Enthüllung von Bronzetafel

Beueler Weiberfastnacht wird 190 Jahre alt

Obermöhn Ina Harder (links) und Beuels designierte Wäscherprinzessin Ann-Kathrin I. (Buhl) enthüllen an der Basaltmauer die bronzene Gedenktafel.

BEUEL. Es dürfte den Beueler Männern nicht sonderlich gefallen haben, was die Waschweiber vor 189 Jahren und neun Monaten veranstaltet haben. Am Donnerstag vor Karneval im Jahre 1824 gründeten sie das Alte Beueler Damenkomitee. "Somit legten sie den Grundstein für die schöne Tradition der Beueler Weiberfastnacht", sagte Ina Harder am Samstag an der Rheinpromenade.

Dort enthüllte die Obermöhn gemeinsam mit der designierten Wäscherprinzessin Ann-Kathrin I. (Buhl) und Künstlerin Sigrid Wenzel die Gedenktafel zum 190-jährigen Bestehen des Damenkomitees.

Die Tafel hängt in auf Höhe des Fähranlegers der Rheinnixe, an einer Stelle, an der damals noch die Wiesen waren, auf denen die Wäscherinnen die frisch gewaschene Wäsche bleichten. "Die Arbeit der Wäscherinnen war keine leichte und die Auseinandersetzung mit den Männern sicherlich genauso nervenaufreibend wie heute", so Harder.

Wenzel habe die Bronzetafel nach den Vorgaben des Komitees gestaltet, sagte sie. Der Steinmetz Michael Naundorf hatte sie, nachdem man die Genehmigung der Stadt eingeholt hatte, an der Hochwasserschutzmauer angebracht. Und weil die Tafel nicht nur Wind und Wetter, sondern mitunter auch dem Rheinwasser ausgesetzt ist, hat Wenzel bei der Herstellung einen ganz besonderen Lack verwendet: "Er zieht in das Metall ein", sagte sie. Dadurch werde die Tafel besser imprägniert und sei sehr lange haltbar.

Die Zusammensetzung wolle sie aber nicht verraten, sagte die Künstlerin, die auch für die anderen Tafeln am Rheinufer sowie für einige Brunnen und andere Kunstwerke in Bonn verantwortlich zeichnet.

Das komplette Damenkomitee war zur Einweihung angerückt. Harder dankte den Sponsoren, die die Gedenktafel ermöglicht haben, allen voran den Alkoholisierten Funken, die den Hauptanteil zur Finanzierung beigesteuert haben. "Durch persönliche Kontakte hat sich über Jahre eine Freundschaft aufgebaut." Die Funken, die in dieser Session den Bonner Karnevalsprinzen stellen, waren auch zur Enthüllung erschienen.

Die Gedenktafel
Die Bronzetafel erinnert an die Gründung des Alten Beueler Damenkomitees im Jahr 1824 und die erste Weiberfastnacht. Weiterhin werden die Traditionen aufgeführt, dass bis heute keine Männer zugelassen sind und seit 1949 das Beueler Rathaus gestürmt wird. Außerdem sind die nachweislich bekannten Obermöhnen aufgelistet, angefangen mit Agnes Lohr.

Zuletzt werden die aktuelle Session und die Unterstützung der KG Alkoholisierte Funken 1992 erwähnt. Neben der Butz auf der Wäscheleine zieren drei markante Symbole der Beueler Weiberfastnacht die Tafel: Der Rathausschlüssel, die Kaffeedame des Damenkomitees in einer jugendlichen Variante und die Beueler Damen mit dem Emblem der Stadt.