Fahrradverleihsystem Nextbike

CDU kritisiert fehlende Leihräder in Beuel

Beuel. Das Fahrradverleihsystem Nextbike kommt in Beuel nur schleppend in Gang. Nach Einschätzung der CDU fehlen noch einige Radstationen, und das Zurückbringen der Räder zu den wichtigsten Stationen funktioniert nicht.

Das neue Fahrradverleihsystem der Firma Nextbike leidet im Stadtbezirk Beuel noch unter erheblichen Kinderkrankheiten. Zu dieser Einschätzung ist die CDU noch mehrwöchiger intensiver Beobachtung des Betriebssystems gelangt. „Obwohl die Fahrradausleihe seit Oktober 2018 möglich ist, fehlen in Beuel noch einige Radstationen. Außerdem funktioniert das Zurückbringen der Räder zu den wichtigsten Stationen des Stadtbezirks nicht“, erklärte der Bezirksverordnete Marco Rudolph während einer Ortsbegehung.

Der Kommunalpolitiker hat mittels Screenshots von seinem Smartphone nachweisen können, dass zum Beispiel zwei Leihräder mehr als acht Tage zum einen an der Siegfähre auf Beueler Seite und zum anderen im Gewerbegebiet Mühlenbruch in Königswinter-Dollendorf gestanden haben, ohne bewegt worden zu sein. „Vereinbart ist, dass Räder, die längere Zeit in den Außenbezirken ungenutzt stehen, von der Firma Nextbike wieder eingesammelt und an zentrale Stationen gebracht werden“, sagte der Kommunalpolitiker dem GA.

Als besonders nachteilig bewertet Rudolph zudem, dass zu keiner Zeit seiner Kontrollen Leihräder an den DB-Bahnhöfen in Beuel und Oberkassel sowie am U-Bahnhof in Ramersdorf anzutreffen waren. „Wenn potenzielle Nutzer solche Erfahrungen mehrmals machen, werden sie diese Fahrtoption nicht mehr in ihre Überlegungen mit einbeziehen. So schaffen wir es nicht, Pendler vom Umstieg weg vom Auto hin zu umweltfreundlichen Verkehrsmitteln zu überzeugen“, betonte Rudolph.

Gespräche mit Nextbike

Die CDU will ihre Erfahrungen auflisten und an die Stadtwerke Bonn (SWB), die im Auftrag der Bundesstadt das Fahrradverleihsystem organisiert und umgesetzt haben, weiterleiten. „Wir wollen unsere Erkenntnisse nicht als grundsätzliche Kritik am System, sondern als konstruktive Kritik, die Nachbesserungen auslösen soll, verstanden wissen“, sagte Marco Rudolph.

SWB-Pressesprecher Werner Schui nahm bereits auf Nachfrage des General-Anzeigers Stellung zu der CDU-Mängelliste aus Beuel: „Wir sind auf solche Rückmeldungen angewiesen und deshalb dankbar dafür. Wir werden die Angaben prüfen und mit Nextbike über Verbesserungsoptionen sprechen.“ Schui betonte, dass das Fahrradverleihsystem nach Einschätzung der SWB sehr gut aus den Startlöchern gekommen ist: „Wir haben vorwiegend positive Rückmeldungen erhalten. Aber es ist verständlich, dass es noch kleinere Probleme in der praxisbezogenen Abwicklung gibt.“

Hauptproblem sei, dass Nextbike nach wie vor noch nicht alle 900 georderten Leihräder am Start hat. 300 würden noch fehlen, weil ein Zubehörlieferant einen Lieferengpass bei einem Bauteil gehabt hätte. „Wir haben allerdings die Zusage, dass die restlichen 300 Räder bis zum Ende dieser Woche in Bonn zum Einsatz kommen“, sagte Werner Schui.

Situation an den "Hotspots" soll besser werden

Zu den fehlenden Rädern an den Bahnhöfen erklärte der SWB-Pressesprecher: „Das darf natürlich nicht sein. Die Bahnhöfe, der Konrad-Adenauer-Platz und die Station am Skate-Park genießen wegen der hohen Kundenfrequenz absolute Priorität. Dort müssen Kunden Fahrräder vorfinden. Das werden wir gemeinsam besprechen, wie wir die Ausleihsituation an diesen Hotspots verbessern können.“ Die CDU regt in diesem Fall an, statt der ursprünglich vom Stadtrat beschlossenen zehn Räder pro Station, an den wichtigsten Stationen mindestens 25 Räder vorzuhalten.

Zu den „Dauerparkern“ an Siegmündung und im Mühlenbruch erklärte Schui: „Das soll natürlich nicht so sein.“ Er hofft darauf, dass die Mitarbeiter von Nextbike, die diese Räder vertraglich vereinbart einsammeln sollen, durch die täglichen Erfahrungen bald ein Gefühl dafür entwickeln werden, wo es aus Kundensicht Sinn macht, Räder einzusammeln oder stehen zu lassen. Schui versicherte, dass die Vorkommnisse in Beuel auch in Stadtbezirken Bad Godesberg und Hardtberg in ähnlicher Weise vorzufinden seien. „Das muss und wird sich bald einspielen“, so Schui.

Gefragt, ob die Stadt Bonn beabsichtige, über die 900 bestellten Räder weitere zu ordern, antwortete Schui: „Das werden wir sicherlich prüfen. Es macht Sinn, für Großveranstaltungen 100 zusätzliche Räder in Reserve vorzuhalten.“