"Beueler Treff"

Beueler Fußgängerzone findet kaum Befürworter

Die Teilnehmer kommen im Beueler Rathaus mit den Experten auf dem Podium (v.l.) Ulrich Ziegenhagen, Paul Ahrens , GA-Redakteur Holger Willcke, Helmut Haux, Anja Wenmakers, Guido Déus und Ralf Becker ins Gespräch. FOTO: MAX MALSCH

Die Teilnehmer kommen im Beueler Rathaus mit den Experten auf dem Podium (v.l.) Ulrich Ziegenhagen, Paul Ahrens , GA-Redakteur Holger Willcke, Helmut Haux, Anja Wenmakers, Guido Déus und Ralf Becker ins Gespräch.

BEUEL. Viel Kritik an der Einkaufsqualität entlang der Friedrich-Breuer-Straße und auf dem Rathausplatz, aber auch Lob für allerlei Annehmlichkeiten - die GA-Dialogveranstaltung "Beueler Treff" zeigte die vielfältigen Meinungen der Bürger zu ihrem Stadtbezirk.

Neben Kritik im Detail gab es viel allgemeines Lob für die Beueler Innenstadt. Generell funktioniere das Zentrum so, wie es ist, war der Tenor beim GA-Dialog "Beueler Treff" am Donnerstagabend im Rathaus.

Zwar bedarf die Verweilqualität entlang der Friedrich-Breuer-Straße und vor allem auf dem Rathausplatz laut vielen Wortmeldungen noch einiger Verbesserung. Auch die Bedingungen für Gastronomen könnten verbessert werden. Für eine drastische Veränderung, wie beispielsweise die in einem Bürgerantrag geforderte Fußgängerzone vom Konrad-Adenauer-Platz bis zum Doktor-Weis-Platz, fanden sich jedoch weder auf dem Podium, noch unter den Bürgern Fürsprecher.

Dass sie sehr gerne in Beuel wohnen und die Möglichkeit, in den Geschäften entlang der Friedrich-Breuer-Straße allen Bedarf des täglichen Lebens decken zu können, äußerten gleich mehrere Teilnehmer des GA-Dialogs. "Wir haben ein funktionierendes Subzentrum. Ich mahne sehr eindringlich: Das sollten wir nicht gefährden", befand Florian Kalff. "Wir diskutieren hier in Beuel auf einem sehr hohen Niveau", pflichtete ihm Ulrich Ziegenhagen von der städtischen Wirtschaftsförderung vom Podium aus bei. "Wenn man sich die Voraussetzungen anschaut, ist das Risiko in der Summe zu groß, dass das Zentrum leiden würde."

Auch aus Sicht der Stadtwerke sei die heutige Situation in der Beueler City sehr gut, sagt Anja Wenmakers, Leiterin Marketing und Vertrieb bei der SWB Bus und Bahn. Neben der Kritik der Bürger, die sich wie berichtet vor allem am neuen Facharztzentrum und der Gestaltung des Rathausplatzes entfachte, kamen auch viele konstruktive Vorschläge auf den Tisch.

Mangelndes Grün auf dem Rathausplatz beklagten viele der Anwesenden. BBB-Bezirksverordnete Huberta Kern erneuerte ihre Forderung, dort Pflanzkübel aufzustellen. Am Doktor-Weis-Platz zeige sich aber, dass diese häufig vermüllt würden, so Bezirksbürgermeister Guido Déus. Patenschaften könnten Abhilfe schaffen.

"Wir diskutieren hier in Beuel auf einem sehr hohen Niveau"

Ein Vorschlag aus dem Publikum sieht vor, das dort ansässige italienische Restaurant auch den Rathausplatz für Außengastronomie nutzen zu lassen. Es sollten dort aber auch attraktive Flächen geschaffen werden, die nicht kommerziell sind, sagte der städtische Verkehrsplaner Helmut Haux. Cordula Dienst schlug vor, für eine lebendigere Gestaltung des Platzes Schüler, Geografiestudenten der Uni oder Kunststudenten der Alanus Hochschule mit ins Boot zu holen. Paul Ahrens von der Gewerbe-Gemeinschaft Beuel wünscht sich dort auch regelmäßige Veranstaltungen der vielen Beueler Kultureinrichtungen.

Das Brückenforum besser an die Einkaufsmeile anzubinden, forderte Cordula Dienst, die dort selbst in der Bezirksbibliothek als Vorleserin tätig ist. Ein anderer Teilnehmer schlug vor, dazu das Stück der Friedrich-Breuer-Straße zwischen Limpericher Straße und Rhein zur Fußgängerzone zu machen. Ein Plan, der laut Haux allerdings an den Kosten scheitern würde, weil die Straße dafür komplett umgestaltet werden müsste.

Wie in der Bonner Nordstadt einzelne Parkplätze den Gastronomen für Tische und Stühle zur Verfügung zu stellen, diesen Vorschlag brachte Wirtschaftsförderer Ziegenhagen erneut ins Gespräch. Auch Ahrens kann sich das gut vorstellen. Eventuell wurde eine solche Lösung auch den Fußgängern mehr Platz einräumen. Denn die Fahrbahn zu verschmälern, das geht laut Haux nicht. Luft könnte aber geschaffen werden, indem die Baumscheiben entlang der Straße ohne Umgrenzung und mit beispielsweise begehbarem Granulat versehen würde.

Diese und weitere Ideen möchte die Stadtverwaltung nun in einem offenen Workshop zur Friedrich-Breuer-Straße (siehe Infokasten) sammeln und diskutieren. "Ich habe keine vorgefertigten Pläne. Wir gehen völlig offen da rein und sind gespannt", sagte Haux.