Partnerschaft seit 35 Jahren

Beueler Katholiken unterstützen Leprastation

Schwester Jaqueline am Souvenirstand ihrer brasilianischen Gemeinde in Holzlar.

Schwester Jaqueline am Souvenirstand ihrer brasilianischen Gemeinde in Holzlar.

HOLZLAR. Seit 35 Jahren besteht die Partnerschaft der Gemeinde Christ König und einer Leprastation in Brasilien. Das wurde auf dem Pfarrfest gefeiert.

International ging es am Wochenende beim Christ-König-Pfarrfest in Holzlar zu. Unter dem Motto „Zusammen sind wir Heimat“ waren alle aus der Pfarreiengemeinschaft „Am Ennert“ eingeladen, mit der Gemeinde das 35-jährige Bestehen der Partnerschaft mit der Leprastation „Apoio Fraternal São José do Iguà“ in Brasilien zu feiern. Mit dabei war auch die Leiterin der dortigen Schule, Franziskanerschwester Jaqueline Dal’Pont, die vom 12. bis zum 18. Juni nach Holzlar gekommen war.

Dass die Partnerschaft so lange anhält, hätte auch Pastor Kurt Padberg, der deutsche „Vater“ der Kooperation der Gemeinden Christ König und Säo Jose nahe Rio de Janeiro, nicht gedacht. 1993 besuchte er Brasilien, Schwester Jaqueline fragte ihn damals, wie lange seiner Meinung nach seine Gemeinde die Schule noch unterstützen könnte. Seine vorsichtige Schätzung: drei bis fünf Jahre. Und nun – 2017 – ist das gemeinsame Projekt nach 35 Jahren immer noch lebendig.

Schwester Jaqueline, die 1968 ihr Gelübde bei den Franziskanerinnen abgelegt hat, leitet seit 28 Jahren einen Kindergarten und eine Grundschule in einer Leprastation. Zur Zeit besuchen 180 Kinder ihre Schule, in der nach dem Montessori-Prinzip unterrichtet wird. Insgesamt leben in der Kolonie um die Leprastation herum 6000 Menschen, meist Familienangehörige von Kranken, die von den Menschen außerhalb der Kolonie ausgegrenzt werden.

„Lepra ist immer noch ein Thema in Brasilien“, berichtet Brigitte Linden vom Pfarrausschuss Christ König. Dabei war es das erklärte Ziel der Weltgesundheitsorganisation, die Krankheit bis 2005 auszurotten, ähnlich wie es mit den Pocken gelungen ist. „Ohne diese Schule hätten die Kinder keine Chance“, ist Linden sicher. In den nun 35 Jahren haben viele ihr Leben gemeistert, einige sind zum Beispiel Ärzte oder Lehrer geworden.

In der Sonntagsmesse hatte Schwester Jaqueline von den Kindern in der Leprastation berichtet und großen Applaus als Anerkennung erhalten. Am Ende des Tages wurde der Erlös, der an beiden Tagen des Pfarrfestes erzielt wurde, mit der Partnergemeinde in Brasilien geteilt.