Beschwerden über Grüncontainer

Der Bioabfall türmt sich am Friedhof in Beuel

Am Seiteneingang des Friedhofs in der Karmeliterstraße liegt so viel Grünabfall, dass der Container gar nicht mehr erreicht werden kann.

Am Seiteneingang des Friedhofs in der Karmeliterstraße liegt so viel Grünabfall, dass der Container gar nicht mehr erreicht werden kann.

Pützchen. In Pützchen laden offenbar auch Gewerbebetriebe ihren Kompost ab. Bonnorange ist das Problem bekannt, aber eine lückenlose Kontrolle findet nicht statt.

Laub zusammenkehren, Äste stutzen, die verholzten Triebe aus Hecken schneiden: Gerade im Herbst gibt es im Garten viel zu tun. Wie gut, dass man in Bonn den Grünabfall kostenlos an Sammelstellen auf Friedhöfen ablegen kann. Doch in Pützchen liegt so viel Kompost herum, dass die Hobbygärtner aus der Umgebung den vorgesehen Container gar nicht mehr erreichen können.

„Das ist wirklich ein Ärgernis“, beklagt Rainer Werth, der seinen Grünschnitt regelmäßig vorbeibringt. „Es ist meist überhaupt nicht möglich, den Sammelplatz zu erreichen“, so der Pützchener. Und fragt sich: „Muss das sein?“. Das liegt seiner Meinung nach allerdings nicht nur daran, dass die Sammelstelle von den Bewohnern des Ortes angefahren wird. „Nein, in Pützchen laden auch viele Gartenbauunternehmen ihren Müll ab. Die fahren zeitweise mit beladenen Anhängern vor. Wenn sie fertig sind, dann ist der Container voll“, schimpft er. Wer danach kommt, der legt seinen Abfall eben abseits des vorgesehenen Areals ab. Zudem hat Werth beobachtet, dass immer wieder Fahrzeuge mit SU-Kennzeichen vorfahren. „Besonders dreist ist es, wenn sie dann ihren Kompost auch noch in blaue Säcke gesteckt haben, damit das Auto beim Transport nicht dreckig wird“, findet er.

„Die Problematik am Grünabfallsammelplatz in Pützchen ist uns gut bekannt“, erklärt Stefan Hülsdünker von Bonnorange dazu. „Auch wir vermuten, dass die Sammelplätze für die gewerbliche Entsorgung mit genutzt werden, denn anders lassen sich die von uns vorgefundenen Mengen an Laub, Grünschnitt und manchmal auch Bauschutt kaum erklären“, fügt er hinzu.

Spezielle Nutzungszeiten gibt es nicht

Rainer Werth befürchtet, dass solche Aktionen von Einzelnen dazu führen könnwn, dass die Bürger in Zukunft mit deutlichen Einschränkungen rechnen müssen. „Die derzeitige Situation könnte die Verantwortlichen in der Stadt dazu bringen, diese Form der Entsorgung an öffentlichen Sammelstellen künftig zugunsten einer weniger komfortablen Lösung – zum Beispiel einer jeweils extra anzumeldenden Abholung wie im Rhein-Sieg-Kreis – umzustellen“, befürchtet er. Schon stichprobenartige Kontrollen mit der Verhängung von Bußgeldern könnten seiner Meinung nach die Situation entzerren.

Spezielle Nutzungszeiten an den Grünabfallsammelplätzen gibt es nicht. Gleichwohl hängen dort gut sichtbare Hinweisschilder, die unmissverständlich darauf hinweisen, dass eine gewerbliche Anlieferung verboten ist und mit bis zu 5000 Euro bestraft werden kann. „Da wir außerhalb der regelmäßigen Abfuhr- und Reinigungszeiten vor Ort kein Personal haben, ist eine lückenlose Kontrolle der Sammelplätze rund um die Uhr nicht gewährleistet“, erklärt der Bonnorange-Sprecher.

Die derzeitige Situation sei auch für Bonnorange mehr als unbefriedigend. Daher möchte das Unternehmen noch einmal dringend appellieren, die Grünabfallsammelplätze an den Friedhöfen weder von privater noch von gewerblicher Seite als wilde Müllkippen zu nutzen.