Vier Tage bis zur Gründung

Beueler Jugend gründet beim Rock-Camp eigene Band

Die Band „Colour Comets“ bei ihrem Abschlusskonzert. Zuvor standen vier Tage Arbeit auf dem Programm.

Die Band „Colour Comets“ bei ihrem Abschlusskonzert. Zuvor standen vier Tage Arbeit auf dem Programm.

Beuel. Beim Ferienprogramm der Popfarm und des Kulturrucksack.NRW gründen 20 Mädchen und Jungen eine Rockband. Zum Abschluss geben sie ein eigens organisiertes Konzert in der Tapetenfabrik.

Bereits draußen auf der Straße hörte man deutlich, was im Inneren der ehemaligen Tapetenfabrik in Beuel, wo die Popfarm Bonn untergebracht ist, los war: Laute Bässe begrüßten die neugierigen Besucher zum Abschluss des Rock-Camps, des diesjährigen Herbstferien-Programms in Kooperation mit dem Kulturrucksack NRW. Proppenvoll waren die beiden Probenräume, abgedunkelt und in stimmungsvolles Licht getaucht – schließlich durfte auch bei dem 'Mini-Rockkonzert' die passende Bühnenshow nicht fehlen.

Innerhalb der vergangenen vier Tage hatte sich die Band „Colour Comets“ gegründet (passend zum Thema „Meine Welt ist bunt“) und gemeinsam mit den Dozenten der Popfarm fleißig ein 45-minütiges Programm einstudiert. Das ging vom aktuellen Hit von Rag'n'Bone Man „I'm only human“ über Michael Jackson bis hin zu „Seven Nation Army“ von den White Stripes. Es enthielt alles, was ein gutes Rockkonzert bieten sollte: Begeistert rockende Musiker, die eine Spitzenfigur auf der Bühne machten, tolle Instrumentalsoli und ein Publikum, das den jungen Musikerinnen und Musikern begeistert zujubelte. Auffällig war, dass vor allem Mädchen an den Gesangsmikros standen, während die Jungs vornehmlich zu den Instrumenten griffen.

Ein instrumentaler Höhepunkt war der kleine Wettstreit zwischen zeitweise drei Schlagzeugern, die sich gegenseitig hochschaukelten und den Erwachsenen in nichts nachstanden. Für den begeisterten Applaus bedankten sich Dozenten und Camp-Teilnehmer mit einem rührenden „We are the world“, bei dem nicht zuletzt Teilnehmer Justus mit seinem Gesangssolo brillieren konnte.

Eigentlich war er den Abend über als Gitarrist zu hören, obwohl er nur Klavierunterricht hat. Er war dieses Jahr zum zweiten Mal dabei. Beide Male mit der Gitarre, deren Spiel er sich selbst beigebracht hat. Als Sänger sei er lediglich kurzfristig eingesprungen.

Bereits zum fünften Mal hat sich die Popfarm mit dem Ferienkurs beim Kulturrucksack engagiert. Diesmal waren 20 Mädchen und Jungen zwischen elf und 13 Jahren mit von der Partie. „Drei bis vier kommen aus dem Umfeld der Popfarm, aber der Rest kam durch den Kulturrucksack zu uns“, so der Manager der Popfarm, Michael Kernbach. Jedes Jahr reicht er beim Land spezielle Konzepte ein, um den Zuschlag zu bekommen und damit allen Kindern und Jugendlichen den Zugang zu ermöglichen.

Das Projekt läuft ohne Teilnehmergebühren und ist somit auch für Kinder und Jugendliche aus sozial schwächeren Familien offen. Die Honorare der Dozenten sowie zusätzliche Technik können über das Förderprogramm des Landes finanziert werden. Bei der Technik kam auch das Organisationsteam, bestehend aus Johannes (13), Rico (12) und Mate (11), zum Einsatz. Sie mussten neben vielen anderen Dingen wie Pressearbeit, Marketing, Kommunikation mit Eltern und Teilnehmern sowie dem Einkauf für die Aftershowparty auch den Technikaufbau betreuen.

Mitmachen wollen sie gerne wieder – ob sie jedoch das Musikmanagement zu ihrem Beruf machen wollen, steht noch in den Sternen. Die Begeisterung war an diesem Abend jedenfalls bei allen Mitwirkenden groß und wurde bei der anschließenden Aftershowparty ausgelassen gefeiert. Und alle sind sich einig, dass das nicht das letzte Mal gewesen sein wird.