Kunstrasenplatz

FV Preußen Bonn zahlt Kleinspielfeld selbst

Jugendtrainer Udo Lindenlaub und der 2. Vorsitzende Norbert Regber am Aschenplatz in Schwarzrheindorf.

Jugendtrainer Udo Lindenlaub und der 2. Vorsitzende Norbert Regber am Aschenplatz in Schwarzrheindorf.

Schwarzrheindorf. Ab Herbst spielt der Verein FV Preußen Bonn auf Kunstrasen. Die Fußballer freuen sich auf das neue Spielfeld und greifen für ein weiteres Feld in die eigene Tasche.

Vorfreude ist schön. Noch größer aber wird die Freude sein, wenn der Fußballverein (FV) Preußen Bonn 1912 voraussichtlich ab Herbst auf einem Kunstrasenplatz spielen kann. Nach der der Bezirksvertretung Beuel hat jetzt auch der Sportausschuss grünes Licht dafür gegeben. Bis dahin war Geduld gefragt. Der Sache drohte eine Hängepartie. Eigentlich sollte die Bezirksvertretung schon im Oktober vergangenen Jahres entscheiden.

Doch sie kassierte die Beschlussvorlage. Die Verwaltung hatte lediglich den Bau eines Kunstrasenplatzes vorgesehen. Unterdessen hatten auch umliegende Schulen Wünsche angemeldet – für eine 100-Meter-Bahn und eine Sprunggrube – damit Sportunterricht auch unter freiem Himmel stattfinden kann. Und wenn schon, wollte der FV noch ein Kleinspielfeld. Das bekommt er auch, muss es aber aus eigener Tasche zahlen.

Jetzt hatte die Verwaltung es eilig. Eine Beschlussfassung sei noch im Februar erforderlich, damit der Zeitplan bis zur Fertigstellung im Herbst eingehalten werden kann. Statt der ursprünglich angesetzten Rechnung von 692 500 Euro nur für den Kunstrastenplatz, kostet die größere Anlage 832 100 Euro. Die Finanzierung soll aus Haushaltsausgaberesten aus dem Jahr 2017 erfolgen. Das Kleinspielfeld wird mit etwa 107 000 Euro veranschlagt.

Ascheplatz bedeutete Wettbewerbsnachteil

Dass nur die Mindestgröße eines Fußballfeldes von 60 mal 90 Metern gebaut wird, stört den Vereinsvorsitzenden Jens Müller überhaupt nicht. „Größer war das alte auch nicht. Hauptsache das Feld ist nach Regen kein schlammiger Acker mehr wie es bisher war.“ Auch die Verwaltung war zu der Erkenntnis gekommen, dass der Sportplatz sich in einem schlechten Zustand befindet. Bevor aber Kunstrasen aufgelegt wird, muss auch die Tragschicht ausgetauscht werden.

„Ein Ascheplatz ist mittlerweile ein Wettbewerbsnachteil. Hobby-Spieler suchen sich Vereine mit Kunstrasenplatz“, sagt Müller. 250 Mitglieder verzeichnet er derzeit – Tendenz absehbar steigend. Die erfolgreichste Zeit hatte Preußen 1912 in den 70er Jahren. Die erste Mannschaft spielte in der Bezirksliga. Heutzutage wetteifern die Mannschaften in der Kreisliga D. „Bei uns stehen Spaß und Zusammenhalt im Vordergrund.“

Wie will der Verein das Kleinspielfeld finanzieren? 107000 Euro sind keine Kleinigkeit. Müller: „Wir haben viele Ideen, aber noch keinen konkreten Finanzierungsplan. Außerdem stehen die genauen Kosten noch nicht fest. In zehn Jahren soll das Spielfeld bezahlt sein. Wir werden mit der Verwaltung sprechen, welche Möglichkeiten es gibt, Fördergelder zu bekommen. Außerdem wollen wir über den Landessportbund einen Kredit aufnehmen. Und alle im Verein wollen helfen.“ Im nächsten Schritt soll der Mitgliederbeitrag von monatlich sechs auf acht Euro angehoben werden. Der Vereinsvorstand denke über Kunstrasen-Patenschaften nach. Einnahmen gebe es außerdem durch den Verkauf von Waffeln, Pommes und Getränken bei den Spielen.

Weitere Informationen auf fvpreussenbonn.de