Facharztzentrum

Das neue Eingangstor von Beuel

Luftperspektive mit Blick auf die Kennedybrücke: Der Neubau am Beueler Rathaus aus der Sicht einer Foto-Drohne.

BEUEL. Ende Juni soll das neue Eingangstor von Beuel fertig sein. Bis dahin muss am Facharztzentrum aber noch einiges geschehen. Allerdings laufen derzeit die Arbeiten mehrheitlich im Inneren der Gebäude. Und das auf Hochtouren: Im Mai will Kaisers seinen Vollsortimenter-Laden eröffnen. Der Lebensmittel-Filialist ist Ankermieter im Neubau.

Auf einer Verkaufsfläche von 1100 Quadratmeter wird er seine Waren anbieten. Insgesamt hat er eine Nutzfläche von 2000 Quadratmeter angemietet. Ansonsten werden sich rund um das Rathaus mehrere Fachärzte und eine Apotheke in den Neubauten ansiedeln. Nach Auskunft von Jens Korten, Geschäftsführer der Projektgesellschaft, sind mehr als 85 Prozent der Flächen vermietet: "Weitere Verträge werden wir in Kürze abschließen."

Die Vermietung des geplanten Bistro-Cafés an der Ecke Friedrich-Breuer-Straße/Rathausstraße gestaltete sich bislang schwierig. Aber jetzt soll bald der Durchbruch erzielt werden. Korten: "Wir stehen mit zwei namhaften Interessenten in Verhandlungen und werden bald einen Abschluss vermelden können." Die Tiefgarage mit rund 120 öffentlichen Stellplätzen wird voraussichtlich auch im Mai eröffnet werden.

Das Fortschreiten der Bauarbeiten für das Facharztzentrum ähnelt einer Achterbahnfahrt: Erst sieben Monate Zeitverlust, dann Aufholjagd der verlorenen Zeit und im Herbst 2013 vermeldete die Projektgesellschaft erneut fünf Monate Zeitverzug.

Für diese jüngsten Verzögerungen gab es allerdings triftige Gründe: Die eigens für das Bauvorhaben gegründete Projektgesellschaft "Facharztzentrum am Konrad-Adenauer-Platz GmbH" hat den Neubau 2013 an eine bekannte große Immobiliengesellschaft verkauft. Und der neue Eigentümer hatte noch einige Ausstattungswünsche für den Neubau geäußert.

"Diese Extras haben wir gerne berücksichtigt. Dadurch verzögert sich natürlich die Bauzeit. Den Namen des neuen Eigentümers werden wir demnächst bekanntgeben", versprach Jens Korten im Gespräch mit dem General-Anzeiger.

Bei Beueler Künstlern ist das Echo auf das neue Bauwerk geteilt. "Mir gefällt die Architektur", sagte Ulla Gmeiner auf Anfrage, die in der Tapetenfabrik ihr Atelier samt Galerie für Malerei, Grafik und Objekte hat. "Besonders gut gefällt mir die Fassade mit ihren schimmernden Ziegeln, die je nach Lichteinfall die Farbe wechseln." Maler Wolfgang Hunecke vom Atelier im Baumhaus zeigte sich hingegen wenig begeistert.

"Für mein Empfinden hat die Architektur etwas Aggressives. Wenn man aus Richtung Siegburg auf das Gebäude zufährt, stellt es sich einem mit der Spitze in den Weg, wie ein Beil." Ihn erinnere das Gebäude mehr an eine massige Trutzburg als an ein offenes Eigangstor. Auch die aus kleinen dreieckigen Fliesen bestehende Fassade sei ihm zu kantig. "Ich mag es eben lieber harmonisch und rund - aber vielleicht leben wir gerade in einer kantigen Zeit."

Paul Ahrens, Vorsitzender der Gewerbegemeinschaft Beuel, ist froh, dass das Facharztzentrum samt Rathausvorplatz bald fertiggestellt sein wird. "Endlich hat Beuel sein Eingangstor." Mit dem Gebäude seien er selbst und die anderen Mitglieder der Gewerbegemeinschaft sehr zufrieden. "Wir waren ja schließlich schon früh in die Planungen einbezogen."

Gewöhnungsbedürftig findet Ahrens allerdings die Fassade des Neubaus. "Wir hatten uns alle die Farbe etwas heller vorgestellt." Je nachdem, wie der Lichteinfall sich gestalte, wirkten die Wände aber doch recht dunkel. Gespannt seien die Gewerbetreibenden nun vor allem, wie sich der Rathausvorplatz entwickeln werde.

"Es war und ist ja geplant, dort für mehr Verweilqualität zu sorgen." Dass der Pavillon gastronomisch genutzt werde, sei eine wichtige Voraussetzung. Ebenso, dass Veranstaltungen auf dem Vorplatz stattfinden könnten. So werde hoffentlich bald Leben auf dem Vorplatz einkehren und die Beueler Innenstadt attraktiver machen.