Bücherfrühling in Beuel

Fee träumt von einem Haus auf einer Wolke

Wie unterschiedlich Menschen weltweit wohnen, damit beschäftigen sich Erstklässler in der Bezirksbibliothek.

BEUEL. "Wohnst Du noch oder lebst Du schon?" fragte das Kinder-Kram-Team der Bezirksbibliothek Beuel

BEUEL. Fee hat ganz genaue Vorstellungen davon, wie sie am liebsten wohnen möchte. "Auf einer Wolke", erzählt sie. "Darauf steht ein weißes, weiches Schloss und ich kann immer auf die Erde schauen." Anton hat mit so viel Romantik nichts am Hut und sieht es eher praktischer. "Ich würde am liebsten in einem Wohnwagen leben. Dann könnte ich immer dahin fahren, wo es schön warm ist und so lange bleiben, wie ich will." Zusammen mit ihren Klassenkameraden der 1b der Paul-Gerhardt-Schule waren Fee und Anton im Rahmen des Beueler Bücherfrühlings gestern anstatt in ihre Klasse in die Bezirksbibliothek gekommen. Unter dem Motto "Wohnst Du noch oder lebst Du schon?" hatte das Kinder-Kram-Team gemeinsam mit der Leiterin Verena Reuter eingeladen.

Dabei gibt es so viele unterschiedliche Wohnmöglichkeiten. "In einem Haus, in einem Wolkenkratzer, im Zelt, in einer Holzhütte, in einem Baumhaus, in einer Höhle, auf einem Hausboot ..." antworteten die Sechsjährigen auf die Frage von Cordula Dienst. Die ehrenamtliche Mitarbeiterin des Kinder-Kram-Teams der Bücherei hatte die Aktion vorbereitet. "Die Kinder sollen anhand von Karten und Bildern erfahren, dass es auf der Erde ganz unterschiedliche Wohnsituationen gibt. Traumschlösser ebenso wie Wellblechbuden." Deshalb lenkte sie den Blick der Erstklässler erst einmal auf eine Landkarte. "Viele Bäume und viele Flüsse sehe ich", beschrieb Mia die Deutschland-Karte, die Cordula Dienst zeigte. Anders als in Afrika. "Hier wächst ja gar nichts, überall gibt es nur Steine und es sieht aus, als ob es sehr heiß ist", meinte Mika dann bei einem anderen Bild. "Genau", lobte Cordula Dienst "ihre" Schüler an diesem Vormittag. "Denn die Wohnsituation der Menschen hängt immer auch mit der Umgebung zusammen, in der sie leben."

Anschaulich wurde das auch bei einem Spiel: Die Pädagogin teilte den Raum in zwei gleich große Hälften. "Das eine ist Norwegen, das andere China", erklärte sie. "Zwei Kinder stellen sich in Norwegen auf, aber 12 in China", forderte sie auf. "Ätsch, wir hier in Norwegen haben viel mehr Platz und können uns große Häuser bauen", meinte ein sechsjähriger "Norweger". "Aber wir können nur noch Hochhäuser bauen, damit wir alle Platz haben. Oder ganz, ganz kleine Hütten."

Bevor es wieder in die Schule ging, gab Cordula Dienst den Kindern noch eine Aufgabe auf. "Wir würden uns freuen, wenn ihr uns Bilder von euren Traumhäusern malt. Die stellen wir dann hier in der Bibliothek aus."