Interview mit Elisabeth Pitsch

Ein Gottesdienst für Verliebte zum Valentinstag

Gemeindereferentin Elisabeth Pitsch berichtet über die Wortgottesfeier zum Valentinstag.

Gemeindereferentin Elisabeth Pitsch berichtet über die Wortgottesfeier zum Valentinstag.

Bonn. Unter dem Motto „Wenn die Liebe Dir winkt, folge ihr“ lädt die Kirchengemeinde St. Maria und St. Clemens anlässlich des Valentinstages zu einem Gottesdienst für Liebende und Verliebte in die Doppelkirche Schwarzrheindorf ein.

Am 14. Februar dreht sich alles um die Liebe und um den Märtyrer Valentinus. Er soll als Priester trotz Verbots Paare nach kirchlichem Ritus getraut haben. Auf Befehl von Kaiser Claudius wurde Valentin am 14. Februar 269 enthauptet. Heute noch feiern Kirchengemeinden rund um diesen Tag Gottesdienste, in denen Paare gesegnet werden oder sich gegenseitig segnen. Unter dem Motto „Wenn die Liebe Dir winkt, folge ihr“ lädt auch die Kirchengemeinde St. Maria und St. Clemens anlässlich des Valentinstages am Samstag, 17. Februar, um 19 Uhr zu einem Gottesdienst für Liebende und Verliebte in die Doppelkirche Schwarzrheindorf ein. Der GA hat dazu mit Gemeindereferentin Elisabeth Pitsch gesprochen.

Braucht Liebe immer noch kirchlichen Beistand?

Pitsch: Ich spreche lieber vom Beistand Gottes. Paare bitten um den Segen Gottes für das Gelingen ihrer Ehe. Sie spenden sich das Sakrament und der Priester oder der Diakon assistieren der Trauung.

Was sind heute die größten Herausforderungen für Paare?

Pitsch: Vertrauen, Mut, Treue und Zuversicht.

Seit wann werden in der Doppelkirche Gottesdienste zum Valentinstag gefeiert?

Pitsch: Wir sind dieses Jahr das erste Mal dabei. Ich habe mit Valentin gute Erfahrungen in anderen Gemeinden gemacht, wie zum Beispiel in der Hochschulgemeinde in Bonn.

Was ist besonders an diesen Messfeiern?

Pitsch: Wir begehen eine Wortgottesfeier, das heißt ohne Eucharistie. Das bietet mehr Raum für Paare, die keine enge Kirchen- oder Gemeindebindung haben, nicht zur Kirche gehören, weil sie ausgetreten oder nicht getauft sind oder eine andere Konfession beziehungsweise Religion haben. Die Wortgottesfeier lässt uns mehr Freiräume. Das Besondere ist die Vorbereitung durch Paare, die selbst in Beziehung leben und der Liebe in ihrem Leben mit ihren Kindern eine Chance geben.

Wer kommt in die Kirche? Frisch Verliebte oder eher langjährige Ehepaare?

Pitsch: Wer dieses Jahr kommt, wissen wir nicht. Gekommen sind in der Vergangenheit Paare unterschiedlichen Alters, von Studenten, die nicht verheiratet waren und Paaren, die länger als 25 Jahren zusammen sind. Es hat auch immer mit der Paardynamik zu tun. Wollen wir als Paar zum Ausdruck bringen, dass unsere Liebe aus Hoffnung und Zuversicht lebt und nicht nur von unserem eigenen Können und Wollen. Das Wesentliche wird immer dazu gegeben. Es ereignet sich und liegt nicht in unserer Verfügbarkeit.

Gibt es ein Patentrezept für eine glückliche Partnerschaft?

Pitsch: Wenn überhaupt, dann reden und miteinander in Kontakt bleiben! Harmonie und Glück in der Partnerschaft sind nicht immer anwesend. Sie sind kein Dauerzustand. Es ist wichtig, den inneren Faden nicht zu verlieren, wenn die Beziehung schwierig und belastet wird.

Wie sieht es konkret in Ihrem Seelsorgebereich aus? Steigt die Zahl der Hochzeiten wieder?

Pitsch: Tendenziell ja. Die Doppelkirche ist ein beliebter Hochzeitsort. Dort heiraten auch viele Paare, die nicht hier in Beuel leben. Wir hatten in den Jahren 2016/2017 50 Trauungen im Seelsorgebereich. In Schwarzrheindorf gaben sich 30 Paare das Ja-Wort.

Was geben Sie Paaren am Ende des Gottesdienstes mit auf den Weg?

Pitsch: Trau dir, trau dem oder der anderen, folge dem Wink der Liebe, habt Mut, behaltet den Humor und lacht viel. Durststrecken gehören zum Leben, egal wie und mit wem wir leben. Das Leben ist anstrengend genug. Vertraut auf die Zusage Gottes: „Ich bin bei euch alle Tage“, „Wo zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind, bin ich mitten unter euch...“