Nike Wagner weihte ein

Bonner Ruder-Gesellschaft bekommt neuen Renn-Achter

Nike Wagner tauft mit einer Flasche Sekt den neuen Renn-Achter auf den Namen Ludwig van Beethoven.

Nike Wagner tauft mit einer Flasche Sekt den neuen Renn-Achter auf den Namen Ludwig van Beethoven.

Beuel. Die Bonner Ruder-Gesellschaft feiert in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag. Zum Jubiläum wird ein neuer Renn-Achter auf den Namen Ludwig van Beethoven getauft.

„Du wunderbarer Achter, ich taufe dich auf den Namen Ludwig van Beethoven!“ Mit diesen Worten weihte Nike Wagner, Intendantin der Beethoven-Festspiele, am Samstag im Kardinal-Frings-Gymnasium den neuen Renn-Achter der Bonner Ruder-Gesellschaft (BRG) ein. Anlass war das Jubiläum des Ruder-Vereins, der am 12. März 2019 einhundert Jahre alt geworden ist.

Und zum Festakt am Samstag waren neben den vielen freiwilligen Helfern, die diesen Verein tragen, auch zahlreiche Vertreter aus Sport, Kultur und Politik zur Gratulation gekommen. Bürgermeisterin Angelica Maria Kappel überbrachte zusammen mit dem Bezirksbürgermeister von Beuel, Guido Déus, die Glückwünsche der Stadt. „Als Sportstadt sind wir stolz auf die Erfolge des Vereins“, sagte Kappel. Bezirksbürgermeister Déus überreichte – auch in seiner Funktion als Landtagsabgeordneter – der Ruder-Gesellschaft die „Sportplakette des Bundespräsidenten, die höchste staatliche Auszeichnung für Turn- oder Sportverbände und -vereine in Deutschland.

Eine Geschichte, die am 12. März 1919, mit der Gründung des „Bonner Wassersport-Vereins“ begann. Angesichts der heraufziehenden Wirtschaftskrise wurden jedoch die Finanzmittel im jungen Verein knapp. Und ein langer Streit entbrannte über der Frage, ob man das Geld eher zur Förderung der Renn- oder der Wanderruderer nutzen sollte. 1923 löste sich diese Streitfrage zuerst mit der Gründung der auf Fahrten- und Wanderruderei ausgerichteten „Bonner Ruder-Gesellschaft 1923“ durch ehemalige Wassersport-Vereinsmitglieder. 1929 jedoch gründeten beide Vereine, mit 127 Mitgliedern, die bis heute bestehende Ruder-Gesellschaft.

Möglichkeit zur Integration

Heute fußt die Gesellschaft auf den drei Säulen Leistungssport, Breitensport und Wanderrudern. Sie ist mit mehr als 600 Mitgliedern einer der größten Rudervereine in Deutschland. Und bis heute zählt die Vereinsstatistik mehr als 2600 Regattasiege. Darunter viele Meistertitel sowie Sieger und Platzierte bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen.

Was den Verein bis heute auszeichnet und erfolgreich macht, sind laut dem erstem Vorsitzenden des Vereins, Bert Bauer, die drei Bedeutungen der Vereinsabkürzung BRG. „Das B steht für Bonn, das R natürlich für Rudern und das G für Gemeinschaft und Geselligkeit“, sagte Bauer in seiner Rede. Dies sei die „DNA“ des Vereins.

Auch Professor Wolfgang Maennig, Goldmedaillengewinner bei den Olympischen Spielen 1988 im Achter und ehemaliger Vorsitzender des Deutschen Ruder-Verbands, hob in seiner Festrede den Gemeinschaftscharakter des Rudersports hervor. Denn gerade beim Rudern komme es auf die exakt abgestimmte Mannschaftsbewegung an. „Wenn nämlich die perfekte Bewegungsabstimmung aus Fassen und Ausheben im Team gelingt, dann fängt das Boot an zu laufen“, sagte Maennig. „Dann wird alles leicht, und, so sagt man, dann schmiert einem das Boot unter dem Hintern weg.“ Dies sei das „zweitschönste Gefühl“ der Welt.

Diese Gemeinschaftserfahrung aber, im Boot und im Verein, berge für ihn dabei sogar die Möglichkeit zur Integration. Dies und die Jugendarbeit seien in den nächsten Jahren die wichtigsten Aufgaben für Sportvereine und damit auch für die Ruder-Gesellschaft bis zum nächsten Jubiläum, betonte Wolfgang Maennig.