Astronaut auf der ISS

Beueler Schüler funken mit Alexander Gerst

Gespannt lauschten die Schüler dem Funkgespräch mit Astronaut Alexander Gerst.

Gespannt lauschten die Schüler dem Funkgespräch mit Astronaut Alexander Gerst.

Beuel. Schüler des Kardinal-Frings-Gymnasiums haben am Dienstag mit dem deutschen Astronauten Alexander Gerst gefunkt. Rund 1000 Schüler lauschten dem Gespräch zwischen der Raumstation ISS und Beuel.

„Vielleicht ist der heutige Tag“, sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier am Montagmorgen per Videoübertragung auf den Sportplatz des Kardinal-Frings-Gymnasiums (KFG), „auch so etwas wie eine ‚kleine Mondlandung‘ für euch.“ Altmeier erinnerte sich an sein Gefühl, das die erste Mondlandung 1969 bei ihm auslöste, die er als Elfjähriger im Fernsehen verfolgen konnte. Nun waren etwa 1000 Schüler, Eltern, Lehrer und Raumfahrtexperten auf dem Sportplatz des (KFG) versammelt, um gemeinsam die „Live-Call“ genannte Funkverbindung zwischen Schule und der Internationalen Raumstation (ISS), zwischen fragestellenden Schülerinnen und Schülern des KFG und dem deutschen ESA-Astronauten Alexander Gerst zu verfolgen.

Bei hochsommerlichen Temperaturen herrschte bereits in den frühen Morgenstunden Volksfeststimmung auf dem Rasen. Die ambitionierten Schüler- und Lehrerbands des KFG füllten mit sattem Sound die Pausen zwischen informativen Filmen und Expertenrunden auf einer eigens für die Veranstaltung errichteten Bühne aus. Der Landtagsabgeordnete und Beueler Bezirksbürgermeister Guido Déus entschuldigte in seinen Grußworten nicht nur die verhinderte NRW-Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen, sondern verriet auch, dass er als Junge immer Astronaut werden wollte. Raumschiff Enterprise und Star Wars hätten ihn damals schon begeistert und davon träumen lassen, ferne Welten zu entdecken. „Aber auch davon, Dinge zu verändern“, so Déus, der damit elegant den Übergang zu seiner Politikerkarriere hinbekam.

„Allein die Vorstellung, dass die Raumstation mit 28.000 Kilometern in der Stunde um unsere Erde rast, finde ich geradezu atemberaubend“, ergänzte Bürgermeisterin Gabriele Klingmüller und betonte, dass nun auch das KFG mit den bevorstehenden Signalen in den Weltraum seinen Teil dazu beitrage, die Wissenschaftsstadt Bonn zu stärken.

"Alles Gute aus dem All!"

Im wahrsten Sinne atemberaubend wurde der Moment, in dem als es den Funkamateuren des Leverkusener Deutschen Amateur Radio-Clubs (DARC) gelang, die Verbindung zu der Internationalen Raumstation herzustellen. Schon Tage zuvor hatten Sie Antennen und Funkanlagen aufgebaut, die nun für etwa elf Minuten die Verbindung zu Alexander Gerst in der rund 400 Kilometer über der Erde kreisenden ISS herstellen sollten.

„Verbindung steht!“ war das erlösende Signal für den recht gelassen wirkenden zwölfjährigen Lasse, an das Mikrofon zu treten und die ISS mit ihrer Funkkennung und der Aufforderung „do you copy, over“ anzurufen. An die zehn Mal musste Lasse seinen Spruch wiederholen, bevor sich Gerst aus dem All meldete. Bevor er dann die erste von Paul (14) gestellte Frage, wie er es geschafft habe, als Astronaut und Kommandant ausgewählt zu werden, beantwortete, nahm sich Gerst die Zeit, Bonn zu grüßen. „Alles Gute aus dem All!“ Er überfliege gerade den Atlantik und Deutschland käme schon in Sicht.

Die Frage von Paul sei „eine gute Frage“, aber er habe keine Antwort darauf. Wichtig sei, dass man sich seine Vorstellungen nicht ausreden ließe und seinen Träumen eine Chance gebe. Auf die Frage, welche Veränderungen der Wissenschaftler auf der Erde im Vergleich zu seinem ersten Flug feststellen konnte, zählte der Gerst die schwindenden Gletscher, die ausgetrockneten Seen und abgeholzten Wälder auf.

Die ISS sei wie ein Sparschwein, antwortete der Astronaut sodann auf die Frage nach dem Kosten-Nutzen-Aufwand der ISS: Man werfe oben einen Euro rein und unten kämen zwei Euro heraus. Die Forschung auf der ISS sei einzigartig und von großem Nutzen für die Menschheit. Aus seiner Perspektive lebten wir alle auf einem sehr kleinen Boot miteinander auf dem wir sehen müssten, wie wir alle miteinander klarkommen.

Leider reichte die Zeit nicht mehr zur Beantwortung der vorbereiteten Frage, wie sich seine Einstellung zu Gott bei dem Blick aus dem Weltraum auf die Erde verändert habe. Dafür konnte er jedoch zuvor noch berichten, dass man auf der ISS eine Wette darüber abgeschlossen hatte, ob Deutschland und Russland im Endspiel der Fußballweltmeisterschaft landeten. Aber das habe sich ja nun erledigt, so Gerst.