Charity-Aktionen

Ein Tag für benachteiligte Kinder auf Pützchens Markt

PÜTZCHEN. Der Verein „Pützchens Markt hilft“ lädt mit den Schaustellern benachteiligte Kinder zum Kirmesbesuch auf Pützchens Markt ein. Die Mitglieder der Schützenbruderschaft Sankt Sebastianus sammeln beim Köttzug über das Marktgelände.

„Fünf Jahre“, vermutete eines der Kinder. Pfarrerin Bettina Gummel spielte am Montagmorgen für die Besucher der Aktion „Pützchens Markt hilft“ die Heilige Adelheid und nachdem sie ihre Augen mit Wasser benetzt hatte, fragte sie in die Runde, wie lange es das Brünnchen, dem augenheilende Kräfte zugesprochen werden, denn wohl schon gebe. Zehn, 50, 100 und 1000 Jahre lauteten die weiteren Antworten, mit denen sich die Besucher langsam an das richtige Datum herantasteten. Im Jahr 1005 soll es im Rheinland ähnlich trocken gewesen sein wie in diesem Jahr: Daher, so erzählt es die Legende, soll die Äbtissin ihren Stab an der Stelle des Brünnchens in die Erde gerammt und so die noch heute sprudelnde Quelle geschaffen haben.

 

Nicht ganz so lange, erst seit dem Jahr 1958, sammeln die Schausteller auf dem Jahrmarkt alljährlich Spenden, um benachteiligten Kindern sowie behinderten und alten Menschen einen ganz besonderen Kirmesbummel zu ermöglichen. „Zuerst geht es zum Brünnchen und dann auf Pützchen“, lautet ja die Devise des Jahrmarkts und die rund 750 Teilnehmer – rund ein Drittel von ihnen Betreuer – hatten sich auch dieses Jahr zunächst gegen halb elf rund um das Brünnchen versammelt.

Dort verfolgten sie die Begrüßung der evangelischen Pfarrerin und ihres katholischen Kollegen Pater Tijo George Thannickal, bevor sie sich auf den Rundgang über das Festgelände begaben. Gute zwei Stunden zogen Kinder und Senioren, Behinderte und Nichtbehinderte, Rollstuhlfahrer und Spaziergänger gemeinsam zwischen „Vodoo Jumper“, „Geistervilla“ oder „Hawaii-Swing“ umher: Für die Besucher wurde auch die Ein- und Aussteigezeit individuell verlängert: „So kann jeder sicher Ein- und Aussteigen – auch mithilfe der Betreuer“, erklärte Mitorganisator Manfred Krahe vor Beginn.

Einnahmen für soziales Engagement

Ab 13 Uhr traf man sich dann im Bayernzelt zum gemeinsamen Feiern. Micky Nauber, Frontmann der Kölner Mundartband Domstürmer, begleitete die Kinder bei ihrem Rundgang. Vom Verein „Pützchens Markt hilft“ erhielt der Sänger eine Spende in Höhe von 3000 Euro. Das Geld gibt er an den Bunten Kreis Rheinland in Bonn, der Familien mit einem chronisch, schwerstkranken oder frühgeborenen Kind hilft, den Alltag zu meistern.

Noch ein paar Jahre länger als den ursprünglich als „Verein zur Förderung von Alten, Behinderten, Kindern und Waisen auf Pützchens Markt“ gegründeten Verein, gibt es die Hilfsaktion der Pützchener Schützenbruderschaft Sankt Sebastianus: Mit den Einnahmen aus ihrem Köttzug finanzieren die Brüder ihr soziales Engagement. Die Truppe – musikalisch begleitet vom Tambourcorps „In Treue Fest“ aus Siegburg-Wolsdorf zieht dabei über das Marktgelände und bittet mit Spendenbüchsen Marktbesucher und Schausteller um Spenden. Immer wieder wird dabei Halt gemacht und die Jungschützen schwenken zur Freude der Marktbesucher und Schausteller das „Fändel“ genannte Schützenbanner. Mit dem gesammelten Geld werden die Senioren des Ortsteils zu Weihnachten mit einer Präsenttüte überrascht und am Namenstag des Heiligen Sebastianus im Januar die beiden Kindergärten und die Marktschule besucht.