Hans Steger, Erwin Kranz und Franz Neubauer

Drei Männer, eine Leidenschaft: Beuel

BEUEL. Sie waren Pioniere, Wegbereiter, Gestalter. Was sie einte, war die Liebe zu Beuel. Hans Steger, Erwin Kranz und Franz Neubauer haben sich über Jahrzehnte auf verschiedenen Arbeitsfeldern für die ehemalige Stadt Beuel, für die heutige Stadt Bonn und vor allem für den Stadtbezirk Beuel eingesetzt.

Sie waren so etwas wie das politische Dreigestirn Beuels. Was sie darüber hinaus verbindet: Alle drei wurden 1922 geboren und hätten in diesem Jahr ihren 90. Geburtstag gefeiert.

Einer der letzten noch Lebenden, der mit den drei kommunalpolitischen Schwergewichten über viele Jahre eng zusammen gearbeitet hat, ist Hans Lennarz. Der 78-Jährige erinnert sich: "Alle drei haben für Beuel gelebt. Der heutige Stadtbezirk trägt an vielen Stellen die Handschrift von Steger, Kranz und Neubauer. Sie hatten ganz unterschiedliche Qualitäten, aber im Zusammenspiel haben sie sich hervorragend ergänzt."

Lennarz erinnert daran, dass im Stadtbezirk die Namen der drei Politiker prominent vertreten sind: Das Hans-Steger-Ufer in Höhe der Kennedybrücke, die Erwin-Kranz-Halle des 1. BC Beuel an der Limpericher Straße und das Franz-Neubauer-Vereinsheim des TuS Pützchen am Rande des Marktgeländes.

Hans Steger wurde am 9. Februar 1922 in Vilich-Rheindorf geboren. Der gelernte Heizungs- und Lüftungsbauer war von 1951 bis 1969 Mitglied des Stadtrats von Beuel und von 1961 bis 1969 Bürgermeister der Stadt Beuel. Nach dem verlorenen Kampf um die Selbstständigkeit Beuels hat er sich ohne Zorn zur loyalen Zusammenarbeit mit Bonn bekannt und war nach der kommunalen Neugliederung des Raumes Bonn bis zu seinem Ausscheiden aus der Kommunalpolitik im Jahre 1989 Bürgermeister der Stadt Bonn.

Steger bestach durch seine Menschlichkeit. Bonns ehemaliger Oberbürgermeister Hans Daniels sagte einmal über seinen ersten Stellvertreter: "Hans Steger fand für jeden Menschen den richtigen Ton." Bescheidenheit, Gelassenheit und feinsinniger Humor waren seine Stärken. Gefragt nach seinem schönsten Erlebnis, antwortete Steger: "Ich habe mich immer gefreut, wenn die Leute über mich gelacht haben."

Für seine Verdienste ernannte ihn der Stadtrat 1989 zum Ehrenbürger Bonns, und der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker verlieh ihm ein Jahr später das Große Bundesverdienstkreuz.

Wegen seines Engagements um die deutsch-französische Aussöhnung und die Festigung der Städtepartnerschaft zwischen Beuel und Mirecourt zeichnete ihn das Europaparlament 1994 mit der Europa-Medaille aus. Der CDU-Politiker starb am 23. Dezember 1998. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof in Schwarzrheindorf.

Erwin Kranz wurde am 8. Mai 1922 in Marmagen in der Eifel geboren. 1956 wurde er in den Beueler Stadtrat gewählt, dem er bis zur kommunalen Neuordnung angehörte. Von 1969 bis zu seinem Tod am 12. August 1985 war er Mitglied des Bonner Stadtrates. Von 1975 bis 1985 war er der erste Beueler Bezirksvorsteher.

Sein früher Tod riss damals eine große Lücke in die Beueler Kommunalpolitik, weil sein Nachfolger Hans Lennarz erst wenige Monate vorher die Leitung des Stadtbezirkes übernommen hatte. Kranz war Vater und Motor der Städtepartnerschaft zwischen Beuel und Mirecourt. Das Grab des CDU-Politikers befindet sich auf dem Pützchener Friedhof.

Franz Neubauer wurde am 15. März 1922 in Bingen am Rhein geboren. 1954 zog er mit Ehefrau Erna und den Kindern nach Pützchen. Im Schützenverein lernte er Erwin Kranz kennen, der ihn davon überzeugte, 1957 in die CDU einzutreten.

Von 1961 bis 1969 vertrat er die Interessen Beuels im Bonner Kreistag. Der gelernte Rechtspfleger führte von 1968 bis 1974 den TuS Pützchen als Vorsitzender. Von 1975 bis 1989 war er Mitglied im Bonner Sportausschuss und von 1987 bis 1989 saß er in der Bezirksvertretung Beuel.

Als Ehemann der ehemaligen Beueler Obermöhn Erna Neubauer hütete er die fünf Kinder, wenn seine Frau das Karnevalszepter schwang. 30 Jahre lang kümmerte er sich mit viel Akribie um Beueler Belange. So war er damals maßgeblich an der Entscheidung für den Bau der Kreisstraße 3 von Pützchen nach Niederholtorf und den Bau der Turnhalle Pützchen beteiligt. Er hat den Seniorenaustausch zwischen Beuel und Mirecourt angekurbelt. Neubauer starb am 21. Juni 2000. Er wurde ebenfalls in Pützchen beerdigt.