Denkmäler in Beuel

Das wohl älteste Gebäude Beuels

LIMPERICH. Burgen und die Geschichten, die sich um die alten Mauern ranken, regen die Fantasie von Kindern an. Ein Beispiel: Seit wenigen Tagen hängt am Eingangstor der Burg Limperich ein Bild, dass ein Kind beim Tag des offenen Denkmals gemalt hat.

"Es hat uns so gut gefallen, da haben wir es einfach aufgehängt", erklärte Heinrich Bongers, der als Beisitzer im Vorstand des in der Burg beheimateten Amateurfunkervereins mitwirkt.

Wie die Burg einmal ausgesehen hat, da gehen die Meinungen sehr auseinander. Fest steht jedenfalls, dass die heute noch sichtbaren Überreste sehr alt sein müssen. Carl Jakob Bachem, Spiritus rector der Beueler Geschichte, geht sogar davon aus, dass die Limpericher Burg aus dem 11. Jahrhundert stammt und somit das älteste noch existierende Gebäude Beuels ist. Die erste Erwähnung der Burg in der Literatur stammt von 1286.

Ende des 16. Jahrhunderts wurde die Burg im truchsessischen Krieg zerstört, im 17. Jahrhundert erfolgte der Wiederaufbau. Von 1722 stammt das älteste Bild der Burg von Maler Renier Roidkin. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Ruine als Basis für ein Verwaltungsgebäude zum Basaltabbau genutzt. 1964 mieten die Funkamateure die Ruine von der Basalt AG. Fünf Jahre später verkauft die Firma die Burg Limperich an die damalige Stadt Beuel, die dort ein riesiges Freizeitzentrum bauen wollte. Aber daraus wurde bekanntlich nichts, weil Beuel 1969 im Zuge der kommunalen Neuordnung der Stadt Bonn zugeschlagen wurde.

Wer weiß, was aus der Burg geworden wäre, wenn sich Napoleon am 6. November 1811 entschieden hätte, auf dem Finkenberg eine militärische Befestigungsanlage zu errichten. Doch der Korse hielt den Standort für nicht geeignet und zog mit seinem Heer weiter.

Seit 1964 agieren die Funker als Burgherren. Seitdem verlängert der Verein den Mietvertrag mit der Stadt Beuel beziehungsweise Stadt Bonn - zuletzt bis 2021 mit einer Option auf weitere zehn Jahre. Der fast 200 Mitglieder starke Verein hat über die Jahre rund 90 000 Euro in die Sanierung der Liegenschaft und in die Pflege des fast 3000 Quadratmeter großes Grundstücks, das mitten im Landschaftsschutzgebiet Finkenberg liegt, investiert. Regelmäßig finden in den Räumen Clubabende statt, bei denen die Vereinsmitglieder ihrem Funkhobby nachgehen.

"Die weitere Nutzung der Burg Limperich ist für unser Vereinsleben und die Ausübung des Amateurfunks sowie für Begegnungen mit in- und ausländischen Besuchern unerlässliche Voraussetzung", erklärte Vorsitzender Holger Adler. Damit spielt Adler auf die Entwicklungen in der jüngsten Vergangenheit an (siehe Kasten). Der Verein strebt eine langfristige Nutzung auf einer gesicherten rechtlichen Grundlage an. Deshalb hat der Verein seit 2007 mit der Stadt Bonn Verhandlungen über den Abschluss eines Erbbaupachtvertrags über 30 Jahre geführt.

Nach Aussage des Vereins ist dieser Vertrag Bedingung für die Erlangung von Fördermitteln, die zur Sanierung der Burg eingesetzt werden sollen. Der Verein ist im Besitz einer Planung für die Wiederherstellung der Burganlage samt Wohnturm. "Die Umbaupläne sind seit 2013 mit allen zuständigen Abteilungen der Stadt Bonn abgesprochen", sagte Adler.

Streit um die künftige Nutzung

Der Bürgerverein Limperich und der Denkmal- und Geschichtsverein Bonn-Rechtsrheinisch haben bei der Stadt Bonn gegen die Umbaupläne des Funkervereins und den Erbbaupachtvertrag massiv Einspruch eingelegt. Beide Vereine möchten die Burganlage für die Öffentlichkeit zugänglich machen. Trotz intensiver Bemühungen der Beueler Lokalpolitik sind die Verhandlungen vorerst zum erliegen gekommen, weil alle Beteiligten an ihren Vorstellungen festhalten. 2016 will Bezirksbürgermeister Guido Déus einen erneuten Schlichtungsversuch starten.