Kommentar zur Schließung

Beueler Bütt setzt die Stadt Bonn unter Zeitdruck

Badegäste der Beueler Bütt müssen vorerst woanders hin ausweichen.

Badegäste der Beueler Bütt müssen vorerst woanders hin ausweichen.

Beuel. Die Stadt muss jetzt schnell handeln, denn sie ist verpflichtet, Sportstätten für den schulischen Schwimmunterricht zur Verfügung zu stellen. Ein Kommentar von GA-Redakteur Holger Willcke.

Mit der Schließung ist jetzt die Situation eingetreten, die viele Insider der Bonner Bäderszene nicht nur für die Beueler Bütt befürchtet haben: Der Sanierungsstau und die jahrzehntelange Hängepartie in der Bonner Bäderpolitik rächt sich irgendwann.

Die Badewassertechnik in Beuel ist etwa 50 Jahre alt und deshalb anfällig geworden. In jüngster Vergangenheit musste die Stadt immer mal wieder ein Becken oder sogar das ganze Bad wegen Problemen mit der Wasserqualität oder anderer Mängel kurzfristig schließen. Jetzt hilft Flickschusterei nicht mehr, jetzt muss die Badtechnik wahrscheinlich grundlegend modernisiert werden.

Wer befürchtet, das Bad werde aus Kostengründen nicht mehr geöffnet, dem sei gesagt, dass die Stadt die Beueler Bütt aus zwei Gründen reparieren muss: Erstens dauert der Contractingvertrag mit dem Energieversorger noch bis 2025.

Zweitens ist die Stadt verpflichtet, Schülern bis Ende der Sekundarstufe 1 Schwimmunterricht anzubieten. Und da die Hallenbad-Kapazitäten in Bonn sehr begrenzt sind, werden die Beueler Grundschulen und weiterführenden Schulen keine Schwimmzeiten auf der linken Rheinseite finden. Deshalb muss die Stadt jetzt schnell handeln.