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"Tag des offenen Denkmals" in Beuel
Eiche - das Holz aus dem Bauträume wahr werden
Von Ariane Fries
BEUEL. Am Tag des offenen Denkmals haben auch die Holzlarer Mühle und Burg Lede teilgenommen. Holzexperten und Künstler erklärten den Besuchern, warum Eiche zu den langlebigsten und robustesten Baumaterialien gehört.
"Eiche war früher das Baumaterial der wohlhabenderen Gesellschaft", weiß Marcus Wald, Tischlermeister. "Wegen seiner Langlebigkeit und Stärke war es eben auch besonders teuer."
Der Holzexperte stand am Sonntag am Tag des offenen Denkmals, an dem auch die Holzlarer Mühle teilnahm, den Besuchern für viele Fragen rund um das Thema Holz zur Verfügung. Dabei lernten sie, dass eben Eichenholz zu den stärksten, aber auch teuersten Rohstoffen gehört. Denn diese Holzart wächst auch nicht so schnell nach, wie eben Nadelhölzer.
Das Mühlenrad der Holzlarer Mühle besteht aus jenem Rohstoff. "Das heißt nun aber nicht, dass der Müller, der die Mühle einst betrieb, besonders wohlhabend war", erklärte Gaby Zimmermann, Vize-Vorsitzende im Verein "Holzlarer Mühle". "Nein, dabei ging es wohl weniger um Luxus, sondern um sinnvolles Bauen", pflichtet Wald ihr bei.
Zwar dreht sich das derzeitige Rad "erst" seit 20 Jahren an der Mühle, aber es könne davon ausgegangen werden, dass der Müller auch Eiche als Material nutzte, so Zimmermann: "Der ganze Mühlenstuhl ist aus Eiche gebaut", betonte Zimmermann. Das habe der Verein eigens prüfen lassen.
Mit dem weniger teuren und dem vergleichsweise unbeliebten Material Fichtenholz arbeitet Michou Osterwald. Sie fertigt mit alten Holzbohlen aus dem Gerüstbau Kunstwerke. Zum Beispiel unterschiedliche Kästen, die sie aufeinander stapelt. Das gebrauchte Holz schleift sie ab, bearbeitet es mit Blattgold und Kaseinfarben - vereinfacht beschrieben.
"Mir ist es wichtig, dass das Material gebraucht ist", erklärte die Künstlerin. "Da ist dieses Material der Arbeitsklasse einfach absolut ideal für." Schrottplätze seien einiger ihrer Quellen für ihr "Baumaterial". Die Südafrikanerin stellte ihre Werke nun im Rahmen des Tags des offenen Denkmals auf der Burg Lede aus.
"Allerdings mussten wir das Motto ein wenig entlehnen", gab Ralph Rainer Engel, Vorsitzender des Vereins der Freunde und Förderer der Burg Lede, zu. "Da die Burg nicht wirklich viel mit Holz zu tun hat." Denn die Burg steht auf einem Steinfundament und nicht wie es für Wasserburgen eigentlich üblich ist auf einem Fundament aus Holz. Also habe der Verein das Motto einfach künstlerisch verstanden und so den Tag in eine Ausstellung unterschiedlicher Künstler verwandelt. Da die südafrikanische Künstlerin mit deutschen Wurzeln aktuell in Deutschland ist, bot sich die Verknüpfung einfach an.
Artikel vom 10.09.2012
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