Baudenkmäler

Drei alte Wassertürme der besonderen Art

BEUEL. Viele Jahre war er begeisterter Modelleisenbahner. Als er dann eines Tages einen Wasserturm für seine Gleislandschaft baute, packte ihn die Begeisterung für diese Gebäude. Norbert Reppelmund machte sich kundig, knüpfte Kontakte in der Fachszene und schloss sich letztlich der Deutsch Internationalen Wasserturm Gesellschaft an.

Und da in Beuel drei optisch außergewöhnliche Wassertürme zu finden sind, besuchte jetzt der Verein auf einer seiner Jahrestouren die Bundesstadt. In Bonn wurde erstmals eine Jahreshauptversammlung der Gesellschaft abgehalten.

Reppelmund hatte die Visite gut vorbereitet, Unterkünfte und Veranstaltungsräume gebucht sowie die Besuche der Wassertürme fachlich aufbereitet. „Die Örtlichkeiten und Bauwerke sind vielen Beuelern bekannt, aber nicht jeder weiß, dass es sich dabei um ehemalige Wassertürme handelt“, erklärte Reppelmund in einem Gespräch mit dem GA.

Der Wasserturm der ehemaligen Zementfabrik am Ortsübergang von Ramersdorf nach Oberkassel ist sicherlich das bekannteste der drei Bauwerke, weil es eindeutig als Turm erkennbar ist. Er diente früher als Wasserspeicher bei der Zementherstellung.

Der nördliche Turm der Ramersdorfer Kommende wurde früher ebenfalls als Wasserturm genutzt, dieses Wasser allerdings wurde von den Bewohnern der Kommende getrunken. Es kam aus einem nahe gelegenen Brunnen und wurde von dort aus in den Wasserspeicher gepumpt.

Hinzugesellt sich auf dem Gelände des Beueler Güterbahnhofs der Backsteinturm der ehemaligen Kleinbahn Beuel-Großenbusch, wo Wasser für Dampflokomotiven gespeichert wurden.  „In Bonn existieren sechs Wassertürme, von denen noch zwei genutzt werden“, sagte der rüstige Rentner.

Als Löschwasserbehälter ist noch der Wasserturm auf dem Gelände der Uni-Klinik auf dem Venusberg in Betrieb. Auch auf dem Areal der LVR-Landesklinik am Kaiser-Karl-Ring steht noch ein funktionierender Wasserturm, ein ehemaliger Trinkwasserspeicher. Letzter im Bunde ist der alte Wasserturm in Schweinheim, ebenfalls als Speicher für Trinkwasser. Reppelmund ist stets auf der Suche nach alten Fotos von Wassertürmen.  

Wer welche besitzt, kann sich bei ihm melden unter der Telefonnummer 0228/467472.

Deutsch Internationale Wasserturm Gesellschaft

Der Verein sitzt in Dorsten und hat 65 Mitglieder. Ziel des Vereins ist es, die Bauwerke, die meistens nicht mehr der Wasserversorgung dienen, in das Bewusstsein der Bürger zu rücken. Dazu werden Publikationen herausgegeben, Ausstellungen angeboten, die Zeitschrift "Der Wasserturm" veröffentlich und eine Internetseite (www.wasserturm-gesellschaft.de) gepflegt.

 2008 wurde in Neustrelitz das Wasserturm-Museum eröffnet. In diesem Jahr feiert der Verein sein Zehnjähriges mit einer Tour im September nach Budapest. Wer Mitglied werden will, kann sich bei der Wasserturm Gesellschaft, Katharinenstraße 2 in 46282 Dorsten anmelden. Der Mitgliedsbeitrag kostet für Einzelpersonen 30 Euro, für Eheleute 50 Euro und für Firmen 100 Euro im Jahr.

Zur Person

Norbert Reppelmund ist 75 Jahre alt und wurde in Düsseldorf geboren. Seit 1984 wohnt er in Beuel. Zuerst arbeitete er als Berufsschullehrer, später als Technischer Sachverständiger im Bundeskanzleramt. Er ist Witwer und hat zwei Kinder. Seit 2004 ist er Mitglied in der Deutsch Internationalen Wasserturm Gesellschaft. Er arbeitet dort im Vorstand als Schriftführer.