Marktschule in Pützchen

Eine ganze Schule voller Trommler

Da ging die Post ab: Als Affen und Giraffen traten diese beiden Gruppen an, und es gab noch zwei weitere Trommelgruppen.

Da ging die Post ab: Als Affen und Giraffen traten diese beiden Gruppen an, und es gab noch zwei weitere Trommelgruppen.

Pützchen. Die Projektwoche und ein Musik-Professor aus Togo begeistern Schüler, Lehrer und Eltern.

Eine Projektwoche, die kein Schüler je vergessen wird, erlebten die Kinder der Marktschule in Pützchen in der letzten Woche. „Eine Reise ins Trommeldorf“ hieß das magische Thema, das die Kinder in die afrikanische Welt eintauchen ließ.

90 Affen, 90 Elefanten, 90 Gazellen und 90 Giraffen präsentierten am Ende ihren Eltern, Freunden und Angehörigen, was sie gelernt hatten – besser gesagt, 360 Kinder, eingeteilt in diese vier Tierarten. Doch was dabei abging, welche Lebensfreude vermittelt wurde, mit welcher Begeisterung die Kinder – und auch die Eltern – bei der Sache waren, das musste man erlebt haben.

„Wir hatten aus anderen Schulen vom „Trommelzauber“ gehört und waren sehr angetan davon“, erklärte Schulleiterin Sabine Brögger. Nach Absprache mit den Eltern wurde bereits vor einem Jahr diese Projektwoche gebucht. Ab Montagmorgen übernahm Thomas Soukou, Professor für Musik aus Togo, das Kommando. Für jedes Kind hatte er eine eigene Trommel dabei.

Schneller als jeder Lehrer dies vermag, hatte er die Kinder in seinen Bann gezogen. 360 Schülern gab er zuerst die Leitlinien für die Woche vor, und alle zogen widerspruchslos mit. Man muss es sich vorstellen: 360 Kinder trommeln und mit seinem Zeichen kommt der letzte Ton – und dann ist Schluss. Kein Ton danach, sondern Stille.

„Wie viele Kinder in der Halle sind, ist nie ein Problem, es klappt immer“, erklärt Soukou selbstbewusst. Wenn man ihn gesehen hat, die Dynamik, Lebensfreude und das Bewegungsgefühl, versteht man sofort, dass sich ihm niemand entziehen konnte.

In vier Tagen studierte er mit allen Klassen Trommeln, Rhythmusgefühl, afrikanische Lieder und Tänze ein. Die Kinder wurden in die vier Tiergruppen eingeteilt, jede Gruppe durfte typische Tänze aufführen. Um sich als Gruppe zu präsentieren, bastelten sich alle den passenden Kopfschmuck.

Am Freitag war Generalprobe, und am Samstag passte alles perfekt zusammen. Den Besuchern wurde eine Reise nach Afrika bis in ein Dorf im tiefsten Busch präsentiert – eben das Trommeldorf. Ob bei den Liedern oder Tänzen, auch beim Applaus, es stand immer das Trommeln im Vordergrund. Verblüffend, was die Kinder in so kurzer Zeit gelernt haben.

Aber genauso verblüffend war es, was die Eltern in dieser Woche gelernt hatten. Beim „Elternabend einmal anders“ bekamen sie ebenfalls eine Einführung ins afrikanische Trommeln, Singen und Tanzen. Und so konnten sie ihren Kindern zeigen, welche afrikanischen Talente in ihnen schlummern.

„Jeden Morgen haben sich in der ersten Schulstunde alle Kinder und Lehrer in der Turnhalle getroffen, was sehr zum Gemeinschaftsgefühl und zur Begeisterung in der Schule beigetragen hat“, meinte Sabine Brögger.