BonnVisio restauriert den Wasserturm

Der Bauboom im Bonner Bogen hält an

Beuel. Wer derzeit über die Heinrich-Konen-Straße zum Rheinviertel Bonner Bogen schlendert, bemerkt rege Aktivitäten: Baukräne drehen sich, Bagger reißen Gebäude ab und neue Zäune kündigen bevorstehende Bautätigkeiten an. Im Einzelnen:

  • Betonmischwerk: Seit Mitte der 70er-Jahre wurde in Oberkassel Beton angemischt. Die Firma J. & E. Horst GmbH hat den Betrieb der Anlage vor wenigen Wochen eingestellt. Jetzt wird das Gelände sozusagen für eine neue Nutzung frei gemacht. Bagger reißen den letzten "Zeitzeugen" des einst dort florierenden Baugewerbes ab. Nach Auskunft der Stadt Bonn wird ab 2014 auf dem Gelände nahe der Eisenbahnlinie ein mehrstöckiges Bürogebäude errichtet.
     
  • Wasserturm: BonnVisio, die Entwicklungsgesellschaft des Bonner Bogens, erwartet täglich aus Düsseldorf die Zusage der Landesdenkmalschützer für einen Sanierungszuschuss. "Wir wollen den Wasserturm von Grund auf sanieren, damit er wieder die frühere Strahlkraft in der Silhouette des Rheinufers erhält. Wir haben Förderanträge an das Land, die Stadt und die Deutsche Stiftung für Denkmalschutz gerichtet", erklärte Jörg Pierdzig, Prokurist von ImmoVisio, einer Tochter von BonnVisio. Für 400.000 Euro sollen unter anderem der Putz, die Fenster und der alte Wasserbehälter restauriert werden. Die Bauarbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen. Der Wasserturm ist bereits aus Sicherheitsgründen eingezäunt.
     
  • Haus der freien Berufe: Der Rohbau am Konrad-Zuse-Platz wird nächste Woche fertig. Auffallend ist: Der Baukörper verdeckt aus westlicher Blickrichtung das Parkhaus komplett. Der Vermietungsstand liegt derzeit bei 68 Prozent. Verträge unterschrieben hat bereits der Gastronom Mert Meral (ehemals Rohmühle), der dort ein Restaurant mit Außenbewirtung für den schnellen und preiswerten Mittagstisch eröffnen will. Außerdem wird im Erdgeschoss ein italienischer Küchenhersteller eine Ausstellung eröffnen. In den fünf Obergeschossen werden Büros untergebracht. Unter anderem zieht dort die bereits im Bonner Bogen beheimatete Firma Agfa Health Care ein. Baubeginn des 6,35 Millionen Euro teuren Gebäudes war im November 2012.
     
  • Rheinwerk 3: Im Juli wird der erste der drei Baukörper bezogen sein. Dort zieht die Firma SER aus Neuwied ein. Die Gesellschaft für Dokumenten-Management hat 6500 Quadratmeter Bürofläche gemietet. Das Restaurant L'Osteria wird dort eine Dependance mit großer Außenterrasse (200 Plätze) eröffnen. Der sogenannte Riegel 3 ist komplett vermietet. Riegel 2 (mittleres Gebäude) wird unter anderem von der Fachhochschule für Ökonomie und Management (FOM) bezogen. Das zweite bis vierte Geschoss sind noch frei. Riegel 1 wird demnächst genutzt von der Internationalen Gesellschaft für Pathologie (IAP), der Firma Sirtex, ein Medizintechnik-Konzern und der Firma Plancal, die Planungssoftware für technische Gebäudeausrüstung entwickelt. Laut Ludwig Frede, Geschäftsführer von BonnVisio, liegt der Vermietungsstand bei dem 68 Millionen Euro teuren Bauprojekt Rheinwerk 3 bei 60 Prozent.
     
  • Vorhaben für die Zukunft: Nachdem BonnVisio jetzt auch Eigentümer der Betriebsgesellschaft des Kameha-Hotels ist, wird die Terrasse zum Rheinufer hin geöffnet: "Wir wollen die Spaziergänger anlocken und werden deshalb auch die Preise senken", sagte Frede. Außerdem: 2015 soll am südlichen Ende des Bonner Bogens eine weitere Gastronomie eröffnet werden. In Planung befindet sich auch noch ein öffentlicher Kindergarten an der Karl-Duwe-Straße und ein weiteres Bürogebäude am Konrad-Zuse-Platz. "Dann schließen wir das Bauvorhaben Bonner Bogen ab", so Frede. Seit dem Start in 2003 hat BonnVisio rund 300 Millionen Euro an dem Standort investiert.