Rhein-Palais in Beuel

Die Baustelle Rhein-Palais ruht, bis die Stadt zahlt

Die Baustelle am Rhein-Palais gegenüber dem Kameha.

Die Baustelle am Rhein-Palais gegenüber dem Kameha.

Beuel. Die Baustelle Rhein-Palais ruht laut dem Investor so lange, bis die Stadt sieben Millionen Euro überweist. So viel soll die Entsorgung der Altlasten kosten, die vertraglich geregelt wurde.

Seit gut einem Jahr ruhen die Außenarbeiten auf der Großbaustelle „Rhein-Palais“ im Bonner Bogen. Der Stillstand auf der Fläche des zweiten Bauabschnitts hat nach Aussage des Investors Ewald Hohr nur einen Grund: Die Stadt Bonn überweist ihm das Geld für die Entsorgung der Altlasten nicht. Insgesamt handelt es sich laut Hohr um eine Summe von fast sieben Millionen Euro.

„Im Grundstückskaufvertrag wurde damals geregelt und schriftlich fixiert, dass mein Unternehmen die Entsorgung der Altlasten im Bauabschnitt zwei und drei nicht übernimmt. Dort befindet sich die sogenannte 'Große Grube', die voller Müll ist und seinerzeit mit Erde zugeschüttet wurde“, erklärte der Kölner Bauunternehmer im Gespräch mit dem GA. Die Untersuchungen eines Fachunternehmens hätten ergeben, dass der Grubenumfang größer als ursprünglich erwartet sei. Eine Entsorgung des Mülls und eine technisch aufwendige Sanierung der Fläche sei Voraussetzung für einen tragfähigen Untergrund, so Hohr. „Die Stadt Bonn hat unsere Angaben überprüft und anerkannt. Bei diesem Punkt gibt es keinen Dissenz. Es hapert allerdings bei der Überweisung des Geldes“, sagte der Unternehmer.

Laut Hohr habe er beim Fixieren des Kaufvertrags vereinbart, dass die Sanierungskosten mit dem Grundstückspreis verrechnet werden und die Stadt dadurch weniger Geld als ursprünglich vereinbart erhält. „Nun ist es aber so, dass ich mittlerweile schon alle Grundstücke bezahlt habe und nichts mehr verrechnet werden kann. Folglich muss die Stadt Bonn die Kosten jetzt selbst bezahlen“, sagte Hohr.

Er warte so lange mit dem Fortsetzen der Arbeiten, bis die Stadt bezahlt hat: „Von mir aus kann die Stadt in Raten bezahlen und zwar so, wie bei mir die Kosten in Rechnung gestellt werden. Die Stadt muss nicht in Vorleistung treten. Das werde ich allerdings auch nicht machen, weil ich die Sorge habe, dass ich das Geld dann vielleicht doch nicht von der Stadt erhalte“, betonte der Investor. Seit Dezember 2016 wartet Hohr auf einen Brief der Stadt mit Angaben zu den Zahlungsmodalitäten. Er habe das Schreiben jetzt noch einmal bei der Stadtspitze reklamiert: „Ich rechne nahezu täglich mit Post aus Bonn“, sagte der Kölner.

Zeitverlust nicht aufzuholen

Auf Nachfrage des GA wollte sich die Stadt Bonn zu dem Thema nicht äußern und verwies darauf, dass man öffentlich nicht zu Vertragsinhalten Stellung nehmen werde.

Sobald die Sanierung erfolgt ist und die Bodenplatte auf den Bohrpfählen steht, will Hohr mit dem Hochbau des zweiten Bauabschnitts beginnen. Den Zeitverlust kann er nach eigenen Angaben nicht mehr aufholen. Für den dritten und letzten Bauabschnitt muss noch der Bebauungsplan fertiggestellt werden. „Dass das noch nicht geschehen ist, liegt auch an unserem Unternehmen, weil wir noch einige Untersuchungsergebnisse vorlegen müssen. Die Unterlagen sind jetzt komplett. Wir werden bald alles Erforderliche an die Stadt schicken.“

Auf die Frage, warum die Häuser des ersten und bereits fertiggestellten Bauabschnitts noch nicht vermietet sind, antwortete Hohe: „Wir sind noch mit dem Innenausbau beschäftigt. Wir wollen ein sehr aufwendiges Kühl-, Heiz- und Hybridsystem als Deckenkonstruktion installieren. Das benötigt seine Zeit. Wir bauen lieber langsamer, dafür aber perfekt.“ Auch für die Entwässerung des Außenbereichs plant Hohr eine technische komplizierte, aber umweltfreundliche Lösung. Das Wasser soll unter den Betonplatten in einer Stauebene gesammelt und in eine große Zisterne geleitet werden.

„Ich verhandele derzeit mit zwei großen Firmen über die Vermietung“, sagte Hohr, der 2014 mit dem Bauvorhaben gegenüber dem Kameha Grand Hotel begonnen hat. Mitte 2018 will der Investor die Bauabschnitte eins und zwei komplett fertiggestellt haben. Bauabschnitt drei soll dann Ende 2018 folgen. Das Investitionsvolumen liegt mittlerweile bei ungefähr 150 Millionen Euro.