Bebauung des ehemaligen Geländes der Landwirtschaftskammer

Dialog mit den Bürgern beginnt im Oktober

Beuel. Im Oktober dieses Jahres soll das Bürgerbeteiligungsverfahren für den Entwicklungsbereich Roleber beginnen – mit einem Jahr Verspätung. Das hat die Stadtverwaltung in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Beuel vorgeschlagen.

Nach einer intensiven Auseinandersetzung zwischen Koalition und Opposition sprach sich das Stadtbezirksparlament letztlich gegen die Stimmen von Grünen und Bürger Bund für das von der Stadt Bonn favorisierte kombiniertes Dialog- und Qualifizierungsverfahren aus, das aus Sicht der Zeitschiene ganz zu Anfang der vorbereitenden Untersuchungen für ein mögliches Baugebiet stattfinden wird. Grund: Die Verwaltung will direkt zu Beginn des Planungsverfahrens die Meinung und Wünsche der Bürgerschaft in der Region „om Berg“ erfahren.

Bündnis 90/Die Grünen nutzten die Diskussion in der Bezirksvertretung nochmals für eine Generaldebatte über das Für und Wider einer Wohnnutzung am Rande von ökologisch wertvollen Flächen (Naturpark Siebengebirge). „Das wirkt alles wie Heuchelei. Deshalb werden wir das Verfahren ablehnen. 2014 waren wir uns alle einig, dass es auf dem Areal der ehemaligen Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen keine Wohnnutzung im Außengelände geben soll. Und nun diese Kehrtwende“, ärgerte sich Grünen-Fraktionssprecherin Doro Schmitz.

Bis auf Renate Kern vom Bürgerbund fanden die Grünen keine Sympathisanten für ihre Kritik. Dieter Schaper (SPD) entgegnete den Grünen: „Das stimmt so nicht. Wir haben nie gesagt, dass wir uns keine Wohnnutzung auf den angrenzenden Flächen an der Siebengebirgsstraße vorstellen können. Was allerdings stimmt, ist, dass am Anfang der Diskussion in den Jahren 2013/14 nur von einer Umnutzung der Büroräume in der Hauptverwaltung der Landwirtschaftskammer in Wohnungen die Rede war.“ Allerdings habe sich im Verlauf der Diskussion die Ausgangslage durch den enormen Mangel an Wohnraum in Bonn verändert, so Schaper.

Dialog- und Qualifizierungsverfahren bis Mai 2019

Beuels Bezirksbürgermeister Guido Déus (CDU) bestätigte die Worte Dieter Schapers und ergänzte: „Was auf dem Gelände in Roleber gebaut werden wird, wird das Ergebnis des Beteiligungsverfahrens zeigen. Das sollten wir jetzt erst einmal abwarten.“ Dazu Doro Schmitz: „Wir wissen doch, dass die Mehrheit der dort lebenden Bürger keine Bebauung in diesem Ausmaß will.“

Nach den Plänen der Bundesstadt Bonn soll das Dialog- und Qualifizierungsverfahren bis Mai 2019 andauern. Danach werden die Beratungen in der Politik fortgesetzt. Für diese Debatten liegt dann als Diskussionsgrundlage der schriftlich fixierte Bürgerwillen und eine städtebauliche Konzeption vor. Im Anschluss startet das Verfahren für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan. Wann die Bauarbeiten für das neue Wohngebiet beginnen werden, ist aus heutiger Sicht noch nicht einschätzbar.