Stadtbezirk aufzuwerten.

Und auf diesem Feld gibt es Nachholbedarf. Auf den Freiflächen und in den Fabrikhallen rund um das Pantheon-Theater sind viele Angebote denkbar: Flohmärkte, Ausstellungen, Open-Air-Konzerte, Fahrradmarkt, Szenetreff für Jugendliche, Gastronomie und so weiter. Die Chancen der Initiative stehen gut, denn sie kann in Rücksprache mit Politik und Verwaltung direkt tätig werden – ohne auf Gutachtervorschläge und langwierige Bürgerbeteiligungsverfahren warten zu müssen. Wie gesagt: Beuel – allen voran der Beueler Osten – wartet darauf, dass Taten folgen.