Schwimmen in Beuel

Die Beueler Bütt ist trockengelegt

Badleiter Jürgen Stoll im leergelaufenen Becken der Beueler Bütt.

Badleiter Jürgen Stoll im leergelaufenen Becken der Beueler Bütt.

BEUEL. Die Wartungsarbeiten im Hallenbad Beuler Bütt dauern noch bis in den Herbst. Der Badebetrieb wird erst im September aufgenommen. Auch das Ennertbad ist vorerst geschlossen.

Der Hinweis „Nur für Schwimmer“ wirkt ein wenig surreal, und die Warnung „Nicht vom Beckenrand springen“ gewinnt deutlich an Brisanz: Zurzeit sind die Schwimmbecken der Beueler Bütt leergelaufen, und der Anblick dürfte auf den durchschnittlichen Badegast wohl etwas irritierend wirken. Nicht jedoch auf Jürgen Stoll: Für den Leiter von Beueler Bütt und Ennertbad gehören leere Schwimmbecken nämlich zum Alltag: „Ich freue mich immer wieder, wie verblüfft Fachfremde vom Anblick eines Schwimmbads ohne Wasser sind“, erzählt der Chef der Beueler Bäder, während er kritisch die Fliesen auf mögliche Beschädigungen prüft. „Das muss wohl damit zusammenhängen, dass man als Gast ein Schwimmbad immer nur gefüllt zu Gesicht bekommt.“

Pech für die Beueler: Auch das Ennertbad ist geschlossen. Die Behebung der Fliesenschäden in den Schwimmbecken im Beueler Freibad dauert länger als erwartet, so die Verwaltung. Das Freibad öffnet demnach erst wieder am Samstag, Gäste werden dann von 11 bis 20 Uhr erwartet.

Und die Wartungsarbeiten in der Beueler Bütt waren ja geplant: „Am Anfang steht natürlich das Ablassen der circa 700 000 Liter Wasser“, so Stoll. Nachdem die beiden großen Sandfilter ein letztes Mal durchgespült wurden, ging der Inhalt in die städtische Kanalisation. Draußen vor dem Bad sieht es bereits kräftig nach Arbeit aus, aber der Eindruck, dass größere Reparaturen anstünden, trügt: „Die Baustelle auf dem Parkplatz hat eigentlich gar nichts mit dem Bad selber zu tun“, so Stoll: „Wir nutzen den Sommer, um das etwas holprige Pflaster auszubessern.“

Anders sieht es mit den meterlangen Kunststoffrohren aus, die auf dem Abgang zum seitlichen Nebeneingang liegen: „Eine unserer Hauptaufgaben ist der Austausch einiger alter Eisenrohre im Reinwasserstrang“, erläutert Stoll. Das sind die Rohrleitungen, über die das Wasser von den Filtern zurück ins Becken geleitet wird und die aufgrund ihres Alters nun ausgetauscht werden müssen.

Reine Routine-Arbeiten

Außerdem wird die Lüftung des Bads erneuert: Vier große Luftansaughauben aus Edelstahl liegen dazu bereits auf dem aktuell ungenutzten Außengelände hinter dem Bad bereit: „Nachdem die Büsche dort geschnitten sind, werden die Hauben auf die Bodenschächte gesetzt und saugen dann die Luft nicht mehr so bodennah ein wie bisher“, erklärt der Bäderfachmann und deutet auf die vergitterten Öffnungen im Boden, durch die die Luft bislang eingesaugt wurde. Außerdem würde die Anlage gereinigt.

Grundsätzlich handele es sich aber bei allen anfallenden Arbeiten um reine Routine: „Größeres ist zum Glück nicht nötig“, so der Badleiter. Und das obwohl die Bütt bald runden Geburtstag feiert: Von 1967 bis 1969 wurde sie erbaut. So steht es auf einer Tafel im Innenhof.

Außer den Pflasterarbeiten und dem Rohrtausch gilt es nur, kleine Schönheitsreparaturen durchzuführen: Im Technikkeller unter dem Bad müssen einige Muffen an den Abwasserrohren getauscht werden, und an einigen Stellen wird der mit den Jahren brüchig gewordene Beton ausgebessert. „Außerdem schauen wir, ob alle Fliesen in Ordnung sind und tauschen sie gegebenenfalls aus“, so Stoll. „Außerdem werfen wir auch einen kritischen Blick auf die Fugen“, ergänzt Stolls Mitarbeiter Adrian Schulak, der mit seinem Chef gemeinsam alle Arbeiten koordiniert. Der gesamte restliche Mitarbeiterstab ist aktuell im Ennertbad im Einsatz, denn die eigentlichen Arbeiten werden von externen Unternehmen durchgeführt.

Wasser kommt Ende August wieder in die Bütt

Im Keller unter dem Becken steckt die gesamte Technik: „In diesem Jahr wechseln wir auch das Substrat der beiden Filter“, so Stoll. An die zehn Kubikmeter Filtersand sorgen in zwei großen Kammern dafür, dass die Badegäste sich jederzeit in klarem Wasser bewegen können.

Stoll zeigt sich zuversichtlich, dass er mit seinen Kollegen alle Arbeiten bis zum Start der Wintersaison am 3. September über die Bühne gebracht haben wird: „Ende August werden wir das Wasser wieder einlassen und dann erst einmal eine Hochchlorung fahren“, skizziert er die Endphase der Wartung: Mit bis zu drei Milligramm Chlor pro Liter wird das Badewasser dann versetzt, um möglicherweise vorhandenen Keimen den Garaus zu machen. „Innerhalb von ein bis zwei Wochen sinkt der Chlorgehalt dann von selber auf den Betriebsspiegel von 0,3 Milligramm, und wenn der erreicht ist, sorgt eine elektronische Automatik dafür, dass dieser Pegel immer konstant bleibt“, so Stoll.