Pionier der Denkmalpflege

Carl Jacob Bachem erhält das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse

Jürgen Nimptsch (links) und Carl Jacob Bachem.

BEUEL. "Frag den Bachem." Diesen Satz hört man in Beuel immer dann, wenn es um Fragen zur Geschichte geht. Carl Jacob Bachem ist sozusagen der Kustos der Beueler Geschichte. Für sein ehrenamtliches Wirken erhielt er gestern Abend im Alten Rathaus das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse.

Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch bezeichnete Bachem als Schützer, Bewahrer und Förderer der Beueler Historie. Sichtlich gerührt, mit einem verschmitzten Lächeln im Gesicht lauschte Bachem den drei Laudatoren. Freunde und Wegbegleiter waren der Einladung gefolgt und verliehen der Ehrung einen festlichen Rahmen.

Dass ein Redner die Heilige Adelheid mit der Heiligen Hildegard verwechselte, überhörte Bachem wohlwollend. Obwohl gerade Bachem maßgeblich daran beteiligt war, dass die Äbtissin aus Vilich zur Bonner Stadtpatronin ernannt wurde.

"Es ist ein schöner Tag, und ich bin ehrlich, ich bin auch stolz", verkündete der Ordensträger. Dabei ging es ihm gar nicht so sehr um seine Person, sondern um die Tatsache, dass sein bescheidenes Bemühen öffentliche Beachtung findet. Und er appellierte sogleich: "Setzen sie sich weiterhin für die Denkmalpflege und die Bewahrung unserer Geschichte ein."

Bachem nutzte die Gelegenheit und entschuldigte sich bei all denen, die er in der Vergangenheit mit seinen Anliegen genervt hat: "Ich weiß, ich kann lästig sein. Aber ich verspreche ihnen allen, ich werde mich nicht ändern."

Das Schlüsselerlebnis, das ihn zur Denkmalpflege gebracht hat, war der Abriss des Gasthauses Düsterwald in Vilich in den 70er Jahren. Danach hat er sich unter anderem mit Enthusiasmus erfolgreich für die Rettung von Haus Mehlem, dem Bürgermeister-Stroof-Haus, und den Industriedenkmälern auf dem ehemaligen Zementfabrikgelände eingesetzt.