"BücherEi"

"Das ist die Premiere, aber nicht das Finale"

Alexa Plass-Schmidt, Michel Royeck, Dirk Wetzig, Trixy Royeck und Jürgen Reske (von links) freuen sich mit den Schülern über das "BücherEi".

BEUEL. Selten sind Kinder so still. Doch bei der Enthüllung des ersten "BücherEis" an der Paul-Gerhardt-Schule (PGS) warteten alle 25 Klassenvertreter ganz brav, bis sie sich auf die Bücher stürzen durften.

Ein Experiment für Kinder und Initiatoren gleichermaßen, das während des Ideenwettbewerbs "Mitmachen! Gute Ideen für Bonn" im vergangenen Jahr entstand. "Das BücherEi ist von Kindern für Kinder. Sie können Bücher spenden und dadurch lernen zu teilen, was sehr wichtig ist", sagte Michel Royeck, einer der Ideengeber.

Rund 500 Bücher passen in das 1,40 Meter hohe und 2,10 Meter breite Möbelstück, das Michel Royeck gemeinsam mit seiner Frau Trixy konstruiert und gebaut hat. Das Ehepaar hat viel Zeit in die Recherche und den Bau investiert, um das "BücherEi" unter ökologischen Aspekten bauen zu können. Dabei verwendeten sie Holz aus nachhaltigem Anbau aus Europa, Teppich aus Ziegenhaaren und Sitzkissen, die mit Weinkorkengranulat gefüllt sind.

"Den Prototypen haben wir im Januar aus Restholz gebaut. Danach noch etwas am Konzept gefeilt, da nicht alles ideal war, aber man wächst mit seinen Herausforderungen", erinnert sich Naturwissenschaftler Michel Royeck. Robust und stabil präsentiert sich das "BücherEi" nun an der PGS und wird in diesem Jahr nicht das einzige bleiben.

"Das ist die Premiere, aber nicht das Finale", verkündete Jürgen Reske, Geschäftsführer der Bürgerstiftung Bonn, die das Projekt finanziert. "Wir werden in diesem Jahr ein weiteres BücherEi in der Arnold-von-Wied-Schule in Schwarzrheindorf eröffnen. Ein drittes ist geplant, aber da will ich noch nicht zu viel verraten", sagte Reske. Das "BücherEi" dient im Rahmen des Projektes "Groß und Klein - Engagement an Bonner Grundschulen" nicht nur als Kinderbücherei, sondern darüber hinaus als Plattform für Lesepaten. Ehrenamtliche Helfer sollen als Schulmediatoren und Vorleser mehr Anreize schaffen, dass sich die Grundschüler mit Büchern auseinandersetzen.

Dabei entscheiden die Kinder selbst, was sie lesen. Fester Bestandteil ist einzig die Rubrik "Kinderrechte", für die sich die Bürgerstiftung Bonn seit Jahren einsetzt. "Kinder haben ein Recht zu lesen. Deswegen müssen wir ihnen diese Möglichkeit geben, auch wenn es bei ihnen zu Hause keine Bücher gibt", appellierte die Autorin Alexa Plass-Schmidt, die zur Eröffnung ihr Kinderrechtebuch "Bloß keine Ferien" ins "BücherEi" einstellte. Das PGS lädt alle interessierten Bürger ein, sich über eine Lesepatenschaft am 17. September vor Ort zu informieren.

Weitere Informationen unter www.ggs-paul-gerhardt.de und www.buergerstiftung-bonn.de.