Gedenken an Opfer des Zweiten Weltkriegs

Das neue Ehrenmal in Oberkassel ist eingeweiht

Die Freiwillige Feuerwehr aus Oberkassel an der neuen Gedenkmauer, um der Toten des Zweiten Weltkrieges zu gedenken.

Die Freiwillige Feuerwehr aus Oberkassel an der neuen Gedenkmauer, um der Toten des Zweiten Weltkrieges zu gedenken.

Oberkassel. Was lange dauert, wird endlich gut: Das Ehrenmal in Oberkassel ist jetzt komplett fertiggestellt. Mit einer kleinen Gedenkfeier und unter großer Anteilnahme der Oberkasseler Bevölkerung wurde es am Mittwochabend eingeweiht.

Auf den Tag genau 74 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die neue Mauer mit den Namen der durch den Krieg ums Leben gekommenden Bürger eingeweiht. Das Tambourcorps Grün-Weiß, die Freiwillige Feuerwehr, die Junggesellen-Schützenbruderschaft und die Alten Kameraden trugen dazu bei, dass das Zeremoniell trotz des Regens einen feierlichen Rahmen bekam. An der großen Stele am Bürgerpark, mitten in Oberkassel, gab es schon viele Jahre eine Mauer mit den Namen der Gefallenen des deutsch-französischen Kriegs 1870/71. Sie erinnerte an die „gefallenen Helden“, wie man es im damaligen Zeitgeist nannte, des Ersten Weltkriegs.

Im vergangenen Jahr begann man dann mit dem Bau einer zweiten Mauer, um auch der Toten des Zweiten Weltkriegs zu gedenken. Die Erweiterung des Ehrenmals soll dieser und den nächsten Generationen am zentralen Ort in Oberkassel eine Mahnung zur Wahrung des Friedens sein. So wie es bereits seit den 1950er Jahren auf der Stele zu lesen steht: „Den Toten zum Gedenken, den Lebenden zur Mahnung!“

Auch Zivilisten unter den Opfern

Sebastian Freistedt, Vorsitzender des Heimatvereins Oberkassel, erinnerte an die Todesopfer aus Oberkassel während des Zweiten Weltkriegs. „Allein unser Heimatort hatte die leidvolle Zahl von 305 Todesopfern, darunter 230 männliche Oberkasseler Soldaten, die an diesem Krieg teilnehmen mussten, zu beklagen“, sagte er. Mit Abstand die meisten von ihnen fielen an der Ostfront und in den dort einbezogenen Ländern. Aber auch in Belgien, Frankreich, Holland, Italien, Jugoslawien, Griechenland und im nördlichen Afrika fanden Oberkasseler Soldaten den Tod.

Etwa 25 Oberkasseler Opfer waren Zivilisten und starben durch Fliegerbombenangriffe in Oberkassel oder während Reisen und auswärtiger Aufenthalte. Die Namen aller Opfer findet man jetzt auf der neuen Gedenkwand wieder. „Wenn es in Zukunft bei Ihnen oder bei Ihren Familienmitgliedern Fragen bezüglich der auf den Mauern genannten Personen gibt, so bitte ich Sie, sich nicht zu scheuen und den Heimatverein Oberkassel zu kontaktieren“, bot Freistedt abschließend an. Bezirksbürgermeister Guido Déus, der auch Landtagsabgeordneter ist, hob das Vereinsleben und das Zusammengehörigkeitsgefühl in Oberkassel hervor. „In Zeiten des Brexits, wo sich Erste von der Gemeinschaft und der Völkerfreundschaft verabschieden, ist es wichtig, solche Zeichen zu setzen wie heute hier“, sagte er. „Meinen herzlichsten Glückwunsch zum heutigen Tag, zur Umsetzung der Erweiterung des Ehrenmals und dafür, dass Sie hier eine Ortsgemeinschaft haben, die solch ein Projekt erst möglich gemacht hat.“

Mit den Bauarbeiten wurde gleichzeitig eine Beleuchtung der neu erstellten und der alten Ehrenmalmauer in den Boden eingelassen. Des Weiteren konnte bei der Baumaßnahme die lange geplante Beleuchtung der Schaukästen des Verbands der Ortsvereine, die straßenseitig am Ehrenmal liegen, realisiert werden. „Daher führte die Maßnahme nebenbei auch dazu, dass die Oberkasseler in Zukunft noch besser über das örtliche Vereinsleben informiert sein können“, sagte Freistedt.