Hundefreilauf Bonn

Der Verein hat ein eigenes Freiluft-Gelände an der Nordbrücke

Unterwegs auf dem Vereinsgelände: Die Vorstandsmitglieder Susanne Glaeske (links) und Ilse Schmidt genießen die Gassi-Runde in Schwarzrheindorf mit ihren Hunden.

SCHWARZRHEINDORF. Auch wenn das Wetter anderes glauben macht: Der Frühling ist da. Jedenfalls für Justy auf der Wiese an der Nordbrücke. "Er steigt wieder auf", umschreibt Frauchen Susanne Glaeske jugendfrei das, was ihr Rüde gerade mit einer Hundedame anstellen will. Allerdings geht sie sofort dazwischen. "Hier darf eben nicht jeder machen, was er will", betont die Limpericherin.

Seit 2010 engagiert sich Glaeske im Vorstand des Vereins Hundefreilauf Bonn - gemeinsam mit Ilse Schmidt aus Niederkassel und Hans Haarmeyer aus Bad Godesberg. Vereinssitz ist gewissermaßen die Rheinwiese am Deich bei Schwarzrheindorf. "Das Gebiet war schon immer ein Geheimtipp für Hundehalter", sagt Schmidt, die mit Lia, Souris und Yaiza gleich drei Tiere ihr Eigen nennt. Doch da die Besitzer die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner selten entfernt hatten, war es 2007 zum Streit mit dem Pächter, einem Landwirt, gekommen.

So taten sich "aus Not", wie Susanne Glaeske es nennt, sieben Leute zusammen, gründeten den Verein und pachteten das Gelände ihrerseits von dem Bauern. Seit einer weiteren Auseinandersetzung 2010 ist der Verein direkter Pächter beim Besitzer, dem Landesbetrieb Wald und Holz.

176 Mitglieder hat der Verein aktuell, und eigentlich dürfen nur diese mit ihren Hunden auf die Wiese. "Das ist Vereinsgelände, und wenn wir jemanden, den wir nicht kennen, mehr als zweimal sehen, sprechen wir ihn auch an", so Schmidt, die täglich bis zu zwei Stunden am Rhein unterwegs ist.

Wichtig ist dem Vorstand, dass es sich bei der Freilauffläche nicht um ein rechtloses Gebiet handelt. "Hier gelten Regeln, gerade wenn die Leine ab ist", betont Glaeske. Läufige Hündinnen sind genauso unerwünscht wie kranke oder unsozialisierte Tiere. "Und wir haben gerade jetzt zur Brut- und Paarungszeit ein Auge auf jagende Hunde", so Glaeske.

Soviel zu den ernsten Dingen. Für die Mitgliedschaft von 30 Euro pro Jahr organisiert der Vorstand unter anderem Themenabende, lässt die Wiese mähen, fördert Trainingsangebote auf dem Freilaufgelände. "Wir haben auch Mülleimer gekauft sowie Kotbeutelspender, das wird alles gut angenommen", sagt Glaeske freudig. Auch die Stadt Bonn ist laut Presseamt sehr mit der Vereinsarbeit zufrieden. "Das Ordnungsamt weiß von keinen Auffälligkeiten zu berichten", so Elke Palm auf Anfrage.

Eine Bitte hat der Verein übrigens an Mitglieder wie Nicht-Mitglieder. "Es wäre toll, wenn die Leute, die am Klärwerk parken, ihre Hunde nicht schon dort oder auf dem Deich ableinen würden", so Glaeske. Denn das sorge immer wieder für gefährliche Situationen.

Wer mehr über den Verein erfahren will, erhält Infos unter www.hundefreilauf-bonn.info.

Freilaufflächen in Bonn:

Auch die Stadt Bonn bietet Freilaufflächen an, die mit Schildern gekennzeichnet sind. Darauf steht unter anderem zu lesen, dass von den nicht angeleinten Hunden keine Gefahr für Leib, Leben oder Gesundheit von Menschen oder Tieren ausgehen darf. Außerdem sollen Verunreinigungen durch Hunde unverzüglich beseitigt werden. Auch ein bestehender Maulkorbzwang ist zu beachten.

Bonn: Waldenburger Ring - im Grünzug Nord, in unmittelbarer Nähe der BAB 555

Bad Godesberg: Heiderhof am Philosophenring, Rheinaue Ludwig-Erhard-Allee (Nähe Forschungszentrum Caesar)

Beuel: Limpericher Finkenberg im Bereich Finkenbergstraße und Broichstraße

Hardtberg: Derletal, nähe Schützenhaus, In der Dehlen 50.