Kirmes in Ramersdorf

Ein Olympiasieger im Schürreskarren

Da hat der frischgekürte GA-Sportler des Jahres Spaß: Goldjunge Max Rendschmidt (Bildmitte) sitzt auf dem Schürreskarren, dessen Reifen allerdings schon ziemlich platt sind.

Da hat der frischgekürte GA-Sportler des Jahres Spaß: Goldjunge Max Rendschmidt (Bildmitte) sitzt auf dem Schürreskarren, dessen Reifen allerdings schon ziemlich platt sind.

Ramersdorf. So kann's gehen: Goldjunge Max Rendschmidt lässt sich bei einem Gaudi-Wettkampf in Ramersdorf kutschieren und wird von Bruder Tim besiegt.

Auch ein Spitzensportler kann nicht immer alles haben im Leben: Max Rendschmidt hat zwar zweifaches Gold bei der Olympiade in Rio geholt, aber zum Sieg beim Schürreskarren-Rennen im Ramersdorf hat es am Wochenende nicht gereicht.

Aber der Reihe nach: Während andere Kirmesfeste so dahindümpeln und nicht mehr als eine Bierbude aufgeboten wird, war in Ramersdorf jede Menge los. Der Höhepunkt war eben jenes Schürreskarren-Rennen der Junggesellen, das mit dem Gold-Kanuten Max Rendschmidt einen prominenten Teilnehmer hatte: Der gerade erst zum GA-Sportler des Jahres gekürte Ramersdorfer trat an und ließ sich von Karl Heinz Richard über den Parcours kutschieren.

Das Team wurde allerdings nur Zweiter: Gewonnen haben Tim, der jüngere Bruder von Max, und Paul Wenzke, die damit das Motto: „Olympiasieger geschlagen“ in die Schlagzeilen brachten. Allerdings: Die Schürreskarre, die Richards schob, sah schwer danach aus, als wäre der Reifen ohne Luft.

Dass in Ramersdorf die Kirmes wieder „in“ ist, haben die Bürger einigen traditionsbewussten Organisatoren zu verdanken. So schlossen sich Bürgerverein, Damenkomitee, Dilledöppchen, Junggesellen, Ramersdorfer Junge und der Verein der ehemaligen Maikönige zum „Ramersdorfer Schüüreclub“ zusammen. Karl Heinz Richarz, Wilfried Mermagen, Sabine Gerwing und Thomas Raderschall sind die treibenden Kräfte dahinter, die der Veranstaltung den Namen „Ramersdorfer Schüürekirmes“ gaben, wozu am Samstagabend, zum Dämmerschoppen, gut 400 Besucher kamen.

Obwohl die Kirmestage traditionell Samstag/Sonntag sind, hatte die Kirmes schon eine Woche vorher begonnen, als die „1. Ramersdorfer Paiastaufe“ stattfand – ein Kirmesmann wurde geboren. Mit einer zweiten Neuerung warteten die Organisatoren zum Start der eigentlichen Kirmestage auf: Anböllern durch die „1. Bonner Böllerschützen“. Deren Böllerei war mit Sicherheit nicht nur in Beuel oder Oberkassel, sondern auch in Bonn zu hören. Den Höhepunkt am Sonntag bildet neben dem Schürreskarren-Rennen auch das Hahneköppen, bei dem ein Gummihahn mit einem Hieb erwischt werden musste.